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Antrittsvorlesungen

Neue Professor:innen der MedUni Wien stellen sich und ihr Fachgebiet vor
Markus Müller © Matern | MedUni Wien

Als eine der größten medizinischen Universitäten Europas arbeitet die MedUni Wien stetig daran, die besten Köpfe zu gewinnen, um mit Hilfe ihrer wissenschaftlichen Exzellenz und Innovationskraft die medizinische Forschung voranzutreiben, zukunftsweisendes Wissen zu lehren und die fortschrittlichste Behandlung für Patient:innen zu gewährleisten. Die von unseren Mitarbeiter:innen entwickelten Innovationen bieten die Voraussetzungen, mit denen wir die Zukunft der Medizin aktiv mitgestalten können. Mit ihren Antrittsvorlesungen und ihrer Expertise in den unterschiedlichsten Fachbereichen stellen sich neue Kolleg:innen an unserer Universität vor. Ich möchte Sie einladen, diese Gelegenheit zu nutzen, um diese hervorragenden Forscher:innen kennenzulernen und sich mit ihnen interdisziplinär zu vernetzen.

Markus Müller
Rektor der Medizinischen Universität Wien


Die nächsten Termine


Freitag, 17. April 2026

11:00 bis 12:30 Uhr, Hörsaalzentrum der MedUni Wien im AKH Wien, Hörsaal 3, Ebene 7

© MedUni Wien/feelimage

Thomas Scherer, Professur im Fachbereich Endokrinologie und Stoffwechsel

Vorstellerin: Alexandra Kautzky-Willer, Universitätsklinik für Innere Medizin III, MedUni Wien

Als Leiter der Ambulanz für Angeborene Stoffwechselerkrankungen im Erwachsenenalter an der Universitätsklinik für Innere Medizin III von MedUni Wien und AKH Wien arbeitet Thomas Scherer intensiv mit Kolleg:innen der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde zusammen, um eine kontinuierliche Betreuung der Patient:innen auch nach dem 18. Lebensjahr zu ermöglichen und die Transition in die Erwachsenenmedizin zu optimieren.

Als Leiter eines Forschungslabors an der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel beschäftigt sich Thomas Scherer mit seinem Team mit hormonellen Signalübertragungen zwischen den Organen und hier insbesondere mit der Kommunikation des Gehirns mit Leber und Fettgewebe mit Fokus auf die Steuerung des Energiestoffwechsels des Körpers. In diesem Kontext hat die Forschungsgruppe z. B. bereits neue physiologische Regulationswege zwischen Gehirn und Leber charakterisiert und herausgefunden, dass Insulin und Leptin über das zentrale Nervensystem den Fettstoffwechsel der Leber steuern können und vor einer Fettlebererkrankung schützen. Diese neuen translationalen Erkenntnisse, die sowohl im Tiermodel als auch beim Menschen untersucht wurden, haben das Potenzial neue Therapieansätze zur Behandlung metabolischer Erkrankungen wie Adipositas, Typ-2-Diabetes, MASLD (Metabolische Dysfunktion-assoziierte Fettlebererkrankung) sowie seltener Erkrankungen mit Leptinmangel wie Lipodystrophie zu liefern.

Ein weiterer Schwerpunkt des Forschungslabors liegt auf der Frage, wie der Prozess des Alterns die metabolische Flexibilität, die bleibenden metabolischen Veränderungen nach Adipositas („Adipositas-Gedächtnis“) und die Nährstoffverteilung im Körper beeinflusst. Diese Fragen werden in Zusammenarbeit mit Forscher:innen der Universität Graz und der MedUni Graz im Rahmen des vom FWF geförderten Exzellenzclusters „Metabolic Control of Aging and Disease – MetAGE“ untersucht. Ziel ist es, die Beziehung zwischen Stoffwechsel und gesundem Altern zu ergründen, um die in Gesundheit verbrachte Lebensspanne zu verlängern.

Zur Person
Thomas Scherer schloss das Studium der Humanmedizin 2007 an der Medizinischen Universität Wien ab. Nach einem Studienaufenthalt an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York und Promotion an der Universität Lübeck folgte 2017 seine Habilitation an der MedUni Wien, wo er 2020 die stellvertretende Leitung der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel an der Universitätsklinik für Innere Medizin III übernahm. Neben seiner klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeit ist Scherer auch Modul-Koordinator des Masterstudiums Molecular Precision Medicine an der MedUni Wien. Das Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften fungiert aktuell als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Endokrinologie und Stoffwechsel und erhielt für seine Forschungen viele namhafte Förderungen und Auszeichnungen.

 

© MedUni Wien/feelimage

Francesco Moscato, Professur im Fachbereich Biomedizinische Technik

Vorsteller: Ulrich Steinseifer, RWTH Aachen University, Deutschland

Francesco Moscato forscht an der Schnittstelle von Ingenieurwissenschaften, Medizin und digitalen Technologien. Ein zentraler Schwerpunkt liegt im Bereich Cardiovascular Engineering, wo er intelligente kardiovaskuläre Geräte entwickelt, die durch integrierte Biosensorik und KI-gestützte Datenanalyse neue Möglichkeiten der Vorhersage, Diagnose und Behandlung bieten. Dazu gehören etwa Modelle zur kontinuierlichen Überwachung von Patient:innen mit Herzfehlern, sowie umfassende Simulationen des Zusammenspiels zwischen Herz-Kreislauf-System und implantierbaren Devices – von mathematischen Modellen bis zu experimentellen In-vitro- und In-vivo-Studien.

Ein zweiter Schwerpunkt ist die Medizinische Additive Fertigung (Medical 3D Printing), in der Moscato eine internationale Vorreiterrolle einnimmt. Er entwickelt patientenspezifische Implantate, präoperative Planungsmodelle, chirurgische Trainingssimulatoren sowie hochpräzise 3D-gedruckte, biofunktionale Oberflächenstrukturen für Anwendungen in der Herz- und Neurochirurgie sowie in chirurgischen Eingriffen am muskuloskelettalen System. Seine Forschung verbindet digitale Planung, KI-gestützte Optimierung und High-End-Fertigungstechnologien, um klinische Eingriffe sicherer, vorhersehbarer und personalisierter zu machen.

zur Person
Francesco Moscato forscht am Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der MedUni Wien als einer der führenden Köpfe im Bereich Cardiovascular Engineering und Medical Additive Manufacturing. Er habilitierte 2025 an der MedUni Wien, verfügt über mehr als 100 wissenschaftliche Publikationen und ist vielfach international ausgezeichnet, unter anderem mit dem Paul Dudley White International Scholar Award der American Heart Association und dem Inventor of the Year der MedUni Wien (2024).

Nach seinem Maschinenbau-Studium und einem PhD in Industrial Bioengineering an der Universität Kalabrien (Italien) führte ihn sein Weg 2009 an die MedUni Wien, wo er seitdem in Forschung, Lehre und Technologieentwicklung maßgebliche Impulse setzt. Moscato leitete oder koordinierte zahlreiche nationale und europäische Forschungsprojekte, ist Präsident der International Society for 3D Technologies in Hospitals sowie Deputy Coordinator des Vienna Center for Engineering in Medicine. Seine Arbeit spannt einen Bogen von smarten kardiovaskulären Implantaten über patient:innenspezifische 3D-gedruckte Medizinprodukte bis zu KI-basierten Monitoringlösungen – stets mit dem Ziel, innovative Technologien für eine bessere Versorgung von Patient:innen nutzbar zu machen.


Freitag, 29. Mai 2026

11:00 bis 12:30 Uhr, Hörsaalzentrum der MedUni Wien im AKH Wien
 

© MedUni Wien/feelimage

Michael Bonelli, Professor für Experimentelle Rheumatologie

Die experimentelle Rheumatologie bildet eine zentrale Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und klinischer Versorgung von Patient:innen mit Autoimmunerkrankungen und chronisch entzündlichen Erkrankungen. Durch die enge Verzahnung von präklinischer und klinischer Forschung sollen die molekularen und zellulären Mechanismen dieser Krankheiten besser verstanden werden – mit dem Ziel, neue diagnostische Verfahren und innovative Therapien zu entwickeln.

Michael Bonelli ist stellvertretender Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Universitätsklinik für Innere Medizin III der MedUni Wien und Leiter der Clinical and Translational Science Unit. Sein Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis zu übertragen, um die Klassifikation von Patient:innen zu verbessern, eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen und neue Therapiestrategien zu entwickeln.

„In Zukunft wird die experimentelle Rheumatologie eine noch bedeutendere Schlüsselrolle einnehmen“, erklärt Michael Bonelli, „sie ermöglicht die personalisierte Stratifikation von Patient:innen, eröffnet neue Wege zur gezielten Immunmodulation und beschleunigt die Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis.“

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf zellulären Therapien, die bisher vor allem in der Onkologie eingesetzt wurden. Hierzu zählen CAR-T-Zelltherapien, die das Immunsystem gezielt gegen pathogene Zellen lenken, ebenso wie Ansätze mit regulatorischen T-Zellen, die überschießende Immunreaktionen langfristig kontrollieren können. „Diese innovativen Immuntherapien eröffnen erstmals die Perspektive, Autoimmunerkrankungen nicht nur zu kontrollieren, sondern auch kurativ zu behandeln. Damit steht die experimentelle Rheumatologie an der Schwelle zu einem Paradigmenwechsel, der die Versorgung rheumatischer Erkrankungen grundlegend verändern wird“, sagt Bonelli.

Michael Bonelli ist Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie. Er absolvierte ein Research Fellowship am National Institutes of Health (NIH) im Labor von John O’Shea, wo er die Rolle epigenetischer Modifikationen für Zellstabilität unter inflammatorischen Bedingungen untersuchte. Nach seiner Rückkehr an die Medizinische Universität Wien gründete er eine Arbeitsgruppe an der Abteilung für Rheumatologie. Als Teil des Spezialforschungsbereichs (SFB)-HIT-70 untersucht sein Team epigenetische Veränderungen bei Patient:innen mit Autoimmunerkrankungen mit dem Ziel, diese durch neue epigenetisch wirksame Medikamente zu reprogrammieren.

Darüber hinaus ist er Principal Investigator am Ludwig Boltzmann Institut für Arthritis und Rehabilitation, wo er die Rolle von strukturelevanten Zellen im Immunsystem erforscht – mit besonderem Fokus auf Zell-Zell-Interaktionen als Treiber entzündlicher Gelenkerkrankungen. Ziel seiner Arbeit ist es, neue Therapien für therapierefraktäre Patient:innen zu entwickeln und so die Zukunft der rheumatologischen Versorgung entscheidend mitzugestalten.

Michael Bonelli ist in zahlreiche nationale und internationale Forschungsnetzwerke eingebunden. So untersucht das interdisziplinäre Horizon-Europe-Projekt „DarkMatter“ die Rolle mikrobieller Peptide bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis und systemischem Lupus erythematodes. Im Rahmen des Horizon-Europe-Projekts „SQUEEZE“ arbeitet ein internationales Konsortium daran, die Behandlung von Patient:innen mit rheumatoider Arthritis effizienter, sicherer und individueller zu gestalten. Dabei werden gleichzeitig neue Ansätze entwickelt, um Patient:innen präziser zu stratifizieren und Biomarker für bestehende Therapien zu identifizieren. Im Innovative Health Initiative (IHI)-Projekt „AutoPiX“ wiederum liegt der Fokus auf dem Einsatz künstlicher Intelligenz zur Entwicklung neuartiger bildgebungsbasierter Biomarker, die Diagnose und Therapieüberwachung in der Rheumatologie verbessern sollen.

(c) MedUni Wien/feelimage

Christian Loewe, Professur im Fachbereich Kardiovaskuläre und Interventionelle Radiologie

Der besondere Schwerpunkt der klinischen und wissenschaftlichen Arbeit von Christian Loewe liegt in der Weiterentwicklung der nicht-invasiven Kardiovaskulären Radiologie zur Diagnose, vor allem aber auch zur Risikoprädiktion kardiovaskulärer Erkrankungen. Im Rahmen seiner langjährigen Tätigkeit an der Medizinischen Universität Wien führte er zunächst die nicht-invasive MR-Angiografie, später dann die kardiale Computertomografie in Wien ein und ermöglichte so eine frühe Implementierung dieser innovativen Methoden als klinischer Standard. Derzeit untersucht er als einer der klinischen Partner im Rahmen eines EU-Projekts („AI-POD“) die Aussagekraft CT-basierter Biomarker in der kardiovaskulären Risikoabschätzung bei adipösen Menschen.

Ein besonderes Anliegen von Christian Loewe war und ist die postpromotionelle Lehre und die Förderung junger Radiolog:innen. Er war lange Jahre für die Facharztprüfung Radiologie in Österreich zuständig, sowie auch für das European Diploma of Cardiovascular Radiology. Mit dem „The Cube – unconventional interventional“ etablierte er eine höchst erfolgreiche niedrigschwellige hands-on Aktivität für Radiolog:innen in Ausbildung, um ihnen im Rahmen des alljährlich in Wien stattfindenden European Congress of Radiology (ECR) die Möglichkeit des frühen Kontakts mit interventioneller Radiologie zu ermöglichen.  Am 2. März 2025 wurde Christian Loewe zum Educational and Scientific Director der European School of Radiology (ESOR) ernannt. Die European School of Radiology, die 2026 ihr 20-jähriges Bestehen feiern wird, organisiert und koordiniert die zahlreichen edukativen Aktivitäten der ESR, zu welchen fallbasierte Kurse (online und onsite) ebenso wie die Organisation und Vermittlung von „Visiting Professorships“ in Europa und International und Scholarships, Fellowships sowie wissenschaftliche Gastaufenthalte für junge Radiolog:innen aus Europa und International an europäischen Zentren gehören. Als Mitgründer der Vienna School of Radiology (VISOR) ist Christian Loewe Mitorganisator des Wiener Radiologischen Symposiums sowie von R3 Imaging, einem radiologischen Dreiländertreffen in Konstanz.

Zur Person
Christian Loewe, geboren in Wien, absolvierte seine Facharztausbildung an der Universitätsklinik für Radiologie (heute: Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin) in Wien. Er habilitierte 2004 und leitet seit 2014 die Klinische Abteilung für Kardiovaskuläre und Interventionelle Radiologie der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin (2014 – 2017 interimistisch, seit 2017 definitiv). Er ist Mitglied im Leitungsgremium des Comprehensive Center für Cardiovascular Medicine (CCVM) und des comprehensive Center for Perioperative Medicine (CCPM). Christian Loewe ist Mitglied des Executive Council der European Society of Radiology (ESR), mit ihren mehr als 140.000 individual members eine der weltweit größten Gesellschaften einer medizinischen Fachrichtung, sowie auch Mitglied im Executive Council der European Society of Cardiovascular Radiology. Er ist Deputy Editor der Zeitschrift Insights Into Imaging, dem open access Journal der ESR (IF 4.5).


Anmeldung zu den Antrittsvorlesungen 2026


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Veranstaltungsort

Hörsaalzentrum der MedUni Wien

Universitätsklinikum AKH Wien
1090 Wien, Währinger Gürtel 18-20, Ebene 7

  • Zugang für Gäste: Hörsaalstiege/-lift
    (Beschilderung ab AKH Haupteingang)
  • Zugang für MitarbeiterInnen im AKH Wien auf Ebene 7

Impressionen von Antrittsvorlesungen