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AKH Wien - Medizinischer Universitätscampus: Stadt Wien und MedUni Wien regeln Zusammenarbeit neu

(Wien, 29-08-2013) Das AKH Wien und die MedUni Wien haben gemeinsam eine europaweite Spitzenstellung in der PatientInnenversorgung, Forschung und Lehre. Um auch in Zukunft die Bedeutung der Universitätsmedizin Wien als herausragende Krankenanstalt und exzellente Ausbildungsstätte zu gewährleisten, haben die Stadt Wien als Rechtsträger des AKH Wien einerseits und die Med Uni Wien andererseits nun verbindliche Grundsätze und Eckpunkte für die zukünftige Zusammenarbeit festgelegt. So wird es ab Anfang 2015 erstmals in der Geschichte des AKH Wien - Medizinischer Universitätscampus eine gemeinsame Betriebsführung geben. Leistungen sowie Personal und Budgets werden gemeinsam geplant.

Die eben unterzeichnete Vereinbarung ist damit das erste konkrete Ergebnis eines von der Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely und von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle 2011 initiierten Reformprozesses zur gemeinsamen und effizienteren Steuerung und tritt mit Anfang 2015 in Kraft.

„Die Universitätsmedizin Wien steht gleichermaßen für exzellente PatientInnenversorgung, herausragende Forschung und innovative Lehre – und damit in der gemeinsamen Verantwortung der Stadt Wien und des Bundes. Diese drei Bereiche sind am AKH Wien untrennbar miteinander verbunden und müssen in Zukunft noch stärker miteinander vernetzt werden. Stadt Wien und MedUni Wien schaffen daher völlig neue Rahmenbedingungen für eine verbesserte Zusammenarbeit. Die damit verbundenen Effizienzsteigerungen werden helfen, die herausragende Stellung des AKH und der MedUni Wien in allen drei Bereichen auch für die Zukunft abzusichern. Wir übernehmen gemeinsam Verantwortung für die Zukunft des AKH und leisten so einen nachhaltigen Beitrag für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Österreich", so Stadträtin Sonja Wehsely.

“Internationale Spitzenforschung in Wien ist nachhaltig nur möglich, wenn sich Forschung, Lehre und Klinik in einem ausgewogenen Gleichgewicht befinden. Für die Medizinische Universität Wien ist eine optimale Zusammenarbeit mit einem der größten Krankenhäuser der Welt ein wichtiger Faktor, um die hohe Qualität in Forschung, Lehre und Klinik sichern zu können. Die aktuelle Absichtserklärung trägt dazu bei, dass der Forschungsstandort Wien auch in Zukunft in vielen Bereichen zur internationalen Spitze zählen wird“, sagt Wolfgang Schütz, Rektor der MedUni Wien.

1. Medizinische Exzellenz des AKH Wien für die Zukunft sichern
Die MitarbeiterInnen des AKH Wien behandeln jährlich mehr als 500.000 ambulante PatientInnen, die insgesamt 1,2 Millionen Mal in die Ambulanzen kommen. Insgesamt gibt es 68 Ambulanzen und 356 Spezialambulanzen. Darüber hinaus werden im AKH rund 100.000 PatientInnen pro Jahr stationär betreut. Im Jahr 2012 wurden rund 47.000 Operationen durchgeführt, darunter zahlreiche Transplantationen. 2012 waren es beispielsweise 44 Herztransplantationen und 167 Nierentransplantationen. Für die Betreuung der PatientInnen stehen rund 1.600 ÄrztInnen, 3.000 Krankenpflegepersonen, 1.000 Angehörige der medizinischen, therapeutischen und diagnostischen Gesundheitsberufe und viele weitere MitarbeiterInnen der verschiedensten Berufsgruppen zur Verfügung.

Die Zusammenarbeit von Forschung und Klinik an der MedUni Wien und am AKH Wien hat dem Standort Wien in vielen Bereichen eine internationale Top-Stellung eingebracht.

• Mit rund 120 Lungentransplantationen jährlich liegt die Wiener Universitätsklinik unter den Top 3 weltweit, ähnliche Zahlen können nur noch die Zentren in Hannover und Pittsburgh aufweisen. Generell sind MedUni Wien und AKH Wien beim Organersatz weltweit führend. Von 8.-11. September findet der europäische Transplantations-Kongress ESOT – wie viele andere medizinische Top-Kongresse – in  Wien statt.

• Die Hals-, Nasen-, Ohrenklinik ist weltweit top - vor allem auf dem Gebiet der Cochlea-Implantate. So wurden hier 1977 das erste Mehrkanal-Cochlea-Implantat und 2011 die erste „floating electrode“ als Teil eines Cochlea-Implantats zum Erhalt des Restgehörs sowie weltweit erstmals zwei Gehör-Prothesen kombiniert eingesetzt.

• Die Klinik für Radiologie ist in diesem Jahr das weltweite Referenzzentrum für die 7 Tesla-Hochfeld-Magnetresonanz geworden, für das derzeit hochauflösendste bildgebende Diagnoseverfahren.

• Im Comprehensive Cancer Center (CCC) von MedUni Wien und AKH Wien laufen  Österreichs größte Krebsstudien, die regelmäßig international viel beachtete Erfolge verzeichnen können.

• Generell haben sich die Universitätskliniken im AKH Wien zu einem weltweit angesehenen Zentrum für medizinische Forschung und Spitzenmedizin etabliert. Noch in den 1980er-Jahren lag der wissenschaftliche Output der österreichischen biomedizinischen Forschung 40 Prozent unter dem Weltdurchschnitt. In den vergangenen 20 Jahren konnte das deutlich gesteigert werden: Ein Drittel der gesamten österreichischen Wissenschaftsleistung kommt aus der Medizin, Österreich liegt damit heute 30 Prozent über dem Weltdurchschnitt. Daran haben MedUni Wien/AKH Wien maßgeblichen Anteil.

MedUni Wien zählt zu den 100 besten Medizin-Unis
Diese Erfolge spiegeln sich auch in den internationalen Rankings wider: Im QS University Ranking hält sich die MedUni Wien seit zwei Jahren unter den Top 100 in der Kategorie „Life Science & Medicine“. Im erst diese Woche erschienenen Shanghai-Ranking liegt die MedUni Wien in der Kategorie „Medizin und klinische Pharmazie“ auf Platz 101-150 und ist im Gesamtranking hinter der Uni Wien die Nummer zwei von allen österreichischen Universitäten.
In einem aktuellen internationalen Forschungsranking, in dem die Wahrscheinlichkeit für Spitzen-Publikationen gemessen wird („excellence mapping“), wird deutlich, dass der größte Teil der medizinische Spitzenforschung in Österreich von der MedUni Wien kommt. Die WissenschafterInnen der MedUni, Wien - unter ihnen die ÄrztInnen und Ärzte am AKH – sind außerdem laut österreichischem Forschungs.- und Technologiebericht die am meisten zitierten ForscherInnen Österreichs.

2. Gemeinsame AKH-Leitung mit klarem Arbeitsauftrag
In Zukunft wird es erstmals eine gemeinsame Führung für das AKH Wien geben, die die von Stadt Wien und Medizinischer Universität Wien vorgegebenen strategischen Vorgaben umsetzt und dabei die Schwerpunkte PatientInnenversorgung, Forschung und Lehre gleichrangig behandelt.
Die Vereinbarung setzt in der Zusammenarbeit vielfach neue Maßstäbe: Bei der Umsetzung der gemeinsamen Ziele in der Betriebsführung müssen alle Maßnahmen wechselseitig abgestimmt werden. Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten werden transparent und verbindlich in einer Geschäftsordnung fixiert. Die gemeinsame AKH-Leitung wird erstmals ein gemeinsames Personalmanagement aufbauen. Dafür ist es unter anderem notwendig, den Personalbedarf für alle Berufsgruppen im klinischen Bereich rechtsträgerübergreifend zu planen. Dieser Prozess läuft bereits erfolgreich an. Die gemeinsame AKH-Leitung erhält den expliziten Arbeitsauftrag, Doppelgleisigkeiten in den aktuellen Strukturen zu beseitigen, die Effizienz zu steigern und mangelnde Transparenz zu verbessern.

3. Gemeinsame Planung von Leistungen, Personal und Budgets
Im Rahmen der gemeinsamen Betriebsführung werden die beiden Partner konkrete Leistungsziele und zugehörige Finanzziele definieren, vereinbaren und implementieren. Die AKH-Leitung wird so erstmals eine gemeinsame Leistungsplanung für PatientInnenversorgung, Forschung und Lehre durchführen.

In der Praxis heißt das: Der klinische Bereich der Medizinischen Universität Wien einerseits und die Krankenanstalt (Abteilungen, Institute, etc.) andererseits werden ab Anfang 2015 gemeinsam organisiert. Erstmals in der AKH-Geschichte findet eine gemeinsame Planung von Leistungen, Personal, Aufwendungen für Personal und Sachmittel sowie für Investitionen statt.

Auf Grundlage der gemeinsam erstellten und freigegebenen Leistungsplanung wird ein gemeinsames Budget für den laufenden Betrieb erarbeitet, ebenso ein gemeinsames Budget für Investitionen für das AKH Wien.

Download: „Absichtserklärung betreffend die zukünftige Zusammenarbeit der Medizinischen Universität Wien mit der Stadt Wien am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien – Medizinischer Universitätscampus als Krankenanstalt der Stadt Wien und Klinischer Bereich der Medizinischen Universität Wien“ (PDF)