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Durch Händehygiene schützt man sich selbst – und andere

(Wien 30-04-2014) Richtige Händehygiene ist eine der wichtigsten und einfachsten Maßnahmen, um sich selbst und andere vor Infektionen zu schützen und die Ausbreitung krankmachender Erreger effektiv zu verhindern. Im Alltag ist es zumeist ein Schutz für sich selbst oder den engsten Familienkreis, im Krankenhaus aber ist es vor allem ein Schutz für die anderen. Daher haben MedUni Wien und AKH Wien bereits 2012 die Kampagne „Reine Hände retten Leben“ gestartet. Mit Erfolg: Die Händehygiene-Compliance an MedUni Wien und AKH Wien konnte damit um mehr als zehn Prozent gesteigert werden.

 

Der Welttag der Händehygiene jährt sich am kommenden Montag zum 6. Mal. Dieser Tag wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 2009 eingeführt, um die Bedeutung der Händehygiene für die Medizin hervorzuheben und um mehr Aufmerksamkeit auf diese elementare, präventive Maßnahme zu lenken.

 

Das AKH Wien gewährleistet für seine PatientInnen höchste Hygienestandards. Um diese zu verankern bzw. noch zu steigern, werden laufend Kontrollen durchgeführt und Schulungen abgehalten. 2012 wurde die gemeinsame Kampagne „Reine Hände retten Leben“ von MedUni Wien und AKH Wien ins Leben gerufen. Dabei werden die MitarbeiterInnen mithilfe von Plakaten, Stickers, Buttons und Informations-Aussendungen für die Thematik Händehygiene sensibilisiert.

 

Aber was ist richtige Händehygiene im Spital? Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat für den Spitalsbetrieb fünf Momente definiert, bei denen eine Desinfektion der Hände vorgenommen werden soll:
- Vor direktem PatientInnenkontakt. 
- Vor Tätigkeiten, bei denen eine Übertragung von Erregern nachweislich Infektionen verursachen kann (sogenannte aseptische Tätigkeiten, z.B. Anhängen einer Infusion).
- Nach Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien wie Blut, Speichel oder Harn.
- Nach direktem PatientInnenkontakt.
- Nach Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung der PatientInnen, also z.B. beim Verlassen des Zimmers.

 

Händehygiene dauert weniger als 30 Sekunden


„Händehygiene ist einfach, effektiv und dauert weniger als 30 Sekunden“, sagt Elisabeth Presterl, Leiterin der Universitätsklinik für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle der MedUni Wien/AKH Wien. Zahlreiche Studien beweisen, dass Händedesinfektion das Auftreten von nosokomialen Infektionen verhindert, also Infektionen, die mit dem Aufenthalt oder mit der Behandlung in einem Krankenhaus assoziiert werden. Durch effiziente Händehygiene können Krankenhausinfektionen um geschätzte 40 Prozent reduziert werden.

 

Auch das Tragen von medizinischen Handschuhen ersetzt die Händehygiene nicht, betont Ojan Assadian von der Universitätsklinik für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle: „Vom Nutzer nicht erkennbare Mikroperforationen treten regelmäßig und mit zunehmender Tragedauer häufiger auf, wodurch sie Erregern erlauben, unbemerkt durchzutreten und die Hände zu kontaminieren. Aus diesem Grund müssen die Hände immer nach dem Tragen von Handschuhen desinfiziert werden.“

 

Regelmäßige und korrekt durchgeführte Händehygiene (etwa 20 bis 30 Sekunden langes Verreiben eines alkoholischen Präparates, auch zwischen den Fingern) beugt auch Infektionen im Alltag vor. „So wurde zum Beispiel gezeigt, dass das Risiko von Atemwegs- oder Durchfallerkrankungen dadurch verringert werden kann“, so Presterl. Im Alltag ist es vor allem ein Schutz für sich selbst. Vor allem während Pandemien wie etwa in Zeiten der Influenza würde sich zusätzlich  Händedesinfektion empfehlen, so die Expertin. Weiters sei es zum Schutz anderer etwa bei einer Durchfall-Erkrankung ratsam, nach der Toilette selbst saubere Hände zu desinfizieren.