Skip to main content

news

ABCSG-Krebsforschungsnetzwerk mit MedUni Wien-ExpertInnen koordiniert internationale Studie

(Wien, 29-10-2015) Das medizinische Studiennetzwerk Österreichs für klinische Forschung zu Brust- und Darmkrebs (ABCSG) kann einen großen Erfolg verbuchen. In Kärnten wurde die erste Brustkrebspatientin in die sogenannte PALLAS-Studie eingeschlossen, die auf internationaler Ebene eine neue Strategie in der Therapie erproben soll. Die ABCSG koordiniert den internationalen Teil der Studie (außerhalb der USA). Leiter der ABCSG ist der Chef der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien, Michael Gnant.

"Weltweit sollen in 500 Zentren rund 4.600 Brustkrebspatientinnen und Patienten an der Studie teilnehmen, 2.300 der Patienten davon außerhalb der Vereinigten Staaten. Die ABCSG leitet diese Studie für die ganze Welt, das ist für ein relativ kleines Land wie Österreich durchaus bemerkenswert", so Michael Gnant. In den USA ist die Alliance Trial Foundation der Partner für die Abwicklung. "Auf Augenhöhe werden dann die Daten gemeinsam analysiert", sagte Gnant Mittwochabend bei einem Hintergrundgespräch des Comprehensive Cancer Center (CCC) von MedUni Wien und AKH Wien. In Österreich werden 19 Zentren an dem Projekt teilnehmen.

Erprobt wird in der Untersuchung eine neue Strategie in der Nachbehandlung von Brustkrebspatienten beiderlei Geschlechts. Es geht um Patienten, die an einem hormonabhängigen Mammakarzinom im Stadium II oder III (größerer Tumor mit oder ohne Lymphknotenbeteiligung, aber ohne Fernmetastasen) ohne das sogenannte HER2-Charakteristikum erkrankt sind. Sie erhalten nach Operation, Bestrahlung und Chemotherapie (Standard-Erstbehandlung) danach zwei Jahre lang zur Hälfte eine übliche antihormonelle Therapie zur Verhinderung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) oder noch zusätzlich den Wirkstoff Palbociclib.

Palbociclib ist ein neues Medikament (Pfizer), welches Zellwachstums-abhängige Enzyme (CDK4 und CDK6) in den Tumorzellen hemmt und so deren Wachstum blockieren soll. Insgesamt werden rund 350 Millionen US-Dollar für die Studie investiert. Die ersten Zwischenanalysen sollen 2018 und 2020 vorliegen. In den beiden Patientengruppen (Placebo oder das neue Arzneimittel) soll der Effekt auf das krankheitsfreie Überleben (keine Rückfälle) bestimmt werden. Die Forscher erwarten sich neue Informationen, die für einen großen Teil der Brustkrebspatienten in Zukunft für die Therapieauswahl wichtig sein könnte.

Palbociclib ist bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom (Stadium IV) bereits mit gutem Erfolg eingesetzt worden und befindet sich in den USA in einem beschleunigtem Zulassungsverfahren. Die ABCSG ist auch an einer von deutschen Wissenschaftern geleiteten Studie mit dem Medikament bei Frauen mit Brustkrebs und einer Anwendung noch vor der Operation ("neoadjuvant") beteiligt.