(Wien, 09-09-2026) Ein Projekt der Medizinischen Universität Wien ist mit dem Ars Docendi 2026, dem Staatspreis für exzellente Lehre, ausgezeichnet worden. Der Preis ging in der Kategorie „Gesellschafts- und Nachhaltigkeitsorientierte Lehre“ an Christoph Minichsdorfer, Philipp Pavelka, Thomas Scheidl, Robert Wanderer, Thomas Binder, Anahit Anvari-Pirsch und Stefan Winkler. Die Auszeichnungen wurden im Rahmen einer Festveranstaltung in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner überreicht.
Das Projekt beschäftigt sich mit Wissenschaftskommunikation in der Medizin: KI-gestützte Simulation schwieriger Patient:innen-Gespräche zu neoadjuvanter Brustkrebstherapie und Masernimpfung.
Diese Lehrveranstaltung für Medizinstudierende des 4. Studienjahres vermittelt Wissenschaftskommunikation anhand zweier klinisch relevanter Szenarien: der Aufklärung einer Brustkrebspatientin über neoadjuvante Therapie versus Alternativmedizin sowie der Impfberatung bei Masernimpfskepsis. Die didaktische Konzeption stützt sich auf evidenzbasierte Kommunikationsframeworks (Empathetic Refutational Interviewing, Misinformation Response Model). Mittels KI-gestützter Patient:innen-Simulation im Plenum und anschließendem Moodle-Branching-Szenario mit KI-generierten Reaktionsvideos üben Studierende eigenständig, wie evidenzbasierte Kommunikation auch in schwierigen Gesprächssituationen gelingen kann – inklusive individuellem Feedback für jeden Gesprächsausgang. Eine begleitende Prä-Post-Evaluation bestätigt die hohe Akzeptanz und positive Einstellungstrends.
Ausgezeichnet wurden die Mitglieder des Projektteams:
Christoph Minichsdorfer
Philipp Pavelka
Thomas Scheidl
Robert Wanderer
Thomas Binder
Anahit Anvari-Pirsch
Stefan Winkler
Rekordzahl an Einreichungen
Der Ars Docendi wird für herausragende Leistungen in der Hochschullehre vergeben. 2026 wurden insgesamt 202 Projekte von 462 nominierten Lehrenden an 57 österreichischen Hochschulen eingereicht – so viele wie noch nie.
„Qualitative Hochschullehre schafft Chancen, eröffnet Perspektiven und gibt Orientierung. Umso erfreulicher ist es, dass es heuer beim Ars Docendi so viele Einreichungen und Projekte wie noch nie gab. Das unterstreicht, welchen Stellenwert gute Lehre an unseren Hochschulen hat“, sagte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner anlässlich der Preisverleihung.
Die ausgezeichneten Projekte aller Kategorien sind im Online-Kompendium „Atlas der guten Lehre“ (www.gutelehre.at) dokumentiert.