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[in German:] Welttag der Immunologie: MedUni Wien forscht an zusätzlichen Therapie-Optionen neben den wichtigen Biologika

[in German:] (Wien, 26-04-2013) Die immunologische Forschung hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten völlig neuartige Medikamente und Therapiekonzepte für die Behandlung von Allergien und Autoimmunkrankheiten entwickelt. Mit Hilfe von so genannten Biologika, das sind biologisch-aktive Eiweißkörper des Immunsystems, die künstlich hergestellt werden und als Antikörper wirksam sind, lassen sich etwa bestimmte Autoimmunerkrankungen viel besser behandeln.

„Dazu zählen zum Beispiel Rheuma, die Schuppenflechte oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Die aus der immunologischen Grundlagen-Forschung hervorgegangenen Biologika werden immer wichtiger, aber auch die Entwicklung neuer Therapie-Optionen“, sagt Winfried Pickl vom Institut für Immunologie der MedUni Wien anlässlich des Welttags der Immunologie am 29. April 2013.

Neben Autoimmunerkrankungen lassen sich, so Pickl, auch bestimmte Krebserkrankungen wie Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen, Brustkrebs u.a. mit Biologika wesentlich besser behandeln. Ihre Wirkungsweise liegt dabei in der Neutralisierung von überschüssigen Entzündungsfaktoren (Autoimmunerkrankungen) oder aber in der Mithilfe bei der Zerstörung von Krebszellen.

Trotz dieser großen Erfolge in der Behandlung immunologischer Erkrankungen sind aber nach wie vor viele grundlegende Fragen offen, z.B. „warum richtet sich das Immunsystem plötzlich gegen körpereigene Strukturen, wie das bei Autoimmunerkrankungen der Fall ist?“, „so Wilfried Ellmeier vom Institut für Immunologie und Koordinator des MedUni-Schwerpunkts Allergologie/Immunologie/Infektiologie, einer von fünf Forschungsclustern an der Medizinischen Universität Wien.

Diese und andere wichtige Fragestellungen wie „warum entsteht eine Allergie und wie kann das verhindert werden“ oder „wie laufen Erreger-Wirt Interaktionen bei Infektionskrankheiten ab?“ werden u.a. in diesem Cluster an der MedUni Wien behandelt. Ellmeier: „Ziel ist es, die grundlegende Funktionsweise des Immunsystems auf molekularer und zellulärer Ebene zu verstehen, und dieses Wissen zu verwenden, um neue therapeutische Möglichkeiten zu entwickeln.“ Deshalb ist sei es auch so wichtig, so Ellmeier, dass innerhalb des Forschungsclusters ein breites Spektrum, welches von Grundlagenforschung, über verbesserte Diagnostik bis hin zur klinischen Forschung und der Anwendung therapeutischer Konzepte an Patienten reicht, vertreten ist.

Österreich: Bis zu fünf Prozent leiden an einer Autoimmunerkrankung
Auf Initiative der Europäischen Dachgesellschaft für Immunologie (EFIS) findet zum 9. Mal der „Tag der Immunologie“ statt. Weltweit leiden mehr als 500 Millionen Menschen an Störungen und Erkrankungen des Immunsystems. Autoimmunerkrankungen, allergische Erkrankungen und Immundefekte fügen nicht nur den betroffenen PatientInnen beträchtliches Leid zu, sondern stellen auf Grund des meist chronischen Krankheitsverlaufes und der Notwendigkeit langwieriger Therapien auch eine hohe ökonomische Belastung für die Gesellschaft dar.

„In Österreich sind bis zu 25 Prozent der Bevölkerung von allergischen Erkrankungen betroffen. Auf dem Gebiet der Erforschung allergischer Erkrankungen konnten etwa zahlreiche Allergenquellen auf Molekülebene charakterisiert werden, was nun in die Entwicklung und klinische Testung von neuartigen Diagnose- (z.B. Allergen-Chip) und Therapieformen (Allergie-Impfung) Eingang findet. Die Häufigkeit von einzelnen Autoimmunerkrankungen wie etwa Zuckerkrankheit, Rheuma, chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder Multiple Sklerose liegen im Promille- bis Prozentbereich“, fasst Pickl zusammen. „Alle Autoimmunerkrankungen zusammengenommen bedeutet das, dass drei bis fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung von Autoimmunerkrankungen betroffen ist.“

Immunologische Spitzenforschung an der MedUni Wien
Die Medizinische Universität Wien beteiligt sich an der Lösung der eminenten Fragestellungen innerhalb der Immunologie mit sehr großem Engagement und betreibt weltweit anerkannte Spitzenforschung. Um die interne Forschungskooperation der mehr als 80 Arbeitsgruppen zu bündeln und noch besser zu fördern, wurde der Forschungscluster Allergologie/Immunologie/Infektiologie geschaffen. 

Die WissenschaftlerInnen dieses Clusters betreiben viele durch den Fond zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanzierte Projekte, unter anderem auch mehrere Sonderforschungsbereiche und Doktoratskollegs, WWTF Projekte, EU-Projekte sowie Christian Doppler Labors. Ellmeier: „Neben der Exzellenz in der Forschung tragen diese Projekte auch wesentlich zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung bei.“
 
Weitere Infos:
www.efis.org
www.iuisonline.org
PDF Forschungscluster Allergologie/Immunologie/Infektiologie