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Kaan Boztug übernimmt Professur im Fachbereich Kinderheilkunde und Entzündungsforschung

Spezialist für angeborene seltene Erkrankungen der Blutbildung und des Immunsystems
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(Wien, 07-12-2021) Kaan Boztug, Facharzt für Kinder und Jugendheilkunde und international anerkannter Experte für seltene Erkrankungen der Blutbildung und des Immunsystems, hat mit 1. Dezember 2021 eine Professur (§ 99 Abs. 4 UG) im Fachbereich Kinderheilkunde und Entzündungsforschung an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien übernommen.

Im Rahmen seines medizinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkts im Bereich der angeborenen Immundefekte und Störungen der Blutbildung konnte Kaan Boztug federführend mehr als 15 zuvor nicht bekannte Erkrankungen erstbeschreiben und molekular charakterisieren. Diese Forschungsprojekte haben essentielle Mechanismen der Hämatopoese und Knochenmarksversagen, T- und B-Zell-Regulation und Neutrophilenfunktion aufgeklärt, die richtungsweisend für zukünftige personalisierte Therapieansätze sind.

Für diese herausragenden Arbeiten, die in renommierten high-impact Journalen publiziert wurden, erhielt er auch zahlreiche Preise und internationale Auszeichnungen, darunter den FWF-START-Preis und je ein ERC Starting- und ein ERC Consolidator-Grant. Darüber hinaus wurde ihm unter anderem der Merit-Award der American Society of Hematology, der Kind-Philipp-Preis für Leukämieforschung, der Clemens von Pirquet Preis der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde, der Forschungspreis der Stadt Wien auf dem Gebiet der medizinischen Wissenschaften sowie der Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta Preis für Medizin der ÖAW verliehen.

Seit jeher vereint er als Physician Scientist die Forschung mit der Betreuung und Behandlung von Patienten/Innen mit seltenen und unerkannten Erkrankungen der Hämatopoese und des Immunsystems. Das Ziel seiner klinischen und experimentellen Forschung ist es, die Aktivitäten im Bereich der seltenen Erkrankungen weiter auszubauen und die vorhandenen Synergien interdisziplinärer ExpertInnen zu fördern und Kooperationen zu vertiefen. Sein besonderes Engagement liegt in der Vermittlung dieses translationalen Ansatzes in Lehre und Fortbildung von talentierten jungen ForscherInnen und MedizinerInnen.

„Die exzellente Zusammenarbeit zwischen KlinikerInnen und ExpertInnen aus verschiedenen Disziplinen und Institutionen ist insbesondere im Bereich der seltenen Erkrankungen von essentieller Bedeutung für medizinische Weiterentwicklung und Erfolg. Dies, und mein Bedürfnis für ein tiefes molekulares Verständnis der Ursachen von immunologischen und hämatologischen Erkrankungen, um darauf basierend präzisionsmedizinische Ansätze zu entwickeln, sind mein größter Antrieb!“

Zur Person
Nach seinem Medizinstudium in Düsseldorf, Freiburg und London und einem Doktorat am The Scripps Research Institute in La Jolla/San Diego in den USA absolvierte er seine klinische Ausbildung und postdoktorale Forschungsarbeit an der Medizinischen Hochschule Hannover. 2011 übernahm er die Position als Principal Investigator am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW und ist seitdem auch an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien tätig. Darüber hinaus ist er Leiter des CeRUD Vienna Center for Rare and Undiagnosed Diseases an der MedUni Wien und Oberarzt in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie am St. Anna Kinderspital. Seit 2016 leitet Boztug als Direktor das Ludwig Boltzmann Institute for Rare and Undiagnosed Diseases (LBI-RUD), das mit den Institutionen CeMM, CCRI und MedUni Wien in enger Partnerschaft steht. Seit 2019 ist Kaan Boztug zudem wissenschaftlicher Direktor der St. Anna Kinderkrebsforschung.