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Darmkrebs: Auf der Suche nach dem optimalen Interventionskonzept

(Wien, 20-04-2012) In Österreich erkranken jährlich rund 36.000 Menschen an Krebs, jede/r Achte leidet an Darmkrebs. Bei Frauen ist das die zweithäufigste, bei Männern die dritthäufigste Krebs-Art. Daher ist Darmkrebs auch in der Krankenpflege von großer Bedeutung. In einer bisher in dieser Form noch nie dagewesenen Zusammenarbeit zwischen Medizin, in diesem Fall die Onkologie, und Pflegewissenschaft wird in einem Projekt an der MedUni Wien unter der Leitung von Gabriela Kornek und Christine Marosi von der Universitätsklinik für Innere Medizin I und vom Comprehensive Cancer Center (CCC) in Kooperation mit Hanna Mayer und Sabine Köck von der Universität Wien versucht, das optimale Interventionskonzept für die PatientInnen zu erarbeiten und dadurch die Lebensqualität zu erhöhen.

Das Projekt mit dem Titel „Neue Therapien – Symptomerleben und Syptommanagement im Rahmen einer antianiogenetischen Standardtherapie bei fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom“ wurde im vergangenen Februar mit einem Forschungsentwicklungspreis des Fonds der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung ausgezeichnet, der mit 25.000 EUR dotiert ist.
In dem Projekt werden zunächst 20 PatientInnen befragt, wie es Ihnen mit der antiangiogenetischen Therapie geht, was sie dabei empfinden und welche subjektiven Erfahrungen sie in Bezug auf die Lebensqualität weitergeben können. Aus dieser qualitativen Umfrage wird dann ein Fragebogen erarbeitet, mit dessen Hilfe im Herbst 2012 weitere 300 PatientInnen befragt werden.

Bei der antiangiogenetischen Therapie bekommen die PatientInnen intravenös Antikörper (Bevacizumab). Dabei treten bei fortgeschrittenem Kolorektalkarzinom allerdings stark beeinträchtigende Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Depression, Angst, starke Müdigkeit (Fatigue) und Gelenksschmerzen aber auch – bei einem Prozent der Betroffenen – Darmwandperforationen und andere lebensbedrohliche Nebenwirkungen - auf.

„Das Projekt geht auch der Frage nach, ob leichtere Beschwerden bereits frühzeitig schwerere Beschwerden ankündigen“, sagt Kornek.
„Das Ziel ist ein langfristiges Symptommanagement, um die Betroffenen durch eine adäquate Pflege sowie Beratung und Behandlung beim Umgang mit den erkrankungs- und therapiebedingten Symptomen sowohl im Krankenhaus als auch im Alltag zu unterstützen und dadurch ihre Lebensqualität zu erhöhen“, erklärte Köck.

Service: Bewerbung für Fonds der Stadt Wien
Projekt-Bewerbungen für 2012 sind an den Generalsekretär der Stadt Wien für innovative interdisziplinäre Krebsforschung, Hubert Christian Ehalt, zu richten (Friedr. Schmidt-Platz 5, 1082 Wien; Tel.: 4000-88 742; E-Mail: angelika.lantzberg@wien.gv.at).

Hier finden Sie die Ausschreibung zum Download.