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Andreas Mangold erhält Erste Bank Forschungsförderungspreis

(Wien, 29-03-2016) Andreas Mangold, Kardiologe an der Universitätsklinik für Innere Medizin II der MedUni, wurde für eine Herzinfarktstudie mit dem Ersten Preis der Erste Bank Forschungsförderung ausgezeichnet. Mangold und KollegInnen fanden heraus, dass aktivierte Immunzellen im Herzkranzgefäß tödliche "NETs" ausstoßen können.

Andreas Mangold erhielt den Preis für seine Studie “Coronary neutrophil extracellular trap burden and deoxyribonuclease activity in ST-elevation acute coronary syndrome are predictors of ST-segment resolution and infarct size.“ Die Studie wurde im Journal „Circulation Research“ (2015 Mar 27;116(7):1182-92.) veröffentlicht.

Herzinfarkt entsteht durch thrombotischen Verschluss der Herzkranzgefäße. Neutrophile Granulozyten sind in Herzkranzthromben von ST-Hebungsinfarkten angereichert. In der vorliegenden Studie hat die Gruppe um Irene Lang diese Neutrophilen näher charakterisiert und vor allem eine rezent entdeckte Eigenschaft – die Bildung von sogenannten Neutrophil Extracellular Traps (NETs) – untersucht. Die Bildung von NETs ist ein effektiver Mechanismus, durch den Bakterien bekämpft werden können. Dabei schleudern Neutrophile den Inhalt ihres Zellkerns, also DNA-Stränge, Histone, aber auch Granula-Proteine, in den Extrazellulärraum, wo ein netzartiges Gebilde entsteht. Diese NETs sind entzündungsfördernd, zelltoxisch und stark thrombosefördernd. Dadurch können Bakterien eingefangen und effektiv bekämpft werden. Dieser Mechanismus wird jedoch auch in thrombotischen Krankheitsbildern aktiviert, wo NETs als Gerüst für Thrombenbildung fungieren könnten.


Mangold konnte zeigen, dass Neutrophile am Ort der Thrombenentstehung im Vergleich zu Neutrophilen im peripheren Blut hochgradig aktiviert sind und NETs erzeugen. Er entdeckte außerdem, dass die Menge an NETs in direktem Zusammenhang mit der Infarktgröße steht.


Ein körpereigener Mechanismus zur raschen Elimination von NETs besteht in der Ausschüttung von Desoxyribonuklease (DNase). Mangold fand heraus, dass, je niedriger die DNase-Aktivität im Herzkranzgefäß, desto höher die Konzentration von NETs ist. Dementsprechend zeigte sich auch, dass eine niedrige DNase-Aktivität mit größeren Infarktarealen in Zusammenhang steht. Zuletzt löste Mangold Herzkranzthromben im Petriglas auf und konnte erkennen, dass durch die Zugabe von DNase die Auflösung signifikant beschleunigt wird. Aus den vorliegenden Daten ergibt sich, DNAse als intravenöses Therapeutikum im Rahmen der Akuttherapie von ST-Hebungsinfarkten anzuwenden.


Über den Preis

Ein Ziel der Ärztekammer Wien ist die Förderung der wissenschaftlichen Tätigkeit von jungen ÄrztInnen. Daher verleiht sie einmal im Jahr zwei Forschungspreise an NachwuchswissenschaftlerInnen, den Theodor-Billroth-Preis und den Forschungspreis der Erste Bank der Österreichischen Sparkassen AG. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und kann auf maximal drei PreisträgerInnen aufgeteilt werden.


Zur Person

Andreas Mangold studierte Medizin an der MedUni Wien und absolvierte rezent sein PhD-Studium an der klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Wien (Universitätsklinik für Innere Medizin II) in der Arbeitsgruppe von Irene Lang. Ein Research Fellowship der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung führte ihn 2013 an die Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seit 2012 arbeitet er als Assistenzarzt an der klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Wien im AKH Wien. Mangold erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, darunter den Young Investigator Award der Coronary Pathophysiology and Microcirculation der ESC (2014) und den Abstract Award des YSA PhD Symposiums der MedUni Wien (2015).


» Pressetext zur Studie