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Antrittsvorlesungen

Neue Professor:innen der MedUni Wien stellen sich und ihr Fachgebiet vor
Markus Müller © Matern | MedUni Wien

Als eine der größten medizinischen Universitäten Europas arbeitet die MedUni Wien stetig daran, die besten Köpfe zu gewinnen, um mit Hilfe ihrer wissenschaftlichen Exzellenz und Innovationskraft die medizinische Forschung voranzutreiben, zukunftsweisendes Wissen zu lehren und die fortschrittlichste Behandlung für Patient:innen zu gewährleisten. Die von unseren Mitarbeiter:innen entwickelten Innovationen bieten die Voraussetzungen, mit denen wir die Zukunft der Medizin aktiv mitgestalten können. Mit ihren Antrittsvorlesungen und ihrer Expertise in den unterschiedlichsten Fachbereichen stellen sich neue Kolleg:innen an unserer Universität vor. Ich möchte Sie einladen, diese Gelegenheit zu nutzen, um diese hervorragenden Forscher:innen kennenzulernen und sich mit ihnen interdisziplinär zu vernetzen.

Markus Müller
Rektor der Medizinischen Universität Wien


Die nächsten Termine


Freitag, 20. November 2026

11:00 bis 12:30 Uhr, Hörsaal, Center for Translational Medicine
 

(c) MedUni Wien/feelimage

Tobias Winkler, Professor für Orthopädie

Tobias Winkler bringt langjährige Expertise in hochspezialisierter gelenkerhaltender und gelenkersetzender Chirurgie sowie ein modernes und internationales Netzwerk an translationaler Forschung nach Wien. Besonders setzt der Chirurg auf die Entwicklung und klinische Anwendung innovativer, biologischer Therapien, um die Heilungschancen des Bewegungsapparates bei degenerativen Erkrankungen und nach Verletzungen zu verbessern. Zudem engagiert sich Tobias Winkler als Gründer der Advanced Therapies in Orthopaedics (ATiO) Foundation für den globalen wissenschaftlichen und klinischen Austausch und ist in zahlreichen internationalen Gremien aktiv.

An der MedUni Wien wird sich Tobias Winkler mit seinem Team den drei universitären Kernaufgaben widmen:

Forschung
Der Fokus von Tobias Winkler liegt auf der Translation biologischer Heilungsansätze in der Orthopädie und Unfallchirurgie.

  • Nach der erfolgreichen Leitung des HIPGEN EU-Konsortiums zur Muskelregeneration nach endoprothetischer Versorgung von Schenkelhalsfrakturen, wird Tobias Winkler nun die Koordination des EU-Horizon-Projekts PROTO nach Wien holen. Das Projekt befasst sich mit neuartigen personalisierten Behandlungsstrategien für Arthrosepatient:innen mittels allogener Zelltherapien und sensorbasierten digitalen Trainingsinterventionen. 
  • Ein weiteres im September diesen Jahres startendes EU-Konsortium, welches von Tobias Winkler koordiniert wird, ist SPRiNT. Hier wird das Team von Tobias Winkler die nächsten sechs Jahre regenerative Therapie für  Achilles-Tendinopathien entwickeln.  
  • Die Erforschung von Entzündungsmechanismen und deren Modulation im muskuloskelettalen Gewebe ist ein Schwerpunkt der Forschung von Tobias Winkler. Sein Team untersucht den Übergang von Gesundheit zu chronischen Erkrankungen und Wege präventiv einzugreifen. In den multinationalen klinischen Studien werden insbesondere auch neue Biomarker für personalisierte Medizin entwickelt.

„Mein Ziel ist es, die Brücke zwischen Labor, Sprechstunde und Operationssaal zu schlagen, um Patient:innen neuartige Therapiemöglichkeiten in Kombination mit bereits etablierten Verfahren anzubieten“, betont Winkler.

Lehre und Weiterbildung
In der Lehre setzt Tobias Winkler auf die frühzeitige Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Etablierung von Clinician-Scientist-Programmen, um Forschung fest im klinischen Werdegang zu verankern. Elemente seines eigens für chirurgisch interessierte Studierende und Weiterbildungsassistent:innen entwickelten Surgical-Scientist-Programms wird Tobias Winkler dafür nach Wien mitbringen. Interdisziplinär soll ein verstärkter Fokus auf die Einbindung von Studierenden in internationale Forschungsnetzwerke gelegt werden. In der Facharztausbildung liegt sein Schwerpunkt auf der Vermittlung moderner digital unterstützter Operationstechniken und biologischer Rekonstruktionsverfahren sowie auf dem frühen interprofessionellen Austausch, um eine neue Generation exzellenter Orthopäd:innen und Unfallchirurg:innen an der Schnittstelle zur Wissenschaft auszubilden. 

Medizinische Versorgung
In der medizinischen Versorgung treibt Winkler die Digitalisierung sowie die Etablierung neuartiger, evidenzbasierter Therapien in der Orthopädie und Unfallchirurgie voran. Sein Ziel ist es, durch visionäre Ansätze echten medizinischen Fortschritt zu generieren.
„Wissenschaftliche Evidenz muss klinische Praxis leiten“, so Winkler, der unter anderem neue Versorgungsformen in der Therapie der Protheseninfektion an der Charité Berlin realisiert hat.
„Die moderne Orthopädie & Unfallchirurgie darf nicht stehen bleiben. Wir müssen die Grenzen des derzeit Machbaren aktiv erweitern und neue Therapien auf Basis valider Daten in die Klinik bringen, um die Medizin von morgen zu erschaffen“, so Winkler.

Zur Person
Tobias Winkler studierte Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien und promovierte zum Dr. med. univ. und zum Dr. scient. med. Tobias Winkler wechselte 2004 an die Charité – Universitätsmedizin Berlin, wo er sich 2014 zum Thema Zelltherapie bei Skelettmuskeltraumata habilitierte.

Neben seiner klinischen Tätigkeit, während der er unter anderem eine multidisziplinäre Abteilung für muskuloskeletale Infektionen aufbaute, absolvierte er einen Master for Health Business Administration (MHBA) an der FAU Nürnberg-Erlangen. Seit 2020 hielt er die Professur für Regenerative Orthopädie und Unfallchirurgie an der Charité und dem BIH inne. Für seine wegweisenden Arbeiten erhielt er unter anderem den Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik und den Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Tobias Winkler hat einen Sohn, eine Stieftochter und eine Partnerin. Er interessiert sich für moderne Kunst, spielt Tennis und begeistert sich für gute Ideen.


Freitag, 27. November 2026

11:00 bis 12:30 Uhr, Hörsaal, Center for Translational Medicine
 

(c) MedUni Wien/feelimage

Robert Öllinger, Professor für Chirurgie mit Schwerpunkt Transplantation

Besonders setzt der aus Oberösterreich stammende Chirurg auf minimalinvasive, robotisch assistierte Verfahren, etwa in der Lebendorganspende, der Nierentransplantation sowie in der Leberchirurgie. Zudem engagiert sich Öllinger für Transparenz und Aufklärung rund um das Thema Organspende und ist in mehreren nationalen und internationalen Organisationen und Fachgesellschaften aktiv, darunter Eurotransplant, die Bundesärztekammer und die Deutsche Stiftung Organtransplantation.

An der MedUni Wien wird sich Öllinger mit seinem Team den universitären Kernaufgaben widmen:

Forschung
In der Forschung konzentriert sich der Transplantationschirurg auf drei Themen:
•    die interdisziplinäre Behandlung onkologisch erkrankter Patient:innen mit der Option einer Lebertransplantation („Transplant Oncology“),
•    den Ausbau der maschinellen Perfusion von Spenderorganen mit besonderem Augenmerk auf Evaluation und Verbesserung der Organqualität sowie
•    die Weiterentwicklung von T-Zelltherapien als mögliche Alternative zur derzeit unverzichtbaren, aber nebenwirkungsreichen Immunsuppression.
„In der Transplantationsmedizin erweitert sich das Spektrum der onkologischen Indikationen – diese Entwicklung wollen wir in Wien aktiv mitgestalten“, betont Öllinger.

Lehre
In der Lehre setzt Öllinger auf die frühzeitige Integration von Studierenden in den klinischen Alltag und die Forschung. Interdisziplinär soll ein Transplant-Wahlfach etabliert und ein Curriculum für Transplantationsmediziner:innen entwickelt werden.
In der Facharztausbildung setzt Öllinger auf das Training junger Kolleg:innen an der Roboterkonsole sowie auf gezielte Fellowships für eine neue Generation exzellenter Chirurg:innen – „Wiener Schule“. Auch der interprofessionelle Austausch mit der Pflege soll durch Fortbildungen sowie gemeinsame Projekte und Workshops gestärkt werden.

Medizinische Versorgung
In der medizinischen Versorgung möchte Öllinger neben dem Ausbau des Transplantationsprogramms, der Etablierung der pädiatrischen Transplantation, der engen Zusammenarbeit mit der Viszeral-, Gefäß-, Herz- und Thoraxchirurgie sowie der maschinenperfusionsgestützten „erweiterten Leberchirurgie“ besonderes Augenmerk auf Ergebnisqualität und Interdisziplinarität richten.
„Transplantationsmedizin ist das Paradebeispiel für Teamwork und gelebte Interdisziplinarität und verlangt Höchstleistungen von Patient:innen, Ärzt:innen, Studierenden und dem Pflegepersonal“, so Öllinger.

Zur Person
Robert Öllinger studierte Humanmedizin an der MedUni Innsbruck und promovierte im Jahr 2000. Seine chirurgische Ausbildung absolvierte er an der MedUni Innsbruck unter der Leitung von Raimund Margreiter. 2002/2003 folgte ein Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston bei Fritz Bach. 2007 schloss er seine Facharztausbildung ab, 2008 habilitierte er sich.
Von 2009 bis 2014 leitete Öllinger die Transplantations- und hepatobiliäre Chirurgie an der MedUni Innsbruck. 2014 absolvierte er einen MBA in Internationalem Krankenhausmanagement und wechselte anschließend an die chirurgische Klinik der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dort leitete er die Transplantationschirurgie, gründete 2016 das „Europäische Metastasenzentrum der Charité“ und übernahm 2020 zusätzlich die Sarkomchirurgie. 2018 erhielt er den Ruf auf die Professur für „Spezielle und Rekonstruktive Viszeralchirurgie“ (W2).
Mit seiner Erfahrung in Transplantationschirurgie, onkologischer Chirurgie und translationaler Forschung zählt Öllinger zu den international renommiertesten Vertreter:innen seines Fachgebiets.


Veranstaltungsort

Hörsaalzentrum im Center for Translational Medicine

Lazarettgassenweg
1090 Wien


Impressionen von Antrittsvorlesungen