Skip to main content

news

Deutlich verbesserte Heilungsaussichten nach einer Fraktur

(Wien, 11-08-2011) – Besonders ältere Menschen haben nach einer Fraktur eine oft sehr lange Leidenszeit vor sich, bis der Bruch geheilt ist. Bisher gab es keine therapeutischen Methoden, um die Heilungsdauer zu beeinflussen oder zu beschleunigen. Jetzt hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe unter der Leitung von Gerold Holzer von der Universitätsklinik für Orthopädie an der Medizinischen Universität im AKH Wien herausgefunden, dass eine so genannte systemische Parathormon-Therapie die Dauer der Heilung deutlich verkürzt, die Schmerzen mindert, frühere Mobilität ermöglicht und auch neue Behandlungsaussichten für jüngere Menschen eröffnet.

Nachgewiesen wurde das in einer prospektiven Studie an einer Gruppe von 65 älteren Frauen mit Osteoporose, die Frakturen des Beckens erlitten hatten, bei denen aber kein chirurgischer Eingriff notwendig war. Das Ergebnis: Die Therapie mit Parathormon 1-84 (einmal täglich) verkürzt die Heilungsdauer in der Behandlungsgruppe – sowohl mittels Computertomographie nachgewiesen als auch anhand geringerer Schmerzen und früherer Mobilität – um durchschnittlich fünf Wochen. In der Behandlungsgruppe dauerte die Heilung der Beckenfrakturen sieben bis acht Wochen, normalerweise sind es rund 13 Wochen.

Fachmagazin: „Faszinierende Aussichten“
Die Hauptursachen für Frakturen bei älteren Menschen sind Stürze und Osteoporose. Diese sind mit einer hohen Morbidität und Mortalität verbunden. Während bei jüngeren Menschen die Frakturheilung nach wenigen Wochen erfolgt, dauert sie bei älteren PatientInnen mit schlechtem Allgemeinzustand und schlechter Knochenqualität wegen Osteoporose oft sehr viel länger. Das bedeutet für ältere Menschen für lange Zeit eine enorme Einschränkung ihrer Lebensqualität.

Die Resultate der Studie, an der sich Gerold Holzer von der MedUni Wien, Peter Peichl und Lukas Holzer vom Evangelischen Krankenhaus Wien und Richard Maier vom Thermenklinikum Baden bei Wien beteiligten, könnten ganz neue Möglichkeiten in der Frakturbehandlung an sich, nicht nur bei Osteoporose, bedeuten.

Die Arbeit wurde im renommierten Magazin „Journal of Bone and Joint Surgery – American Volume“ veröffentlicht. Dort heißt es in einem Kommentar des bekannten Frakturforschers Thomas Einhorn, dass die Entdeckung „faszinierende Aussichten“ für die Behandlung nach einem Bruch – auch für jüngere Menschen – eröffne.

Service
» “Parathyroid Hormone 1-84 Accelerates Fracture Healing in Pubic Bones of Elderly Osteoporotic Women” veröffentlicht in “Journal of Bone and Joint Surgery – American Volume”. Autoren: Peter Peichl, Lukas A. Holzer, Richard Maier, Gerold Holzer.