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Jürgen Knoblich übernimmt Professur für Synthetische Biologie an der MedUni Wien

Molekularbiologe ist Experte für neuronale Stammzellen und beschäftigt sich mit der Entwicklung des menschlichen Gehirns
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Bild: IMBA/Schartel

(Wien, 01-04-2021) Jürgen Knoblich übernimmt am 1. April 2021 eine Professur für Synthetische Biologie an der MedUni Wien. Knoblich ist wissenschaftlicher Direktor des IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Der Molekularbiologe befasst sich als Forschungsschwerpunkt mit der Biologie von neuronalen Stammzellen.

Die Forschung von Jürgen Knoblich setzt sich mit der Gehirnentwicklung und den genetischen Ursachen von Neuro-Entwicklungserkrankungen auseinander. So ist es der Forschungsgruppe Knoblich gelungen, aus menschlichen Stammzellen Gewebekulturen herzustellen, mit denen sich die Entwicklung des Gehirns nachbilden lässt. Die Kulturen werden aus Stammzellen hergestellt, die sich aus Blutproben von jeder Patientin und jedem Patienten gewinnen lassen. Dadurch ist es der Gruppe bereits gelungen, Erbkrankheiten wie die Mikrozephalie oder die Tuberöse Sklerose nachzustellen. Die Erstellung weiterer Krankheitsmodelle mit dem Ziel, Zellkulturmodelle für die Erforschung von Mechanismen und das Testen von Medikamenten herzustellen, wird das Hauptziel von Knoblich und seinem Team für synthetische Biologie an der MedUni Wien sein.

Jürgen Knoblich, geboren 1963 in Memmingen (Deutschland), arbeitet seit 2004 als Senior Scientist am IMBA und übernahm im Jahr 2018 die Leitung des IMBA als wissenschaftlicher Direktor. Nach seinem Studium der Biochemie an der Universität Tübingen und Molekularbiologie am University College London ging er zunächst an das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie und wechselte 1990 an das Friedrich-Miescher-Labor der Max-Planck-Gesellschaft. Von 1994 bis 1997 war er als EMBO- und Howard Hughes Medical Institute Post-Doc-Fellow an der University of California San Francisco im Labor von Lily und Yuh Nung Jan tätig. Im September 1997 kehrte er als Gruppenleiter an das Institut für Molekulare Pathologie (IMP) nach Europa zurück.

Seine Arbeiten wurden 2009 mit dem Wittgenstein Preis, 2010 und 2016 mit einem ERC Senior Grant, 2012 mit dem Erwin‐Schrödinger Preis der OeAW und 2015 mit der Hans-Krebs-Medaille ausgezeichnet. Jürgen Knoblich ist Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO), der Academia Europaea, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, des Board of Directors der ISSCR (International Society for Stem Cell Research) und des EMBO Council.