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Dendritische Zellen beein-flussen Entstehung und Fortschreiten von Psoriasis

(Heidelberg, Wien, 11. September 2014) – Verschiedene Arten von dendritischen Zellen in der menschlichen Haut haben verschiedenartige Funktionen in den frühen und weiter fortgeschrittenen Stadien von Psoriasis, berichten Forscher in der Zeitschrift EMBO Molecular Medicine. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass neue Strategien die Zusammensetzung dendritischer Zellen bei psoriatrischen Hautläsionen zu regulieren, einen zukünftigen Behandlungsansatz für die Krankheit darstellen könnten.

„Wir benötigen dringend neue Wege der Behandlung von Psoriasis; Behandlungen, die den Patienten einen besseren Nutzen bringen und das Auftreten von bekannten Nebenwirkungen der bestehenden Medikamente verringern,“ sagt EMBO-Mitglied Maria Sibilia, Leiterin des Instituts für Krebsforschung an der Medizinischen Universität Wien und eine der führenden Autorinnen der Studie. „Unsere Experimente haben gezeigt, dass eine größere Anzahl von plasmazytoiden dendritischen Zellen wichtige frühe Auslöser der Krankheit sind, während andere Arten von dendritischen Zellen, die Langerhans-Zellen, dazu beitragen die Ausgeglichenheit der Immunantwort zu schützen, die bei einer Entzündung der Haut entsteht.“

Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, die rund 125 Millionen Menschen weltweit betrifft. Symptome, zu denen auch die Bildung von rötlich entzündeten Hautläsionen gehört, variieren von leicht bis schwer. Die Krankheit geht oft mit anderen schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen einher, wie z.B. Diabetes, Herzerkrankungen und Depressionen.

Die Forscher haben eine verstärkte Ansammlung von plasmazytoiden dendritischen Zellen in psoriatrischen Läsionen bei Patienten beobachtet, ebenso bei Mäusen, die als Modellorganismen für das Studium dieser Krankheit fungieren. Plasmazytoide dendritische Zellen sind eine spezielle Art von Immunzellen, die das geschädigte Gewebe in der frühen Phase der Psoriasis infiltrieren können. Im Gegensatz dazu ist die Anzahl einer anderen Art von dendritischen Zellen, bekannt als Langerhans-Zellen, erheblich niedriger in den Läsionen verglichen mit gesunder Haut bei Menschen und Mäusen. Wenn die Anzahl von plasmazytoiden dendritischen Zellen bei Mäusen im frühen Stadium der Krankheit verringert wird, werden die Symptome der Psoriasis unterdrückt. Eine ähnliche Verringerung der Langerhans-Zellen im Frühstadium der Erkrankung hatte keine Auswirkung. Wenn die Anzahl der Langerhans-Zellen im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung gesenkt wurde, haben sich die Symptome der Psoriasis verstärkt.

„Die Veränderung im Schweregrad der Symptome, die wir im Zusammenhang mit der unterschiedlichen Anordnung/Zusammensetzung der dendritischen Zellen beobachtet haben, haben höchstwahrscheinlich Auswirkungen auf die Ausgeglichenheit der Entzündungsmediatoren an der erkrankten Stelle. Es kann gut sein, dass wir durch das Herbeiführen einer günstigen Anordnung/Zusammensetzung von dendritischen Zellen im Frühstadium der Psoriasis vielleicht in der Lage sind die Auswirkungen der Psoriasis zu lindern indem wir eine bessere Ausgeglichenheit dieser Mediatoren an der erkrankten Stelle erreichen. Weitere Forschungsarbeit ist notwendig bevor wir mit Sicherheit sagen können, ob so eine Herangehensweise zu einer praktikablen klinischen Behandlung von Psoriasis führt.“

 

EMBO Molecular Medicine
Specific roles for dendritic cell subsets during initiation and progression of psoriasis - Elisabeth Glitzner, Ana Korosec, Patrick M. Brunner, Barbara Drobits, Nicole Amberg, Helia B. Schonthaler, Tamara Kopp, Erwin F. Wagner, Georg Stingl, Martin Holcmann and Maria Sibilia