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Medizinische Daten zu Höhenbelastung nach Lungentransplantation veröffentlicht

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(c) Pablo_Betancourt

(Wien, 16-06-2026) Ein Forschungsteam unter maßgeblicher Beteiligung der Medizinischen Universität Wien hat neue medizinische Daten zur körperlichen Anpassung nach Lungentransplantation unter extremen Höhenbedingungen veröffentlicht. Die Publikation erschien in der Fachzeitschrift Transplant International und beschreibt die Beobachtungen aus der von MedUni Wien-Ärzt:innen initiierten und begleiteten Expedition mit neun transplantierten Teilnehmenden auf den 6.961 Meter hohen Aconcagua in Argentinien im Jänner 2026. 

An der Expedition auf den höchsten Berg Amerikas nahmen acht Personen nach Lungentransplantation sowie ein lebertransplantierter Patient teil. Sie wurden vorab anhand von Lungenfunktions- und Belastungstests sorgfältig ausgewählt und beim 19-tägigen Aufstieg auf den Aconcagua von einem internationalen medizinischen Team, darunter Ärzt:innen der MedUni Wien, begleitet. Die im Lauf der Expedition erhobenen medizinische Daten dokumentieren die Reaktion des Körpers auf die stark reduzierte Sauerstoffverfügbarkeit in großer Höhe. Die physiologischen Detaildaten der aktuellen Publikation beziehen sich vor allem auf den 51-jährigen Patienten, der 2002 am AKH Wien aufgrund von Mukoviszidose lungentransplantiert worden war und an der Universitätsklinik für Thoraxchirurgie der MedUni Wien betreut wird. Er erreichte als einziger transplantierter Teilnehmer und ohne zusätzlichen Sauerstoff den 6.961 Meter hohen Gipfel.

Sorgfältige Vorbereitung und Überwachung
Vor der Expedition absolvierten die Teilnehmer:innen über 36 Tage hinweg mindestens 200 Stunden sogenannter hypoxischer Konditionierung, der spätere Gipfelstürmer kam auf insgesamt 311 Stunden. Dabei wird durch sauerstoffreduzierte Luft eine Höhenumgebung simuliert, um den Körper schrittweise an niedrigere Sauerstoffwerte anzupassen. Während der Expedition erfasste das Forschungsteam kontinuierlich Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Beschwerden der akuten Höhenkrankheit. Die Messungen zeigten deutliche Veränderungen der Sauerstoffversorgung mit zunehmender Höhe. Der Sauerstoffpartialdruck im arteriellen Blut – ein Maß für die Sauerstoffaufnahme in der Lunge – sank von 82 mmHg auf 42 mmHg im Basislager auf 4.350 Metern Höhe. Die Sauerstoffsättigung des Blutes verringerte sich mit zunehmender Höhe auf bis zu 75 Prozent. Gleichzeitig blieb der Säure-Basen-Haushalt stabil, und die Herzfrequenz veränderte sich nur geringfügig. Zur Einschätzung möglicher Höhenkrankheit nutzte das Team den international etablierten Lake-Louise-Score. Dabei wurden lediglich milde bis moderate Beschwerden beobachtet. Schwere höhenbedingte Komplikationen wie Höhenlungenödem oder Höhenhirnödem wurden nicht beobachtet.

Ergebnisse nicht auf alle lungentransplantierten Patient:innen übertragbar
Die Publikation der MedUni Wien verdeutlicht nicht nur, wozu Patient:innen nach einer Lungentransplantation fähig sein können, sondern „auch die Verantwortung und die Umsicht des medizinischen Teams“, heißt es im Editorial des Fachjournals „Transplant International“. Es habe „große Sorgfalt darauf verwendet, seine Patient:innen zu akklimatisieren und zu überwachen, um so die potenziellen negativen Folgen extremer körperlicher Aktivität nach einer Organtransplantation zu vermeiden.“ Die Autor:innen der Publikation betonen jedoch, dass die Ergebnisse nicht auf alle Patient:innen nach Lungentransplantation übertragbar sind. „Die Beobachtungen zeigen aber, dass transplantierte Lungen unter kontrollierten Bedingungen und sorgfältiger medizinischer Betreuung auch bei extremer Sauerstoffarmut funktionell anpassungsfähig bleiben können“, so Jakob Mühlbacher von der Universitätsklinik für Allgemeinchirurgie der MedUni Wien, der die Expedition bis auf den Gipfel begleitet hat.

Publikation: Transplant International
What Is Possible for Patients After Lung Transplantation? The Highest Reported Altitude Achieved by a Lung Transplant Recipient Without Supplemental Oxygen - Climbing Mount Aconcagua (6.961m).
Jakob Mühlbacher*, Alexis Slama, Konrad Hötzenecker, Christina Jelly, Holger Flick, Fedja Dzubur, 
Matthias P. Hilty, Paul Fellinger, Rodrigo Duplessis, Lukas Furtenbach, Ida Valerie Wedenig, Wilfried Wisser, Clemens Aigner, Peter Jaksch.
https://doi.org/10.3389/ti.2026.16591

Editorial: Transplant International
Living Life to the Fullest After Organ Transplantation. 
https://doi.org/10.3389/ti.2026.16595

Presseinformation zur Expedition