Skip to main content

news

Drei neue Professuren schärfen das Profil

(Wien, 25-02-2010) Mit drei neu geschaffenen Professuren baut die Medizinische Universität Wien die Forschungs- und Lehrkompetenz ihrer Forschungscluster aus: Siegfried Trattnig erhält die neue Professur für Radiologie mit Schwerpunkt Hochfeld-MR, Harald Sitte jene für Psychopharmakologie, Berthold Streubel ist Professor für Zytogenetik. Alle drei Experten stellten schon bisher ihr Know How und Innovationskraft in den Dienst der MedUni Wien.

Siegfried Trattnig, Professor für Radiologie mit Schwerpunkt Hochfeld-MR
Univ. Prof. Dr. Trattnig ist Pionier auf dem Gebiet der multiparametrischen oder biochemischen Bildgebung des Knorpels und der Bandscheibe mit MR Sequenz- und Methodenentwicklung auf Basis der Translational Research, also der klinisch orientierten Forschung. Seine weltweite Expertise spiegelt sich in zahlreichen Funktionen in internationalen Gesellschaften und Gutachtertätigkeit für renommierte wissenschaftliche Journale und Forschungsfonds, darunter auch das National Institute of Health (NIH) wider. Aufgrund seiner Forschungsarbeiten zählt das Exzellenzzentrum für Hochfeld MR der MedUni Wien, das seit Herbst 2008 auch mit einem der weltweit ersten 7 Tesla Ultrahochfeld-Magnetresonanztomgraphen ausgestattet ist, zu den international führenden Zentren für fortgeschrittene muskulo-skeletale MR mit einer besonderen Expertise in multiparametrischer oder biochemischer MR-Bildgebung. Zu seinen nächsten Zielen meint Trattnig: „Gemeinsam mit meiner Funktion als Leiter des Exzellenzzentrums für Hochfeld MR, möchte ich dieses als weltweit anerkanntes klinisches Imaging Zentrum für 7 Tesla etablieren.“ Weiters möchte Trattnig die internationalen Kooperationen im Ultrahochfeld-MR Sektor ausbauen und Wien als Testsite für Firmen, die Spulen für 7 Tesla herstellen, weiter stärken.

Harald Sitte, Professor für Psychopharmakologie
Univ. Prof. Dr. Harald Sitte arbeitet am Zentrum für Physiologie und Pharmakologie, Institut für Pharmakologie an der MedUni Wien und beschäftigt sich mit der Wirkung von Amphetaminen, Kokain und anderen psychotomimetischen Substanzen auf molekularer Ebene. Im Zentrum seiner auf anspruchsvollen biochemischen, mikroskopischen, elektrophysiologischen und molekularbiologischen Techniken basierenden Arbeit steht die Erforschung der molekularen Eigenschaften von Neurotransmitter-Transportern. Es sind dies Proteine, die an synaptischen Strukturen konzentriert und dort für eine rasche Entfernung von Neurotransmittern (neuronalen Botenstoffen) verantwortlich sind, die von Nervenzellen bei jeder elektrischen Erregung an ihren Endungen (Synapsen) frei gesetzt werden. Auch Amphetamin und Kokain interagieren in erster Linie mit diesen Transportproteinen. Während Amphetamine von diesen Proteinen als Substrat erkannt und folglich transportiert werden, blockiert Kokain auf der anderen Seite eben diese Transportproteine. „Wir sind daran interessiert, zu verstehen, wie der Prozess des Transports und der Transportblockade im atomaren Detail funktioniert, um diese Kenntnisse schließlich über die zelluläre Ebene in die klinische Ebene weiterzuführen und erwünschte aber auch unterwünschte Substanzeffekte zu erklären“, meint Sitte. Als Leiter des Spezialforschungsbereiches SFB35 »Transmembran-Transporter in Gesundheit und Krankheit« strebt Sitte die stärkere Integration und Translation von Grundlagenforschung in Struktur/Wirkungsbeziehungen sowie Zellbiologie in die klinische Forschung an.

Berthold Streubel, Professor für Zytogenetik
Der Humangenetiker Univ. Prof. Dr. Berthold Streubel erforscht am Klinischen Institut für Pathologie die Zusammenhänge zwischen genetischen und pathologischen Daten um so neue Erkenntnisse zur Entstehung und Klassifikation von Krankheiten zu gewinnen. Bisherige Schwerpunkte sind dabei die Charakterisierung zytogenetischer und molekulargenetischer Veränderungen in Tumoren und die molekularzytogenetische Darstellung genetischer Veränderungen in der Tumormikroumgebung. Seit 2001 hatte Streubel das Zytogenetische Labor am Klinischen Institut für Pathologie aufgebaut und geleitet, 2007 auch ein Genetisches Labor am Prince Court Medical Centre in Kuala Lumpur/Malaysia etabliert. Die Kombination von Genetik und Pathologie unter derselben Struktur ist international gesehen selten. Streubel sieht gerade darin weitreichende Chancen in einem großen Aufgabenbereich: „Beginnend von angeborenen genetischen Erkrankungen im prä- und postnatalen Bereich bis zu erworbenen genetischen Erkrankung im Sinne von Tumorerkrankungen können wir durch Korrelation genetischer und pathologischer Daten und in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken neue Erkenntnisse gewinnen.“ Als Vision sieht Streubel eine „genombasierte individualisierte Medizin, wobei eine umfassende genetische Charakterisierung der einzelnen PatientInnen möglich sein sollte.“

Rektor Wolfgang Schütz zu den Berufungen: „Mit den zuletzt neu geschaffenen Professuren hat die MedUni Wien wesentliche Beiträge zur Gestaltung einer modernen, patientenzentrierten und individualisierten Medizin geliefert und wird einmal mehr ihrer Rolle als weltweit größte Medical School gerecht.“