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Christian Bergmayr ist Researcher of the Month Oktober 2014

(Wien, 01-10-2014) Die Jury „Researcher of the Month” verleiht die Auszeichnung für den Monat Oktober 2014 an Christian Bergmayr. Anlass für die Auszeichnung ist die 2013 im Top-Journal „Journal of Biological Chemistry (JBC)“ (IF 4.65) erschienene Arbeit: „Recruitment of a cytoplasmic chaperone relay by the A2A-adenosine receptor.”. Die Arbeit entstand unter der Leitung von Christian W. Gruber und Michael Freissmuth am Institut für Pharmakologie der MedUni Wien.

Manipulation und Interaktion zwischen Protein-G-gekoppelten Rezeptoren und Proteinen als therapeutischer Ansatz
In dieser Arbeit, richtete Christian Bergmayr sein Hauptaugenmerk auf den Adenosin A2A-Rezeptor. Die G-Protein-gekoppelten Adenosin-Rezeptoren besitzen eine lange Geschichte als therapeutische Ziele. So ruft z.B. eine Blockade dieser Rezeptoren durch den Antagonisten Caffein eine Anzahl an Effekten im Gehirn, im kardiovaskulären System und in den Nieren hervor.
 In den letzten Jahren rückte der A2A-Rezeptor vermehrt in den Fokus der Immunologen welche sein Potential als Kandidat in der Behandlung von Entzündungskrankheiten untersuchen. Ebenso von Interesse ist die mögliche Rolle des A2A-Rezeptors in der Wundheilung.

Molekularbiologisch betrachtet besitzt der A2A-Rezeptor einige interessante Eigenschaften. Vor allem sein außergewöhnlich langer C-Terminus und die Tatsache, dass sich der Rezeptor einer überprotektiven Proteinfaltungsmaschinerie gegenübersieht, machten ihn für Christian Bergmayr zum Forschungsobjekt.

Durch die Gewinnung von N-terminal gekoppelten A2A-Rezeptoren aus HEK293 Zellen, welche Christian Bergmayr für die Verwendung von Tandem-Massenspektrometrie optimierte, ist es ihm gelungen, Proteine des A2A-Rezeptor Proteinfaltungs-Interaktom zu identifizieren. Damit konnt er die spezifische Interaktion mit den zytosolischen Chaperone HSP90α und HSP70-1A mit dem C-Terminus des A2A-Rezeptors biochemisch nachweisen.

Hier ergibt sich vor allem bei Krankheiten, welche durch Rezeptormutationen hervorgerufen werden, ein potenzielles Anwendungsgebiet.

Wissenschaftliches Umfeld
Christian Bergmayr verfasste seine Dissertation im Programm „Molecular Signal Transduction“ am Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der Medizinischen Universität Wien unter der Betreuung von Christian W. Gruber und Michael Freissmuth. Er war dabei fest eingebunden in die Forschung am Zentrum im Rahmen verschiedener FWF- und EU-Drittmittelprojekte. Sein Forschungsschwerpunkt ist die zelluläre und molekulare Pharmakologie von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren

Zur Person
Christian Bergmayr wurde 1981 in Steyr, Oberösterreich, geboren und maturierte am Bundesrealgymnasium Steyr. Er entdeckte sein Interesse an der molekularen Medizin bei einem Praktikum in der Gruppe von Wolfgang Schneider (MFPL), das er während seines Studiums der Biologie (Studienzweig Mikrobiologie und Genetik) an der Universität Wien absolvierte. Seine Diplomarbeit verfasste er unter der Betreuung von Thomas Czerny und Erwin F. Heberle-Bors (MFPL) mit dem Schwerpunkt in Entwicklungsbiologie. Der nächste Schritt seiner akademischen Laufbahn war das PhD-Studium im Rahmen des Programms der molekularen Signaltransduktion am Institut für Pharmakologie der Medizinischen Universität Wien, das er mit Auszeichnung abschloss. Der Titel seiner Dissertation lautet „Identification of the Folding Interactome of the A2a-Adenosine Receptor“. Seit April 2014 arbeitet er als PostDoc an der Harvard Medical School / Beth Israel Deaconess Medical Center, Boston, in der Gruppe von Wolfgang Junger.

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