Skip to main content

news

COMBACTE-MAGNET: MedUni Wien in neues Projekt für die Entwicklung von Antibiotika involviert

(Wien, 12-02-2015) Zwei Drittel aller Todesfälle aufgrund Antibiotika-resistenter Bakterien werden von multiresistenten, gramnegativen Erregern verursacht. Das belastet die europäische Wirtschaft pro Jahr mit geschätzten 1,5 Milliarden Euro. Das europäische Programm „New Drugs 4 Bad Bugs“ der Innovative Medicines Initiative (IMI) ist eine neue, beispiellose Partnerschaft zwischen Industrie und Hochschulen zur Bekämpfung dieser Antibiotikaresistenz in Europa, an dem auch die MedUni Wien beteiligt ist.

Mit einem Budget von 167 Millionen Euro ist COMBACTE-MAGNET das zweitgrößte IMI-Projekt aller Zeiten. Im Lauf der Projektdauer von sieben Jahren sollen neue Ansätze für die klinische Forschung geschaffen und zwei innovative antibakterielle Moleküle entwickelt werden, die gegen die antibakteriellen Resistenzen von gegen Arzneimittel resistente Krankheitserreger wirken.

Der Programmstart war Ende Jänner 2015. Das Konsortium COMBACTE-MAGNET vereint fünf Partner aus der pharmazeutischen Industrie mit 33 akademischen Partnern wie der MedUni Wien und ist ein wahres Netzwerk an SpitzenforscherInnen aus sieben europäischen Staaten aus dem Fachgebiet der Antibiotikaresistenz.

Die Medizinische Universität Wien wird in dem Konsortium eine Schlüsselrolle spielen: Markus Zeitlinger von der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie (Leiter: Markus Müller) fungiert bei vier von sechs klinischen Phase-I-Studien als Studien- und Arbeitspaketleiter. Dazu gehört auch die erste Studie am Menschen. Neben anderen Zieldaten wird sie pharmakokinetische und Sicherheitsparameter liefern, die das Rückgrat für die Entwicklung eines optimalen Dosierungsschemas bilden, um Patienten mit lebensbedrohlichen Infektionen durch MDR-gramnegative Bakterien zu behandeln.

Zwei Projektsponsoren sind AiCuris und Astra Zeneca mit MedImmune, dem globalen Forschungs- und Entwicklungszweig für Biologika. Neben ihrem Studien-Know-how bringen beide auch ihre neuartigen, gegen Infektionskrankheiten gerichteten Prüfmoleküle ein: MEDI3902 (ein Antikörper gegen Pseudomonas aeruginosa) und AIC499 (ein neues β-Lactam-Antibiotikum).

Das Konsortium wird Phase-I- und Phase-II-Studien durchführen, zu denen auch umfangreiche Studien der Pharmakokinetik bzw. Pharmakodynamik von AIC499 gehören. Dieses Molekül besitzt ein breites Wirkspektrum gegen multiresistente (MDR) gramnegative Bakterien, darunter P. aeruginosa und Acinetobacter-Arten. Alleine oder in Kombination mit einem β-Lactamase-Inhibitor ist AIC499 gegen MDR-Stämme wirksam, die eine Vielzahl an β-Lactamasen produzieren, und bietet somit reelle Aussichten auf eine neue Behandlungsoption.