Skip to main content English

Internationales Konsortium unter Koordination der MedUni Wien erforscht Melanomrisiko bei jungen Erwachsenen

Alle News
Copyright (c) 2025 Me dia/Shutterstock

(Wien, 28-05-2026) Die Medizinische Universität Wien koordiniert mit PhotoMel ein neues internationales Horizon-Europe-Mission-Cancer-Projekt zur Erforschung von Umweltfaktoren, die das Melanomrisiko bei jungen Erwachsenen beeinflussen können. Im Fokus stehen frühe UVA-Exposition und Wechselwirkungen mit Inhaltsstoffen von Hautpflegeprodukten. Das Konsortium wird von Karin Pfisterer von der Universitätsklinik für Dermatologie der MedUni Wien koordiniert.

Maligne Melanome zählen zu den relevanten krebsbedingten Todesursachen bei jungen Menschen in Europa. Trotz langjähriger Präventionskampagnen bleibt die Erkrankung ein wesentliches gesundheitliches Thema. Das neu bewilligte EU-Projekt PhotoMel setzt genau hier an: Es untersucht, wie UVA-Exposition in Kindheit und Jugend sowie bestimmte Zusatzstoffe in Hautpflegeprodukten die Struktur und Zellen der Haut verändern und dadurch zur Entstehung und frühen Ausbreitung von Melanomen beitragen können.

Ziel des Projekts ist es, biologische Mechanismen besser zu verstehen, die über klassische UVB-bedingte DNA-Schäden hinausgehen. Dafür kombiniert das Konsortium unter anderem Ex-vivo-Hautmodelle, Mutationsanalysen, Untersuchungen der extrazellulären Matrix, räumliche Multiomics-Analysen, moderne Mikroskopie, funktionelle Genomik und computergestützte Modellierung.

Von mechanistischen Erkenntnissen zu Vorhersagemodellen
PhotoMel soll klären, wie chemische Expositionen UVA-bedingte Hautschäden beeinflussen, wie strukturelle und mechanische Veränderungen im Hautgewebe Melanom-Subpopulationen formen und welche Biomarker Rückschlüsse auf ein erhöhtes metastatisches Risiko bei jungen Menschen erlauben könnten. Patient:innenkohorten und retrospektive Datensätze sollen dazu beitragen, die im Projekt entwickelten Modelle zu validieren und molekulare sowie mechanische Veränderungen mit klinischen Verläufen zu verknüpfen.

Die Ergebnisse sollen langfristig zur Entwicklung neuer Biomarker, interoperabler Datensätze und prädiktiver Werkzeuge beitragen. Damit kann PhotoMel Grundlagen für verbesserte Prävention, Risikoeinschätzung und personalisierte Strategien im Umgang mit Melanomen bei jungen Menschen schaffen.

PhotoMel ist Teil des Mission-Cancer-Clusters „Understanding environmental exposure in CAYA“ und adressiert damit zentrale Ziele der europäischen Krebsmission, insbesondere das bessere Verständnis umweltbedingter Einflussfaktoren auf Krebsentstehung und Krankheitsverlauf.

Projektdaten

Projekttitel:
PhotoMel – Decoding Early-Life UVA and Skincare Additive Interactions Driving Melanoma Risk and Progression in Young Adults
Förderprogramm:
Horizon Europe Mission Cancer 
Koordination:
Karin Pfisterer, Universitätsklinik für Dermatologie, MedUni Wien

Konsortialpartner:innen:

A. Medizinische Universität Wien, Österreich – Coordinator
Beteiligte: Karin Pfisterer, Philipp Tschandl, Ichiro Okamoto, Universitätsklinik für Dermatologie
B. CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin, Österreich
Beteiligter: Christoph Bock
C. Universität Leiden, Niederlande
Beteiligter: Roeland Merks
D. European Molecular Biology Laboratory, Deutschland
Beteiligte: Robert Prevedel, Carlo Brevilacqua, Fiona Watt
E. King’s College London, Vereinigtes Königreich
Beteiligte: Maddy Parsons
F. Universität Lund, Schweden
Beteiligte: Kari Nielsen, assoziiert mit Region Skåne
G. Marije Kruis, Österreich
Melanoma Patient Advocate and Communication Expert

Gesamtbudget:
5.709.196,25 Euro
Budgetanteil Medizinische Universität Wien:
2.137.725,00 Euro
Projektstart:
September 2026
Laufzeit:
48 Monate