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Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung bei Männern bereits ab dem 45. Lebensjahr ratsam

(Wien 28-09-2011) Rund 5.000 Menschen in Österreich erkranken jährlich an Darmkrebs, die Sterblichkeitsrate liegt bei knapp 50 Prozent. Eine Vorsorgekoloskopie (Darmspiegelung) wird in Österreich mit 50 Jahren – und unabhängig vom Geschlecht – empfohlen. Eine aktuelle Studie der österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie unter der Leitung von Monika Ferlitsch von der Medizinischen Universität Wien kommt aber zu dem Ergebnis, dass bei Männern diese Vorsorgeuntersuchung bereits ab dem 45. Lebensjahr ratsam ist.

Unter der Leitung von Monika Ferlitsch von der Klinischen Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III am AKH Wien wurden im Rahmen des Projekts „Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge“ der österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) und des Hauptverbands der Österreichischen Sozialversicherungen insgesamt 44.350 Vorsorgekoloskopien ausgewertet.

Das Ergebnis: Bei Männern zwischen 50 und 55 Jahren ist das Risiko für Vorstufen und frühe Formen von Dickdarmkrebs, so genannte Adenome, doppelt so hoch wie bei gleichaltrigen Frauen. Weiters wiesen die WissenschafterInnen nach, dass das Adenom-Risiko bei 45- bis 50-jährigen Männern gleich hoch ist, wie jenes bei um zehn Jahre älteren Frauen.

Passend dazu zeigt die aktuelle Auswertung von Statistik Austria, dass die Männer in Österreich doppelt so häufig an Darmkrebs erkranken und daran sterben wie Frauen. Ferlitsch: „Alle diese Aspekte legen nahe, dass das derzeitige Zuweisungsalter zur Vorsorgekoloskopie bei Männern zu hinterfragen ist, um deren Darmkrebs-Neuerkrankungen und die Mortalität zu senken.“ In Österreich ist die Vorsorgekoloskopie ab dem 50. Lebensjahr in den Vorsorgeleistungen der Sozialversicherung verankert.

Auf der Website der ÖGGH (www.oeggh.at/zertifikat ) gibt es einen leicht zu bedienenden Wegweiser für zertifizierte Koloskopiestellen in Österreich. Am AKH selbst werden keine Vorsorgekoloskopien gemacht.

Die Studie wurde jetzt in der aktuellen Ausgabe des renommierten amerikanischen Fachmagazins JAMA (Journal of the American Medical Association) veröffentlicht.

Service: JAMA
“Sex specific prevalence of adenomas, advanced adenomas and colorectal cancer in individuals undergoing screening colonoscopy”; Monika Ferlitsch, Karoline Reinhart, Sybille Pramhas, Caspar Wiener, Orsolya Gal, Christina Bannert, Michaela Hassler, Karin Kozbial, Daniela Dunkler, Michael Trauner, Werner Weiss; JAMA. September 28, 2011; Vol. 306(12):1352-1358. No.12. http://jama.ama-assn.org/content/306/12/1352.short