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Johannes Knoth und Max Schmid erhalten Forschungsförderungspreis der Erste Bank

Radioonkologen für Studie zu Stadien-Einteilung bei Gebärmutterhalskrebs ausgezeichnet
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(Wien, 06-12-2021) Johannes Knoth und Max Schmid, Radioonkologen an der Universitätsklinik für Radioonkologie und Mitglieder des Comprehensive Cancer Center von MedUni Wien und AKH Wien, wurden für eine Studie zur Stadieneinteilung beim Gebärmutterhalskrebs mittels gynäkologischer Untersuchung und MRT mit dem Forschungsförderungspreis der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ausgezeichnet.

Eine exakte Stadieneinteilung beim Gebärmutterhalskrebs ist wichtig, um die richtige Therapiewahl treffen zu können. Kleine, auf den Gebärmutterhals beschränkte Tumoren werden überwiegend operiert, während über den Gebärmutterhals hinauswachsende Tumoren mittels Radiochemotherapie behandelt werden. Die Stadieneinteilung kann sowohl mittels gynäkologischer Untersuchung als auch mittels Magnetresonanztomografie erfolgen. Knoth und Schmid konnten in einer Studie zeigen, dass es bei den beiden Untersuchungsverfahren im lokalen Tumorstadium Unterschiede im Ergebnis gibt, was therapieentscheidend sein kann. Für die Arbeit, die im renommierten Fachmagazin Gynecologic Oncology veröffentlicht wurde, erhalten sie den Forschungsförderungspreis der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG.

Die Erfassung der Tumorausdehnung ist Grundlage für die Stadieneinteilung und somit ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung über die Therapie von Gebärmutterhalskrebs. Während bislang in erster Linie die gynäkologische Untersuchung die Basis für die Stadieneinteilung (z.B. FIGO2009) lieferte, werden mittlerweile auch moderne bildgebende Verfahren herangezogen (TNM, FIGO2018). Die prämierte Arbeit befasst sich mit den Unterschieden zwischen gynäkologischer Untersuchung und Magnetresonanztomografie (MRT) bei der Stadieneinteilung von Gebärmutterhalskrebs sowie deren Einfluss auf die gängigsten zwei Tumorklassifikationssysteme. Dazu wurde der Datensatz der prospektiven, internationalen und multizentrischen EMBRACE I Studie, welche unter wesentlicher Beteiligung der Medizinischen Universität Wien entwickelt und durchgeführt wurde, ausgewertet. Insgesamt wurden 1.338 Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs sowohl gynäkologisch als auch mittels MRT untersucht und nach definierten Vorgaben behandelt.

Es konnte gezeigt werden, dass in dieser Kohorte bei 27 Prozent der Patientinnen ein Unterschied im lokalen Tumorstadium zwischen beiden Untersuchungsmodalitäten vorlag. In 17 Prozent wurde durch die Anwendung der MRT ein höheres Stadium und in 10 Prozent ein niedrigeres Stadium als mit Hilfe der gynäkologischen Untersuchung festgestellt. Diese Unterschiede bestätigen damit indirekt die neue internationale Tumorklassifikation des Zervixkarzinoms. Vor einer Therapieentscheidung ist ein kritischer und differenzierter Umgang mit den Untersuchungsergebnissen von gynäkologischer Untersuchung und MRT notwendig, um die optimale Therapie festlegen zu können.

Über den Forschungsförderungspreis der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG
Die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG stiftet zur Förderung der wissenschaftlichen Tätigkeit von ÄrztInnen ihren Forschungsförderungspreis, der einmal im Jahr an promovierte MedizinerInnen bis 37 Jahre, die wissenschaftlich arbeiten und in Wien tätig sind, vergeben wird. Der Preis wird von der Ärztekammer für Wien vergeben, wobei die Mitgliedschaft in der Ärztekammer keine Voraussetzung für die Bewerbung ist. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und kann auf maximal drei PreisträgerInnen aufgeteilt werden. Als Einreicher kommen nur ErstautorInnen in Frage, die in den fünf Jahren vor der Einreichung nicht Preisträger des „Theodor-Billroth-Preises“ oder des „Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oestereichischen Sparkassen AG“ waren.

Über Johannes Knoth
Johannes Knoth schloss sein Medizinstudium nach Studienaufenthalten in Spanien und Deutschland 2013 an der MedUni Wien ab. Nach Absolvierung seiner Facharztausbildung an der Universitätsklinik für Radioonkologie der MedUni Wien im Jahr 2019 liegen seine derzeitigen klinischen Schwerpunkte im Bereich der Behandlung von gynäkologischen Malignomen und Sarkomen. Wissenschaftlich ist er in die gynäkoonkologische Forschungsgruppe der Universitätsklinik für Radioonkologie an der MedUni Wien eingebunden und absolviert seit 2019 sein Doktoratsstudium im Programm „Clinical Experimental Oncology“ zum Thema „Ultraschallgestützte Behandlungsplanung des Zervixkarzinoms“. Knoth ist außerdem Mitglied des Comprehensive Cancer Center von MedUni Wien und AKH Wien sowie Mitglied der European Society for Therapeutic Radiology and Oncology (ESTRO) und der Austrian Society for Radiooncology (ÖGRO).

Über Maximilian Schmid
Maximilian Schmid schloss 2009 sein Studium an der Medizinischen Universität Wien ab und war dort bis 2015 als Assistenzarzt tätig. Zusätzlich absolvierte er das Doktoratsstudium "Clinical Experimental Oncology". Aktuell leitet er gemeinsam mit Alina Sturdza die gynäkologische Tumorgruppe und gemeinsam mit Karin Dieckmann die Sarkomgruppe der Universitätsklinik für Radioonkologie. Schmid ist Mitglied der European Society for Therapeutic Radiology and Oncology (ESTRO) und der Austrian Society for Radiooncology (ÖGRO) sowie Teil zahlreicher Fach-Netzwerke auf dem Gebiet der Radioonkologie. Darüber hinaus ist er Erst- und Co-Autor zahlreicher Publikationen und Mitglied des Comprehensive Cancer Center von MedUni Wien und AKH Wien.