(Wien, 20-08-2026) Die MedUni Wien verzeichnet beim Förderprogramm „aws Proof of Concept“ einen besonders hohen Erfolg: Derzeit werden insgesamt zehn potenzielle Innovationen aus der medizinischen Forschung mit Unterstützung des Programms weiterentwickelt. Vier Projekte sind bereits 2025 gestartet, sechs weitere wurden 2026 neu bewilligt. Ziel ist es, vielversprechende Erfindungen durch Prototypen, Machbarkeitsstudien und Validierungen entscheidend in Richtung konkreter medizinischer Anwendung weiterzubringen.
Das Proof of Concept-Programm der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) setzt an einer entscheidenden Schnittstelle zwischen Forschung und Anwendung an. Unterstützt werden österreichische Universitäten und Forschungseinrichtungen dabei, die technische Machbarkeit prinzipiell patentierbarer Forschungs- und Entwicklungsergebnisse nachzuweisen und mögliche Anwendungsbereiche zu erschließen.
Für die MedUni Wien ist das Programm ein wichtiges Instrument, um Erkenntnisse aus der Forschung in einem frühen Stadium gezielt weiterzuentwickeln. Gerade in dieser Phase fehlen häufig die Mittel, um aus einer Erfindung einen belastbaren Prototyp zu entwickeln. Die Förderungen schaffen dafür einen wichtigen ersten Entwicklungsschritt und können damit auch die Basis für weitere Förderungen, Kooperationen mit Industriepartnern, Lizenzierungen oder Ausgründungen bilden.
Zehn Projekte aus unterschiedlichen Bereichen der Medizin
Die derzeit geförderten Projekte zeigen die Bandbreite der Innovationen an der MedUni Wien – von neuen chirurgischen Instrumenten und Implantaten über bildgebende und spektroskopische Verfahren bis hin zu neuen Wirkstoffen und Anwendungen künstlicher Intelligenz.
Bereits seit 2025 laufen vier Projekte:
Temporäre selbstresorbierbare und selbsthaltende epikardiale Schrittmacherdrähte für die postoperative Stimulation nach herzchirurgischen Eingriffen – David Santer, Zentrum für Biomedizinische Forschung und Translationale Chirurgie
Raman Spectroscopy for Quantitative Evaluation of Nerves – Aida Naghilou, Universitätsklinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
PathBreaker – gezielte Hemmung fibrotischer Signalwege – Philipp Hohensinner und Patrick Haider, Zentrum für Biomedizinische Forschung und Translationale Chirurgie
Kapselbasiertes konfokales Endomikroskop mit Glasfaser – Qian Li, Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik
2026 kamen sechs weitere erfolgreiche Förderungen hinzu:
Neuartige Wirkstoffe für eine therapeutische Anwendung bei Krebs – Georg Holzmann, Zentrum für Krebsforschung
Intracardiac Solutions – Entwicklung eines minimalinvasiv in das Herz einsetzbaren Schneidwerkzeugs für die endovaskuläre interventrikuläre Septumresektion – Alexander Chaplygin, Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie
AutoCAN – semi-automatisierte Lösung zur Kanülierung von Blutgefäßen in der kardiovaskulären Chirurgie – Karl Schneider, Zentrum für Biomedizinische Forschung und Translationale Chirurgie
MockLoop – mobiler Herz-Kreislauf-Simulator – Thomas Schlöglhofer, Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik
MORPHEDRON – neuartige räumliche biomorphe künstliche Intelligenz – László Papp, Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik
CardEvo – In-vivo-Validierung resorbierbarer kardiovaskulärer Implantate mit antimikrobieller Beschichtung – Manfred Bammer, Zentrum für Biomedizinische Forschung und Translationale Chirurgie
Die zehn laufenden Projekte unterstreichen die Bedeutung des professionellen Technologietransfers an der MedUni Wien: Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen nicht bei der Publikation enden, sondern dort, wo entsprechendes Anwendungspotenzial besteht, systematisch in Richtung neuer diagnostischer und therapeutischer Verfahren, Medizinprodukte und anderer Innovationen weiterentwickelt werden.