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[in German:] Wolfgang Dörr neuer Professor für Applied and Translational Radiobiology

[in German:] (Wien, 15-07-2015) Wolfgang Dörr, Leiter der Strahlenbiologie an der Universitätsklinik für Strahlentherapie der MedUni Wien, trat mit 1. Juni 2015 die Professur für Applied and Translational Radiobiology an. Es handelt sich dabei um eine Stiftungsprofessur, die im Rahmen der Vereinbarung zur engen und langfristigen Kooperation auf dem Gebiet der translationalen Forschung zwischen der MedUniWien und MedAustron errichtet wurde.

Es handelt sich um die erste Universitätsprofessur für Strahlenbiologie in Österreich und eine von wenigen in Europa. Die neue Professur an der Klinik für Strahlentherapie umfasst die Erforschung der Strahlenwirkung auf normale und Tumorzellen, sowie Normalgewebe und Tumoren in präklinischen Modellen und auch in klinischen Studien. Dabei kommt neben herkömmlichen Strahlenarten (Photonen) auch die Ionenstrahlung, inklusive Protonen und Kohlenstoff-Ionen, zum Einsatz. Letzteres erfolgt im nichtklinischen Bereich in enger Kooperation mit MedAustron in Wiener Neustadt, wo entsprechende strahlenbiologische Laborräume in den letzten Monaten ausgestattet und in Betrieb genommen wurden. Diese einzigartige Forschungssituation ist derzeit international nur an wenigen Zentren möglich.


Forschungsschwerpunkt von Wolfgang Dörr ist die Optimierung der Strahlentherapie durch eine frühe Erfassung der Strahlentoleranz von Normalgeweben und Tumoren mittels entsprechender Biomarker, sowie gezielte, biologisch begründete Strategien zur Verbesserung der Tumorwirkung der Therapie und zur Reduktion der Strahlenfolgen an den normalen Risikostrukturen. Hier kommt der (nichtklinischen) Ionentherapieforschung besonderes Augenmerk zu. Eine weitere, interdisziplinäre Vernetzung und Kooperation der Bereiche Biologie, Physik, und Medizin an der MedUni Wien und bei MedAustron, sowie der weitere Ausbau der bereits bestehenden translationalen strahlenbiologischen Forschungsgruppe (ATRAB - Applied and Translational Radiobiology) sind essentiell für das Erreichen dieser Forschungsziele.


Individuell abgestimmte Krebstherapie als Ziel

Letztendlicher Forschungszweck ist eine individualisierte, biologisch optimierte Hochpräzisionsradiotherapie mit Photonen und Ionenstrahlen durch biologisch begründete Prädiktion und gezielte Beeinflussung von Tumoransprechen und Normalgewebsreaktionen. Diese beruhen auf der detaillierten Erfassung und Charakterisierung pathophysiologischer Prozesse in verschiedenen Tumorentitäten und normalen Geweben. Die strahlenbiologischen Erkenntnisse sollen zukünftig dazu beitragen, allen PatientInnen entsprechend der individuellen Eigenschaften ihrer Tumoren und Risikogewebe eine Behandlung mit optimaler therapeutischer Breite, d.h. größtmöglicher Tumorwirksamkeit bei minimiertem Risiko für Nebenwirkungen, zukommen zu lassen.


Zur Person

Nach dem Studium der Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München (D) nahm Wolfgang Dörr 1986 seine wissenschaftliche Tätigkeit am Institut für Strahlenbiologie der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung (jetzt Helmholtz-Zentrum München) in München-Neuherberg (D) auf. Dort war er zunächst als Doktorand (Promotion, Doktor der Veterinärmedizin, LMU München, 1988), anschließend als Nachwuchswissenschaftler und zuletzt bis 1995 als Wissenschaftler tätig. Mit seinem Wechsel als Leiter des Strahlenbiologischen Labors an die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden (D) setzte er konsequent seine Forschungstätigkeit auf dem Gebiet der Translationalen Strahlenbiologie fort. Im Jahre 1997 habilitierte er an der Medizinischen Fakultät und wurde 1998 zum Privatdozenten und 2002 zum außerplanmäßigen Professor der Technischen Universität Dresden ernannt.


An der Klinik für Strahlentherapie der MedUni Wien war Wolfgang Dörr bereits seit 2007 als Gastprofessor tätig, bevor er 2012 als Strahlenbiologe an diese Klinik wechselte. Hier bestand und besteht eine enge Kooperation mit dem Christian Doppler Labor für Medizinische Strahlenforschung, RadOnc, sowie auch mit der Medizinischen Physik allgemein, und vor allem auch mit der Klinischen Radioonkologie. Ende 2014 übernahm er hier die Leitung der Strahlenbiologie in der Klinik für Strahlentherapie.
Zugleich unterstützte er MedAustron bei der Beschaffung der Ausstattung und der Inbetriebnahme der nichtklinischen strahlenbiologischen Forschungseinrichtungen bei MedAustron zuständig; dies ist mittlerweile nahezu abgeschlossen.


Eine enge Kooperation von Wolfgang Dörr besteht weiterhin innerhalb des Comprehensive Cancer Center (CCC) und des Medical Imaging Cluster (MIC) der MedUni Wien. In letzterem ist er im Preclinical Imaging Node und im Teaching Panel aktiv. Auch ist Wolfgang Dörr an den Aktivitäten des Preclinical Imaging Laboratory der Klinik für Radiologie beteiligt.
Seit mehr als 20 Jahren engagiert sich Wolfgang Dörr in der theoretischen und praktischen Ausbildung von BiologInnen, ÄrztInnen, TierärztInnen, ZahnärztInnen, MedizinphysikerInnen und KollegInnen aus verwandten Berufen im Bereich der Strahlenbiologie im Rahmen von Vorlesungen und der Betreuung praktischer strahlenbiologischer Forschungsprojekte. Auch international ist er in den Bereichen Forschung und auch Lehre eng vernetzt. Er war und ist Mitglied mehrerer europäischer Forschungskonsortien bzw. –projekte und ist an eine Vielzahl internationaler Lehraktivitäten (Teaching Courses – z. B. Eur. Soc. Radiother. Oncol., Workshops, MSc-Kurse, etc.) maßgeblich beteiligt.
Dies manifestiert sich unter anderem in einer Vielzahl abgeschlossener Dissertationen, Master- und Bachelorarbeiten. Wolfgang Dörr konnte stets junge KollegInnen motivieren, ihren wissenschaftlichen Weg im Bereich der Strahlenbiologie zu suchen und hat sie unterstützt, diesen Weg auch erfolgreich einzuschlagen. Dies wird er im Rahmen seiner Tätigkeit als Professor für Applied and Translational Radiobiology sowohl an der MedUni Wien als auch im Rahmen der nichtklinischen Strahlenbiologie bei MedAustron intensiv weiter verfolgen.


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