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ABCSG am ASCO: Erfolgreiche Tradition wird fortgesetzt

(Wien, 05-06-2012) Von 1. bis 5. Juni tagt wieder der Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology. Mit dabei in Chicago sind einmal mehr hochkarätige Vertreter der ABCSG. Die präsentierten Themen reichen vom Östrogenrezeptorgen bei Brustkrebs bis zu neuen Daten zur Wirkung der Zoledronsäure.

Die ABCSG hat in den vergangenen Jahren bereits mehrmals bahnbrechende Studiendaten im Rahmen des Annual Meetings der ASCO präsentiert. So stellte etwa ABCSG-Präsident Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant in den Vorjahren die Ergebnisse von ABCSG-12 vor, die weltweit für Aufsehen gesorgt haben. Es konnte nachgewiesen werden, dass Zoledronsäure die Wahrscheinlichkeit für das Wiederauftreten eines Mammakarzinoms um 28 Prozent reduziert und das Gesamtüberleben der Betroffenen um 36 Monate verbessert.

Auch heuer ist die ABCSG wieder prominent am ASCO vertreten. So präsentiert Univ.-Prof. Dr. Christian Singer von der Frauenklinik der Medizinischen Universität Wien in einer Oral Presentation hochspannende Ergebnisse zum Östrogenrezeptorgen. „In etwa der Hälfte aller Brustkrebsfälle kommt dieses Gen in der Zelle nicht nur doppelt, sondern mehrfach vor“, so Christian Singer. „Wir konnten in unserem abcsg.research-Projekt zeigen, dass Patientinnen, bei denen das Gen vervielfältigt ist, deutlich besser von Tamoxifen profitieren als jene, wo dies nicht nachgewiesen werden konnte.“

ESR1 als unabhängiger Prädiktor
Für die Untersuchungen in dieser Studie wurden Proben von 394 Brustkrebspatientinnen aus ABCSG-06 untersucht. Die Patientinnen waren in ABCSG-06 in den Tamoxifen-Arm der prospektiv geplanten endokrinen Studie randomisiert worden. Untersucht wurden die archivierten Tumorproben. Die immunhistochemische ERα-Expression wurde mittels Allred Score evaluiert, während der ESR1-Genamplifikationsstatus mittels FISH-Analyse über die ESR1/CEN6-Ratio untersucht wurde.

Das Ergebnis kann durchaus als bahnbrechend bezeichnet werden: Der ESR1-Genkopiestatus ist ein unabhängiger und starker Prädiktor für das metastasenfreie und brustkrebsspezifische Überleben postmenopausaler Frauen mit endokrin-responsivem frühem Mammakarzinom, die adjuvant fünf Jahre lang Tamoxifen erhalten haben.

In der Praxis erlauben diese Studienergebnisse, die Singer am ASCO vorstellt, erstmals eine Vorhersage, welche Patientin von Tamoxifen am besten profitiert. „Wir kennen das von HER2 und dem Ansprechen auf die Antikörpertherapie Herceptin“, fasst Singer die Daten zusammen. „Völlig neu ist allerdings, dass dies auch für den Östrogenrezeptor und das Ansprechen auf Tamoxifen gilt. Zum ersten Mal konnte mittels ABCSG-06 somit in einer prospektiv randomisierten Studie mit einer langen Nachbeobachtungszeit gezeigt werden, dass Tamoxifen behandelte Patientinnen sich in Abhängigkeit vom Östrogenrezeptorgen in ihrer Prognose unterscheiden. Es ist bemerkenswert, dass dieser Aspekt in den mehr als 40 Jahren, in denen das Medikament nun beim rezeptorpositiven Mammakarzinom eingesetzt wird, bis heute noch nicht untersucht worden ist“, so Singer.

BMI und Zoledronsäure
Mit dem Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Wirkung der Zoledronsäure in der Brustkrebsbehandlung beschäftigt sich die Poster Discussion Session von Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant und Assistenzprofessor Dr. Georg Pfeiler.

In mehreren prospektiv geplanten Analysen konnte ABCSG-Präsident Michael Gnant bereits zeigen, dass Zoledronsäure nicht nur das krankheitsfreie Überleben, sondern auch das Gesamtüberleben signifikant verlängert. Sowohl ABCSG-12 als auch AZUR und ZO-FAST-Studie wiesen nach, dass dieser Effekt vor allem bei jenen Brustkrebspatientinnen auftritt, die eine komplette Östrogen-Deprivation aufweisen. In einer Re-Analyse der Daten aus ABCSG-12 hat Georg Pfeiler mit Kollegen erstmals zeigen können, dass übergewichtige Patientinnen, vermutlich aufgrund von erhöhten Östrogenspiegeln, generell ein schlechteres Outcome aufweisen als normalgewichtige Patientinnen. Für die aktuelle und am ASCO präsentierte Studie analysierten Gnant und Pfeiler, ob übergewichtige Patientinnen einen geringeren Benefit von Zoledronsäure erfahren als normalgewichtige Patientinnen.

„Zwei Drittel der Patientinnen in ABCSG-12 waren normal-, ein Drittel war übergewichtig“, erläutert Georg Pfeiler. „Unsere Analyse zeigte die gute Wirkung der Zoledronsäure in Bezug auf krankheitsfreies und Gesamtüberleben sowohl bei normal- als auch bei übergewichtigen Patientinnen.“ Der direkte Vergleich von über- und normalgewichtigen Patientinnen, die Zoledronsäure erhalten, zeigt keinen Unterschied zwischen krankheitsfreiem und Gesamtüberleben. „Gemäß dieser Analyse mit Daten aus ABCSG-12 ist Zoledronsäure eine effektive Brustkrebstherapie bei normal- und bei übergewichtigen endokrin behandelten Brustkrebspatientinnen“, so Pfeiler abschließend.