(Wien, 10-09-2026) Christian Nitsche von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II der MedUni Wien wird 2026 mit gleich drei wissenschaftlichen Auszeichnungen gewürdigt. Bei der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) erhielt der Kardiologe den Werner-Klein-Forschungspreis sowie das mit 100.000 Euro dotierte ÖKG-Exzellenzstipendium. Bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) von 16. bis 18. September 2026 in Salzburg wird Nitsche zudem mit dem Klaus-Lechner-Preis ausgezeichnet.
Mit dem Werner-Klein-Forschungspreis wurde eine internationale Forschungsarbeit zur KI-gestützten Auswertung von Szintigrafie-Aufnahmen bei kardialer Amyloidose prämiert. Bei dieser Erkrankung lagern sich fehlgefaltete Eiweiße im Herzmuskel ab und beeinträchtigen zunehmend dessen Funktion. Das Forschungsteam entwickelte und validierte ein Verfahren der künstlichen Intelligenz, das auffällige Anreicherungen in Szintigrafie-Aufnahmen automatisiert erkennen und standardisiert beurteilen kann. Analysiert wurden Daten von mehr als 16.000 Patient:innen und rund 19.400 Untersuchungen aus neun internationalen Zentren. Die Studie erschien in The Lancet Digital Health.
Das ÖKG-Exzellenzstipendium unterstützt multizentrische kardiovaskuläre Forschungsprojekte in Österreich. Die kompetitiv vergebene Förderung umfasst bis zu 100.000 Euro und soll insbesondere die Zusammenarbeit mehrerer Forschungsstandorte und langfristige wissenschaftliche Kooperationen stärken.
Klaus-Lechner-Preis für Studie zu Aortenstenose und Amyloidose
Der Klaus-Lechner-Preis der ÖGIM wird für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Inneren Medizin unter besonderer Berücksichtigung klinischer Studien vergeben. Nitsche erhält die Auszeichnung für die im European Heart Journal publizierte Studie „Cardiac transthyretin amyloidosis treatment improves outcomes after aortic valve replacement for severe stenosis“.
Die internationale Studie untersuchte 226 Patient:innen mit Aortenklappenstenose und gleichzeitig bestehender Transthyretin-Amyloidose an 16 Zentren in zehn Ländern. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl der Aortenklappenersatz als auch eine spezifische medikamentöse Behandlung der Amyloidose mit einer höheren Überlebenswahrscheinlichkeit assoziiert waren. Besonders günstig war die Prognose bei Patient:innen, die beide Therapien erhielten.
Zur Person
Christian Nitsche ist Facharzt an der Klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Wien. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Herzklappenerkrankungen, kardiale Amyloidose und die multimodale kardiovaskuläre Bildgebung.