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Schmerzen behandeln: Neuer MedUni Wien-Ratgeber informiert über Nutzen und Grenzen regenerativer physikalischer Therapien

(c) MedUni Wien/Sabine Gruber

(Wien, 07-10-2026) – Wärme, Kälte, Wasser, Licht, Sauerstoff, elektrische Impulse, Stoßwellen, Magnetfelder, Massagen, Bewegung vieles andere mehr: Regenerative physikalische Therapien nutzen gezielt physikalische Reize, um körpereigene Reparatur- und Heilungsprozesse zu unterstützen, und sind aus dem modernen Behandlungskonzept für Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit nicht wegzudenken. Ihre Bedeutung und Möglichkeiten werden allerdings oftmals falsch eingeschätzt. Im aktuell erschienenen Ratgeber der MedUni Wien im MANZ Verlag informiert Richard Crevenna, Leiter der Universitätsklinik für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin der MedUni Wien, wissenschaftlich fundiert und praxisnah über Nutzen und Grenzen regenerativer physikalischer Therapien.

Das Buch ist aus der täglichen Arbeit mit Patient:innen entstanden, die hauptsächlich aufgrund von Schmerzen und damit verbundenen Mobilitätseinschränkungen an der von Richard Crevenna geleiteten Universitätsklinik für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin der MedUni Wien behandelt werden: „Immer wieder zeigt sich dabei, dass ein großes Bedürfnis nach verlässlicher und zugleich verständlicher Information über regenerative physikalische Therapieansätze besteht. Viele Betroffene möchten wissen, welche Möglichkeiten es gibt, welche Verfahren in ihrem konkreten Fall sinnvoll eingesetzt werden können, was sie sich davon erwarten können und was nicht“, erzählt Crevenna.

Beweglichkeit, Teilhabe und Lebensqualität sichern
Schmerzen und damit verbundene Mobilitätsstörungen zählen zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen unserer Zeit – mit erheblichen Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft. Entsprechend geht es bei der Behandlung der Patient:innen nicht nur um Symptombekämpfung, sondern auch um die Wiederherstellung und Erhaltung der Fähigkeit, alltägliche und berufliche Anforderungen erfüllen zu können. Genau dabei kommt den regenerativen physikalischen Therapieansätzen in ihrer ganzen Vielfalt eine besondere Rolle zu: „Indem sie nicht primär an einem isolierten Symptom wie Schmerz, sondern an den biolgogischen Systemen der Körpers in ihrer Ganzheit ansetzen, schaffen sie die Voraussetzung für nachhaltige funktionelle Verbesserungen“, verdeutlicht Crevenna.

Wie genau diese Voraussetzung geschaffen wird, welche Art von physikalischen Reizen bei welchen gesundheitlichen Beeinträchtigungen was bewirken kann und was nicht, wird in diesem Buch beschrieben. Dabei kommt der Bewegung – insbesondere in Form von kontrolliertem Training – eine besondere Bedeutung zu. „Gezielte mechanische Belastung aktiviert die Muskel-, Knochen- und Bindegewebsadaptation, verbessert metabolische Prozesse und stabilisiert neuronale Netzwerke. Kein anderes Verfahren besitzt eine vergleichbar breite systemische Wirkung zur Verbesserung von Regenerationsprozessen im Körper“, sagt Richard Crevenna.

Aktive Mitarbeit als Voraussetzung für Therapieerfolg
Welche der vielen verschiedenen physikalischen Therapien – oft auch in Kombination – zur Anwendung kommen, muss im Einzelfall entschieden werden. Schmerzen und damit einhergehende funktionelle Einschränkungen sind dabei eine häufige, jedoch bei weitem nicht die einzige Indikation. Auch in der neurologischen Rehabilitation, etwa nach einem Schlaganfall, oder bei Wundheilungsstörungen und vielen anderen gesundheitlichen Problemen können diese Verfahren helfen, da sie „biologische Regenerationsprozesse gezielt unterstützen und gleichzeitig funktionelle Folgen der ursprünglichen Erkrankung beeinflussen können“, wie Crevenna verdeutlicht.

Allen Methoden gemeinsam ist die aktive Mitarbeit der Patient:innen als Voraussetzung für nachhaltige Therapieerfolge: „Bewegung, ein stabiler Stoffwechsel, ausreichend Schlaf und eine gesunde Stressregulation schaffen die Bedingungen, unter denen physikalische Stimuli erst wirksam werden können. Ohne den Transfer in den Alltag kann es keine dauerhafte Verbesserung geben“, berichtet Crevenna über einen wesentlichen Punkt, den er seinen Patient:innen tagtäglich mit auf den Weg gibt. Die Grenzen regenerativer physikalischer Therapien, nämlich eine vollständige strukturelle Normalisierung biologischer Abläufe, bleiben aber auch dann bestehen: „Ein degenerativ verändertes Gelenk wird zum Beispiel durch eine Stoßwellentherapie nicht wieder anatomisch ,neu‘, kann jedoch funktionell derart stabilisiert werden, dass sich Belastbarkeit und Beweglichkeit verbessern und Schmerzen deutlich gemildert werden,“ so Richard Crevenna. „Schmerzen behandeln – was regenerative physikalische Therapien können – und was nicht“ ist ein Ratgeber für alle, die informierte Entscheidungen treffen und ihre Mobilität und Lebensqualität gezielt verbessern wollen.

 

 

Info zum Buch:
Richard Crevenna: 
„Schmerzen behandeln. Was regenerative physikalische Therapien können – und was nicht.“ 
MedUni Wien im MANZ Verlag, ISBN 978-3-214-26831-2, 
212 Seiten, 28 Euro. Erhältlich im MedUni Shop im AKH Wien, im Buchhandel und unter
https://shop.manz.at/shop/products/9783214268312