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Auf dem Weg zum Diagnose-Test für die aktive Tuberkulose

(Wien, 10-05-2012) Über einen einfachen Bluttest könnte gezeigt werden, ob eine aktive Tuberkulose vorliegt. Das ist das Ergebnis einer Studie von MedUni Wien-ForscherInnen unter der Leitung von Stefan Winkler von der Universitätsklinik für Innere Medizin I, die jetzt im Top-Online-Journal PLoS ONE veröffentlicht wurde.

178 PatientInnen mit möglicher aktiver Tuberkulose (TBC) wurden untersucht. Bei 60 wurde eine Lungen-TBC entdeckt. Und zwar anhand eines Zytokin-Profils: Bei den PatientInnen mit aktiver TBC wurde eine deutlich erhöhte Anzahl von Typ 1-Zytokin produzierenden CD4-T-Zellen festgestellt.

Winkler: „Diese Erkenntnis könnte dazu führen, dass man in naher Zukunft einen echten Diagnose-Test für TBC entwickeln kann. Die CD4-T-Zellen können in kürzester Zeit im Bluttest nachgewiesen werden, wohingegen der derzeitige Nachweis die Anlage von Kulturen bedingt, was bis zu acht Wochen in Anspruch nimmt.“ 

Tuberkulose ist neben Malaria und HIV eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit. Rund ein Drittel aller Menschen-so wird geschätzt-ist mit dem TBC-Bazillus Mycobacterium tuberculosis infiziert (latente TBC), wovon jährlich um die 9 Millionen erkranken (aktive TBC). Verschiedene Faktoren, die zu einer Schwächung des Immunsystems führen, können zu einer Aktivierung der Infektion mit Ausbruch der Erkrankung führen. In Österreich werden jährlich rund 800 Personen wegen einer aktiven TBC den Gesundheitsämtern gemeldet.

Winkler: „Was aber noch immer fehlt, ist ein effizienter und schneller Test für die aktive TBC. Das identifizierte Zytokin-Profil könnte ein großer Schritt auf dem Weg zum Diagnose-Test sein.“

Service: PLoS ONE
Peripheral T Cell Cytokine Responses for Diagnosis of Active Tuberculosis“. J. Nemeth, H. Winkler, R. Zwick, C. Müller, R. Rumetshofer, L. Boeck, O. Burghuber, S. Winkler. PLoS ONE 7(4): e35290. doi:10.1371/journal.pone.0035290.