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Damla Olcaydu

Dr.in
Researcher of the Month - Oktober 2010

 

Warum haben Sie sich für eine wissenschaftliche Karriere entschieden?
Die Wissenschaft und das Forschen haben mich schon als Kind sehr interessiert. Für mich war es immer wichtig und spannend Dingen auf den Grund zu gehen, sie bis ins kleinste Detail zu vestehen und Zusammenhänge erkennen zu können. 

 

Wie verlief Ihr wissenschaftlicher Weg?
Mit der Forschung kam ich am Anfang des Studiums in Kontakt. Ich absolvierte das Wahlfach „Wissenschaftliches Arbeiten“am Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung und war von der Arbeit so begeistert, dass ich beschloss weiterhin als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig zu sein. Nach fast drei Jahren entdeckte ich dann mein Interesse für die Stammzellforschung und die Hämatologie. Also bewarb ich mich an der klinischen Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin I im AKH und lernte Dr. Robert Kralovics vom Forschungsinstitut für Molekulare Medizin (CeMM) kennen. Bei ihm schrieb ich meine Dissertation und schloss damit das Medizinstudium ab. Da ich weiterhin Forschung betreiben wollte und mich die Projekte und Themen, mit denen ich mich am CeMM beschäftigte, sehr interessierten, beschloss ich ein PhD-Studium am CeMM zu beginnen.

 

Was sind Ihre Stärken und wie konnten Sie diese für Ihre Karriere nutzen?
Die Eigenschaften, die mir sicherlich geholfen haben, sind meine Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit. Wenn ich von einer Sache überzeugt bin und mir etwas in den Kopf gesetzt habe, gebe ich nicht auf bis ich mein Ziel erreicht habe. Außerdem bin ich recht perfektionistisch veranlagt und versuche alles was ich tue in der bestmöglichen Art und Weise durchzuführen. In der Forschung ist es vor allem auch wichtig, dass man sowohl Entdeckergeist und Offenheit für Neues mitbringt, und auch den Mut hat, seinen eigenen Weg zu gehen. 

 

Was sind Ihre wichtigsten Ressourcen gewesen, um Karriere machen zu können?
Vor allem meine Familie, die mich immer sehr unterstützt hat und mir sowohl das Studium als auch die wissenschaftliche Tätigkeit ermöglicht hat. 

 

Was war Ihr größter Misserfolg und was haben Sie daraus gelernt?
Einen „größten“ Misserfolg kann ich in diesem Sinne nicht nennen. Man erlebt in der Wissenschaft als auch im Leben immer wieder kleine „Misserfolge“. Das Wichtigste ist, daraus zu lernen. Für mich persönlich war wichtig zu verstehen, dass nicht immer alles funktioniert, nur weil es das theoretisch sollte. Auch, dass man in Situationen, in denen man nicht mehr weiter weiß, versuchen sollte den Überblick zu bewahren. Es hilft nicht sich auf kleine Details zu verkrampfen, denn nur wenn man objektiv, offen und kreativ bleibt, erkennt man die Probleme und findet schneller einen guten – und oft einfacheren – Lösungsweg. 

 

War es für Ihren Karriereverlauf hinderlich, eine Frau zu sein?
Nein, bis jetzt hatte ich noch nie das Gefühl, dass es für mich hinderlich war/ist eine Frau zu sein.

 

Falls Sie Kinder haben: Was ist bzw. war an Unterstützung besonders hilfreich?
-

 

Welchen Ausgleich suchen Sie in Ihrer Freizeit?
Auf jeden Fall die Musik. Das Musizieren – vor allem im Ensemble und Orchester – war immer ein guter Ausgleich und eine Möglichkeit sich auch mit „nicht-medizinischen“ Themen zu beschäftigen und sich mit anderen Menschen auszutauschen. Regelmäßig Sport zu treiben bietet für mich auch eine gute Möglichkeit, entweder alleine zu sein und „abzuschalten“, oder mit Freunden Spaß zu haben. Außerdem versuche ich mich in meiner Freizeit immer wieder mit neuen Themen zu beschäftigen, um wieder einen anderen Zugang, neue Perspektiven und Ansichtsweisen kennen zu lernen. 

 

Tipps und Tricks

  • Den Mut haben, seinen eigenen Weg zu gehen.
  • Kritik ernst nehmen und reflektieren, aber sich nicht (unberechtigter Weise) von dem abringen lassen, woran man glaubt.
  • Versuchen so selbstständig wie möglich zu sein, indem man sich z.B. selbst um die Finanzierung seiner Projekte kümmert.
  • Verantwortung für seine Arbeit übernehmen. Man muss sich mit dem was man tut und leistet identifizieren, hinter seinen Überzeugungen stehen und mit den Konsequenzen umgehen können.
  • Durchhalten, denn fast alle großen Leistungen und Errungenschaften konnten nur durch harte, oft langwierige Arbeit vollbracht werden.
  • Sich niemals entmutigen lassen. Was andere können und geschafft haben, kann man selbst auch erreichen. Es ist nichts unmöglich. Man braucht nur genug Mut und Selbstvertrauen.