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Thomas Staudinger übernimmt Professur im Fachbereich Intensivmedizin

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(c) MedUni Wien/Houdek

(Wien, 06-08-2026) Thomas Staudinger trat mit 1. August eine Professur im Fachbereich Intensivmedizin (§99/4) an der Medizinischen Universität Wien an. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf klinischer Forschung zu schwerem Lungenversagen und extrakorporaler Lungenersatztherapie (ECMO) sowie zur Versorgung kritisch kranker Patient:innen mit hämatologischer und onkologischer Erkrankung. Darüber hinaus stehen die akademische Abbildung und Weiterentwicklung des internistischen Sonderfaches „Intensivmedizin“ in Forschung, Lehre und Ausbildung im Fokus der Professur.

Als internistisches Sonderfach war die Intensivmedizin bislang an der Medizinischen Universität Wien nicht akademisch abgebildet. Das Sonderfach „Intensivmedizin“ ist ein entscheidender gemeinsamer Nenner aller internistischen Disziplinen, moderne Innere Medizin ist heute ohne Intensivmedizin nicht mehr denkbar. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat den hohen Stellenwert und die Notwendigkeit intensivmedizinischer Versorgung gezeigt. Durch eine zunehmende Koordination und Bündelung der Agenden Forschung und Lehre, sowie nationaler und internationaler Vernetzung soll die internistische Intensivmedizin in hohem Maße profitieren. Die Professur soll die Verbindung zwischen internistischer Intensivmedizin, den internistischen Sonderfächern, den Grundlagenforschungsinstituten, aber auch dem akademisch etablierten Fach „Anästhesie und Intensivmedizin“ stärken, um die MedUni Wien als international sichtbaren Standort für hochkompetente, innovative intensivmedizinische Versorgung und Forschung weiter zu konsolidieren.

„Innere Medizin und Intensivmedizin“ soll darüber hinaus auch in Lehre und Ausbildung besser und klarer abgebildet werden und damit sowohl intern als auch öffentlichkeitswirksam eine Attraktivierung des Faches erfahren. Der Bedarf an intensivmedizinischer Versorgung nimmt in vielen Bereichen der Medizin zu, wird komplexer und geht mit hohem Ressourcenbedarf einher, sodass der Verantwortung der MedUni Wien, Studierende und Ärzt:innen bestmöglich auszubilden, zu motivieren und auf den herausfordernden Berufsalltag vorzubereiten, in optimaler Art und Weise wahrgenommen und entwickelt werden soll.

Zur Person
Thomas Staudinger promovierte an der damaligen Medizinischen Fakultät der Universität Wien und schloss seine Ausbildung am AKH Wien, Universitätsklinik für Innere Medizin I, als Facharzt für Innere Medizin und Intensivmedizin ab. Seine Habilitationsschrift (2001) trug den Titel: „Probleme und Prognose kritisch kranker hämatologisch-onkologischer Patienten“. 
Seit 2012 leitet er die Intensivstation der Universitätsklinik für Innere Medizin I, seit letztem Jahr fungiert er als 2. stellvertretender Leiter der Universitätsklinik.

Die Forschungstätigkeit der Arbeitsgruppe um Thomas Staudinger spiegelt sich in zahlreichen Publikationen wider, ebenso in der Teilnahme an internationalen Studien und Forschungsgruppen z.T. als Principal Investigator. Ein „Fixpunkt“ in der Lehrtätigkeit ist das seit vielen Jahren etablierte praxisorientierte Wahlfach zu internistischer Intensivmedizin.

In der Corona-Pandemie war Thomas Staudinger eines der medialen „Gesichter“ der Intensivmedizin, um die Dramatik der Situation, die Realität der Versorgung und die damit verbundenen gesellschaftlichen Implikationen in ein allgemein verständliches und auf wissenschaftlichen Grundlagen basierendes Licht zu rücken. Für diese Rolle wurde er für die MedUni Wien im Rahmen der „Superbrands Gala“ als Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet. Die Jury würdigte Staudingers Rolle als „Corona-Erklärer“ und Vorbild.

Thomas Staudinger nimmt mehrere Funktionen in nationalen und internationalen wissenschaftlichen Gesellschaften wahr. Seit 2021 ist er Präsident der Österreichische Gesellschaft für internistische und allgemeine Intensivmedizin und Notfallmedizin (ÖGIAIN). Seit einigen Jahren hat er die Organisation des größten rein intensivmedizinischen Kongresses Österreichs, der Wiener Intensivmedizinischen Tage, die jährlich im Februar im Hörsaalzentrum des AKH Wien stattfinden, inne.