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"Bürgermeisterfonds der Stadt Wien " unterstützt Türkan Akkaya-Kalayci und Zeliha Özlü-Erkilic

(Wien, 12-08-2015) Türkan Akkaya-Kalayci und Zeliha Özlü-Erkilic von der Universitätsklinik für Kinder-und Jugendpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien werden bei der Studie über Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund mit Mitteln aus dem Bürgermeisterfonds der Stadt Wien unterstützt. Das Projekt „Eine prospektive Studie über die psychische Befindlichkeit und die Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen: Transkulturelle Risiko- und Resilienzfaktoren“ soll neue Erkenntnisse in der Migrationsforschung bringen und die kultursensible adäquate Behandlung und Betreuung von Personen mit Migrationshintergrund verbessern.

Das Projekt wurde von Türkan Akkaya-Kalayci und Zeliha Özlü-Erkilic von der Ambulanz für Transkulturelle Psychiatrie und migrationsbedingte Störungen im Kindes- und Jugendalter an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie konzipiert.

Psychische Befindlichkeit und die Suizidalität bei Kindern und Jugendlichen
Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an psychischen Störungen und zeigen autoaggressives Verhalten, wobei die Frage nach den Ursachen nach wie vor nicht immer geklärt ist. Bisher gibt es in Österreich keine Studien, die die psychische Befindlichkeit und die Suizidalität von Migrantenkindern explizit untersucht haben.

In dieser Studie wird erstmals die psychische Befindlichkeit und die Suizidalität im klinischen Bereich als auch in der Schulpopulation untersucht. Es wird angenommen, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zusätzlichen migrationsbedingten Belastungsfaktoren ausgesetzt sind, welche die psychische Befindlichkeit negativ beeinflussen und somit deren Suizidalität erhöhen können.  

Es wird erwartet, dass transkulturelle Unterschiede bei Risiko- und Resilienzfaktoren sowohl  die psychische Befindlichkeit als auch die Suizidalität von Kindern und Jugendlichen negativ beeinflussen können.
Da in Österreich erstmals im Rahmen dieser Studie einheimische Kinder mit Migrantenkindern in Bezug auf psychischer Befindlichkeit und Suizidalität vergleichen werden, stellt diese Studie eine essentielle Grundlage für präventive Maßnahmen in diesem Bereich dar.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen sollen Programme entwickelt werden, um Kinder/Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund schon im Vorfeld zu schützen und so das Entstehen psychischer Probleme bzw. autoaggressives Verhalten zu verhindern.

Der „Bürgermeisterfonds der Stadt Wien“
Der "Medizinisch-Wissenschaftliche Fonds des Bürgermeisters der Bundeshauptstadt Wien" ist ein gemeinnütziger Fonds, der 1978 auf Initiative von Bürgermeister Leopold Gratz gegründet wurde, und der zweimal jährlich Forschungsgelder vergibt. Er gewährt finanzielle Unterstützung für wissenschaftliche Forschungsarbeiten von ÄrztInnen, welche in Wien niedergelassen oder unselbständig in Wiener Anstalten (Krankenanstalten, Pflegeheime und Ambulatorien) bzw. im öffentlichen Gesundheitsdienst tätig sind. Die Preise bzw. Förderungen werden zweimal jährlich vergeben.

Zu den Personen
Türkan Akkaya-Kalayci ist Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Zusatzfach Kinder und Jugendneuropsychiatrie, sowie Systemische Familientherapeutin. Sie leitet die Ambulanz für Transkulturelle Psychiatrie und migrationsbedingte Störungen im Kindes- und Jugendalter an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und des im europäischen Raum einzigartigen Universitätslehrganges „Transkulturelle Medizin und Diversity Care“, der im Oktober 2015 starten wird.

Zeliha Özlü-Erkilic ist Klinische und Gesundheits-Psychologin und Systemische Familientherapeutin. Zurzeit promoviert sie an der Medizinischen Universität Wien und ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig. Außerdem arbeitet sie in der FEM-Elternambulanz im Wilhelminenspital und übernimmt türkischsprachige Beratung/Betreuung.

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