(Wien, 04-11-2026) Peter Murin hat mit 1. November 2026 eine Professur für Kinderherzchirurgie (§ 99 Abs. 1) an der Medizinischen Universität Wien übernommen. Der international renommierte Herzchirurg konzentriert sich in seiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeit auf die operative Behandlung angeborener Herzfehler bei Kindern und Erwachsenen sowie auf die Weiterentwicklung schonender und innovativer Operationsverfahren.
Peter Murin leitet bereits seit Juni 2024 die Chirurgie angeborener Herzfehler und Kinderherzchirurgie an der MedUni Wien. Die Versorgung der Patient:innen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Disziplinen und Fachbereichen des Kinderherzzentrums Wien. Ein besonderes Anliegen Murins ist es, diese interdisziplinäre Kooperation weiter zu stärken und die Ausbildung einer neuen Generation spezialisierter Chirurg:innen für angeborene Herzfehler voranzutreiben. Dabei gewinnt auch die Schnittstelle zur Herzmedizin für Erwachsene zunehmend an Bedeutung.
Die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der klinischen Versorgung bilden eine wesentliche Grundlage dieser Arbeit. Die Operationsergebnisse werden seit Jahren freiwillig in die größte internationale Datenbank für Behandlung angeborener Herzfehler, die European Congenital Heart Surgeons Association (ECHSA) database, eingegeben. Dies ermöglicht unter anderem einen jährlichen internationalen Vergleich, laut der sich die Kinderherzchirurgie an der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie der MedUni Wien in vergangenen drei Jahren sowohl in Bezug auf die Operationsanzahl als auch auf die Qualität der Ergebnisse im europäischen Spitzenfeld befindet. Darüber hinaus liegen klinische Schwerpunkte auf der Behandlung komplexer angeborener Herzfehler, innovativen minimal-invasiven Operationsverfahren und möglichst schonenden Behandlungskonzepten, die eine möglichst frühe Erholung nach der Operation fördern.
In der Forschung setzt Murin, wie schon an der Charité in Berlin, auf die Etablierung multizentrischer Register und die Entwicklung darauf aufbauender Forschungsprojekte. Ein Schwerpunkt liegt auf der Aortenklappenchirurgie, insbesondere den Ergebnissen nach der Ross-Operation (Ersatz der Aortenklappe durch körpereigenes Gewebe) unter anderem im Rahmen des neuartigen internationalen EuroRoss-Projekts. Weitere Forschungsaktivitäten widmen sich der myokardialen Regeneration und den zugrunde liegenden biologischen Wirkungsmechanismen, der Aortenbogenchirurgie bei Neugeborenen sowie der Adhäsionsprophylaxe bei komplexen Reoperationen im Säuglingsalter.
Auch in der Lehre setzt Murin auf innovative und praxisnahe Formate, die den gesamten Behandlungsweg angeborener Herzfehler abbilden – von der pränatalen Diagnostik bis zum operativen Eingriff. In die Ausbildung sollen unter anderem 3D-Visualisierungsmethoden der komplexen Herzfehler mittels „Virtual Reality“-Technologie, intraoperative Videoaufnahmen von seltenen Operationen sowie praktische Übungen an dreidimensionalen Silikonmodellen realer Herzfehler und an Operationssimulatoren eingebunden werden. Ziel ist es, theoretisches Wissen mit praktischen Fertigkeiten möglichst eng zu verbinden und angehende Chirurg:innen schon früh gezielt auf die besonderen Anforderungen der Kinderherzchirurgie vorzubereiten.
Peter Murin studierte Medizin an der Comenius-Universität Bratislava sowie an der Georg-August-Universität Göttingen und promovierte 2006 mit Auszeichnung. 2022 schloss er seine zweite Promotion zum Dr. med. an der Charité – Universitätsmedizin Berlin mit Auszeichnung - magna cum laude - ab. Seine herzchirurgische Laufbahn begann am Herz- und Gefäßzentrum Oldenburg und führte ihn an die renommiertesten Zentren des Spezialgebiets im deutschsprachigen Raum unter anderem an das Deutsche Kinderherzzentrum Sankt Augustin und das Deutsche Herzzentrum Berlin. An der Klinik für Chirurgie angeborener Herzfehler des heutigen „Deutsches Herzzentrum“ der Charité leitete er zuletzt die minimal-invasive Chirurgie sowie den Bereich Forschung und Lehre. Nach seiner Rekrutierung nach Wien habilitierte er sich 2025 im Fach Herzchirurgie an der MedUni Wien. Seit Juni 2024 steht er nun der Chirurgie angeborener Herzfehler und Kinderherzchirurgie vor.