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Der Entstehung von Autoimmunerkrankungen auf der Spur

(Wien, 21-12-2010) Im Rahmen des EU-Projekts “INTRICATE" werden die Auswirkungen von Infektionen auf das Entstehen von Autoimmun-erkrankungen erforscht. Leitung bzw. Koordination des Projektes liegen bei Renate Kain  und Andrew Rees, beide vom Klinischen Institut für Pathologie der MedUni Wien.

Bei INTRICATE werden spezifisch die Erkrankungen, bei denen es autoimmunologisch bedingt zur Zerstörung kleiner Gefäße (Small Vessel Vasculitis oder SVV) kommt, als "prototypisches Modell" untersucht. Die genauen Entstehungsmechanismen dieser Krankheiten sind bisher nicht endgültig aufgeklärt, es besteht jedoch ein Zusammenhang mit Infektionen als Auslöser der Erkrankung.

In einem breit gefächerten Ansatz werden PatientInnen in Europa und Nordamerika hinsichtlich genetischer Faktoren, Umweltfeinflüsse und Keime, die an der Entstehung von Vaskulitis beteiligt sein könnten, untersucht. Mit hochmodernen Methoden werden dabei Antikörperprofile, sowohl gegen körpereigene Proteine als auch gegen Bakterienbestandteile, erstellt, um den Mechanismen der infektionsbedingten Autoimmunität auf den Grund zu gehen. Dieser Ansatz lässt die Identifizierung von Biomarkern zur Diagnose und der Therapie der Autoimmunerkrankung erwarten.

Dass Leitung und Koordination dieses Projekts bei Kain und Rees liegen, basiert nicht zuletzt auf einer gemeinsamen Arbeit, die 2008 im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht wurde. Gemeinsam mit dem Leiter des Klinischen Instituts für Pathologie, Univ. Prof. Dr. Kerjaschki, konnte dort erstmalig und schlüssig ein molekularer Zusammenhang zwischen einer bakteriellen Infektion und der Entstehung von entzündlichen Gefäßerkrankungen bewiesen werden. In weiterer Folge dieser Forschungsarbeit wurde schließlich auch das Konsortium gegründet, das jetzt für INTRICATE verantwortlich zeichnet.

Zum Projekt:
INTRICATE ist ein medium scale collaborative project, das im Rahmen des 7. Rahmenprogramms von der EU mit knapp 6 Mill. Euro gefördert wird. Das Projekt wird von Ao. Univ. Prof.in Dr.in Renate Kain, PhD an der MedUni Wien mit Hilfe der Managementfirma gabo:mi in München koordiniert und unter der Projektleitung von FMedSci FRCP Univ. Prof. Dr. Andrew Rees durchgeführt. Dem Konsortium gehören 11 internationale Partner (8 akademische Partner, 2 Klein- und Mittelbetriebe, 1 Managementfirma) an, darunter renommierte WissenschafterInnen der Max Planck Gesellschaft München, des Universitätskrankenhauses Groningen, der Technischen Universität Dänemark, der Universität  Cambridge, des Universitätsklinikums Bonn, der Mayo Clinic und der Universität Stanford.