(Wien, 30-09-2026) Die Forschungsgruppe Translational Radiobiology der Medizinischen Universität Wien am MedAustron Zentrum für Ionentherapie und Forschung in Wiener Neustadt erhält einen Anerkennungspreis des Landes Niederösterreich 2026. Die seit 2021 von Dea Slade von der Universitätsklinik für Radioonkologie der MedUni Wien geleitete Forschungsgruppe untersucht, wie Partikelbestrahlung bei Krebserkrankungen mit geringen Überlebenschancen wirkt und wie sich deren therapeutische Wirkung weiter verbessern lässt. Der Preis wurde im Rahmen der Wissenschaftsgala des Landes Niederösterreich verliehen.
Im Zentrum der Forschungsarbeit stehen aggressive Krebsarten wie Bauchspeicheldrüsenkrebs, Glioblastome und triple-negativer Brustkrebs. Im Vergleich zur herkömmlichen Röntgenbestrahlung ermöglicht die Partikelbestrahlung eine präzisere Bestrahlung des Tumors und kann komplexere, schwer reparierbare DNA-Schäden in Tumorzellen verursachen. Gleichzeitig kann umliegendes gesundes Gewebe besser geschont werden.
Die Forschungsgruppe untersucht insbesondere, wie Partikelbestrahlung das Immunsystem gegen Krebs aktivieren kann und welche Kombinationen mit anderen Therapien die Behandlung wirksamer machen könnten. Das Team konnte bereits effektivere Bestrahlungstechniken, Medikamente zur Aktivierung des Immunsystems gegen Krebszellen sowie neue Biomarker identifizieren.
„Die Nähe unseres Labors zum MedAustron Ionentherapiezentrum, in dem täglich Krebspatientinnen und -patienten mit Partikelbestrahlung behandelt werden, ist für uns eine große Motivation. Sie erinnert uns jeden Tag daran, dass unsere Forschung das Potenzial hat, die Behandlungsmöglichkeiten und die Lebensqualität dieser Menschen künftig weiter zu verbessern“, sagt Dea Slade.
Wissenschaft Zukunft Preis für Glioblastom-Forschung
Eine weitere Auszeichnung mit Bezug zur MedUni Wien ging an Luca Lippert aus der Arbeitsgruppe von Dea Slade. Für seine Masterarbeit „Radiation-induced immunogenicity in glioblastoma“ an der Universität Wien erhielt er den Wissenschaft Zukunft Preis 2026 der Gesellschaft für Forschungsförderung Niederösterreich. Die Arbeit entstand an den Max Perutz Labs von Universität Wien und MedUni Wien sowie an MedAustron in Wiener Neustadt.
Lippert untersuchte, wie sich das bei Glioblastomen unterdrückte Immunsystem wieder aktivieren lässt, um Immuntherapien zu ermöglichen. Seine Forschung zeigte erstmals, dass die Kombination einer hypofraktionierten Strahlentherapie – einer Bestrahlung mit höheren Einzeldosen in weniger Sitzungen – mit der Hemmung des Enzyms PARP7 immunaktivierende Signale verstärkt und Immunzellen aktiviert. Die Ergebnisse schaffen eine Grundlage für weitere Forschung zur Überwindung der Immunsuppression bei Glioblastomen.
Die Wissenschaftspreise des Landes Niederösterreich werden jährlich für besondere wissenschaftliche Leistungen vergeben. Mit den Anerkennungspreisen werden Wissenschafter:innen ausgezeichnet, die mit ihrer Arbeit bereits fachliche Anerkennung gefunden haben. Der Wissenschaft Zukunft Preis zeichnet wissenschaftliche Abschlussarbeiten von Akademiker:innen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere aus.
Verleihung NÖ Wissenschaftspreise (mit Videos)