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1H Spektroskopie

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In vivo pathobiochemische Gewebeanalyse mit Magnetresonanz Spektroskopie und spektroskopischer Bildgebung

Gewebe im menschlichen Körper - ob Gehirn, Muskeln oder Organe - zeichnet sich durch ein hochdynamisches und komplexes chemisches Umfeld aus, in dem der Stoffwechselgleichgewichtszustand (metabolische Homöostase) und Funktion auf dem hochentwickelten Zusammenspiel einer Vielzahl von Chemikalien beruhen. Quantitative Informationen über die beteiligten Substanzen sind notwendig, um ablaufende Prozesse und zugrunde liegende Mechanismen zu untersuchen. Noch wichtiger ist, dass sich zahlreiche Funktionsstörungen und klinische Erkrankungen in der biochemischen Zusammensetzung des Gewebes widerspiegeln. Die Magnetresonanzspektroskopie (MRS) und die spektroskopische Bildgebung (MRSI) liefern in vivo metabolische Informationen un erlauben somit einzigartige nicht-invasive Einblicke in the Mechanismen von Gesundheit und Krankheit.

Unsere Entwicklungen

Diese halbzylinderförmige Spule verfügt über 2 Kanäle für 1H-Bildgebung und 3 Kanäle für 31P-Spektroskopie (und Bildgebung) und ermöglicht die Untersuchung des Stoffwechsels energiereicher Phosphate im Wadenmuskel. Aufgrund ihres hervorragenden Signal-zu-Rausch-Verhältnisses wurden mit dieser Spule bereits zahlreiche Studien zur Muskelphysiologie durchgeführt.

Die Kohlenstoff-13-Spektroskopie kann durch die Messung von Glykogen und Glukose Einblicke in den Zuckerstoffwechsel im Körper liefern. Aufgrund der Natur des 13C-MR-Signals sind diese Signale in verschiedene Frequenzen aufgeteilt, was die Datenanalyse erschwert. Dies kann durch Senden mit der 1H-Larmorfrequenz bei gleichzeitigem Empfang des 13C-Signals unterbunden werden, eine Technik, die als „Protonenentkopplung“ bekannt ist. Für den Spulenbauer bedeutet dies, dass äußerst effiziente Filter (~100 dB) in die Spule eingebaut werden müssen, um ein Übersprechen zwischen dem starken 1H-Sendesignal und dem sehr kleinen 13C-MR-Signal zu vermeiden. Die von uns entwickelte Spule erfüllt dieses Kriterium und bietet vier Sende-/Empfangskanäle 1H kombiniert mit drei Sende-/Empfangskanälen 13C.

Beteiligte Forschungsgruppen

Einleitung

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems, die zu Demyelinisierung und Neurodegeneration führt. Krankheitsmodifizierende Therapien können Schübe sowie die damit verbundenen, überwiegend reversiblen neurologischen Defizite in der entzündungsgetriebenen schubförmig-remittierenden Phase minimieren. Bis heute existiert jedoch keine Behandlung, die Behinderung und funktionellen Abbau in der sekundär progredienten Phase verhindern kann. Trotz enormer Forschungsfortschritte sind die Ursachen der MS und die zugrunde liegenden neurobiologischen Mechanismen weiterhin nur unzureichend verstanden, was verbesserte Therapien oder die Entwicklung einer tatsächlichen Heilung verhindert. Die Magnetresonanzspektroskopie (MRS) ermöglicht es, pathologische Veränderungen und Hirnschädigungen bereits im frühesten Stadium zu erfassen und das Fortschreiten der Erkrankung zu überwachen.

Zielsetzung

Unser Ziel ist es, entscheidende Werkzeuge bereitzustellen, um frühzeitig Informationen über die Entwicklung von Behinderungen bei MS zu gewinnen, diagnostische Biomarker zur frühen Identifikation zu etablieren sowie direkte Erkenntnisse über pathophysiologische Mechanismen zu liefern.

Aktuelle Arbeiten

Frühere MRS-Studien konzentrierten sich auf die strukturelle und zelluläre Integrität und zielten daher hauptsächlich auf die Quantifizierung der Neurochemikalien N-Acetylaspartat (NAA), Cholin und Myo-Inositol ab. Neuere Forschungen beginnen, die Bedeutung bestimmter Neurochemikalien für die pathologischen Prozesse selbst aufzuzeigen. Vor allem auf Grundlage von in-vitro-Untersuchungen und Tiermodellen wurde die Hypothese aufgestellt, dass eine Fehlfunktion des Glutathion-(GSH)-Stoffwechsels die körpereigene Schutzfunktion des Gehirns gegen oxidativen Stress beeinträchtigt und dadurch Demyelinisierung, Neurotoxizität und Zelltod fördert – als Grundlage des funktionellen Abbaus bei MS. In welchem Ausmaß die GSH-Neurochemie bei MS tatsächlich beeinträchtigt ist, bleibt jedoch weitgehend unbekannt, unter anderem aufgrund der Schwierigkeit, GSH bei klinischen Populationen und gesunden Kontrollpersonen nicht-invasiv in vivo zu messen.

Wir konnten kürzlich die Quantifizierung von GSH zusammen mit weiteren zentralen Faktoren der MS (Glutamat, GABA), etablierten Biomarkern der MS (NAA, Cholin, Myo-Inositol) sowie der gesamten biochemischen Umgebung innerhalb einer einzigen einstündigen Untersuchung demonstrieren (Prinsen et al., Proc ISMRM, 2014). Wir erwarten, dass dieser metabolomikartige Ansatz entscheidende Einblicke in die Rolle des GSH-Stoffwechsels bei MS liefern und die Grundlage für longitudinale klinische Studien zur Pathobiochemie des oxidativen Stresses schaffen wird.