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Die Lebensqualität verbessern – auch mit Musik

(Wien 15-02-2012) Die PalliativmedizinerInnen an der MedUni Wien im AKH Wien haben alle ihre Bemühungen einem Ziel verschrieben: „Es geht um die Verbesserung der Lebensqualität in der den betroffenen Menschen verbleibenden Zeit“,  sagt Herbert Watzke von der Universitätsklinik für Innere Medizin I. Dazu zählt auch der Einsatz der so genannten Musikmedizin, bei der es um die Wirkung von Tönen auf die PatientInnen geht, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden. Das Ergebnis: „Musik wirkt heilsam, auch wenn keine Heilung im engeren Sinn möglich ist.“

Mit Hilfe des Künstlers Konstantin Wecker, dessen Mutter auch lange Zeit in einer palliativmedizinischen Abteilung gepflegt worden ist, soll die Musikmedizin in der Palliativstation an der MedUni Wien im AKH Wien gefördert werden. Der Reinerlös fließt zu 50 Prozent direkt in die Abteilung, um notwendige Anschaffungen zu tätigen. Die andere Hälfte kommt Caritas-Projekten zu Gute. „Zudem erhoffen wir uns, dass Weckers Beispiel Schule macht. Dieses Projekt soll eine Fortsetzung mit anderen Musikern haben“, sagt Klaus-Felix Laczika von der Universitätsklinik für Innere Medizin I.

Der Internist Laczika arbeitet seit drei Jahren mit Musiktherapie und Musikmedizin auf der Intensivstation. Bei der Musiktherapie handelt es sich um eine „Dreierbeziehung“ zwischen Therapeut, PatientIn und der Musik. Bei der Musikmedizin sucht sich der oder die PatientIn die Musik aus, beim Hören wird die Wirkung gemessen.

Musik wirkt heilsam
Laczika hat experimentell die Atmung und die Herzfrequenzvariabilität von Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und des Publikums bei einem Mozart-Konzert gemessen. „Jedes Mozart-Klavierkonzert ist eine Hochschaubahn sämtlicher menschlicher Existenzzustände, von Ekstase bis zu Friede und Humor, die mittels modernster Stressforschungstechnik sichtbar gemacht werden können“, erklärt Laczika.

Dieses Sichtbarmachen von Stress und Entspannung ist auch bei schwerkranken KrebspatientInnen auf der Palliativstation möglich. „Auch bei ihnen ist Musik ganz allgemein in der Lage, Körper und Geist je nach Vorgabe in einen entspannten oder stimulierten Zustand zu versetzen und damit die Lebensqualität zu heben“, sagt Watzke, der Österreichs einzige Professur für Palliativmedizin besetzt. Konstantin Wecker hat sich übrigens bereit erklärt, sich vor und während eines „musikalischen Dialogs“ auf der Bühne verkabeln zu lassen und somit selbst an der Studie teilzunehmen.

Service: Projekt "HAUTNAH begleiten"
Benefiz zu Hospiz- und Musikmedizin
Konstantin Wecker im musikalischen Dialog mit Klaus-Felix Laczika
(Klavier), Thomas Staudinger (Gesang)
Samstag, 17. März 2012, 14.30 Uhr, Ehrbar Saal, Mühlgasse 30, 1040
Wien

Tickets:
Ö-Ticket (www.oeticket.com) und Stadtinitiative Wien (www.stadtinitiative.at).