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Ehrendoktorat der MedUni Wien für Carl Djerassi

(Wien 12-12-2012) Rektor Wolfgang Schütz verlieh am Mittwoch, 12. Dez. dem 89-jährigen Erfinder der „Pille“ Carl Djerassi das Ehrendoktorat der Medizinischen Universität Wien.

Carl Djerassi ist eine der großen Persönlichkeiten der Medizin des 20. Jahrhunderts. 1923 in Wien geboren, emigrierte er 1938 in die USA. Als Chemiker hatte er zunächst eine neue Synthese von Cortison beschrieben und mit 28 Jahren jene von Norethisteron erarbeitet; eine Entdeckung, die die Welt veränderte, da damit der Weg zu einer völlig neuen Form der Empfängnisverhütung geebnet war. Djerassi gilt daher als Erfinder der „Pille“.

In ihren Reden würdigten MedUni Wien - Rektor Wolfgang Schütz, Senatsvorsitzender Arnold Pollak und Laudator Carl Aigner, Direktor des Landesmuseum Niederösterreich, den heute 89-jährigen Djerassi nicht nur als herausragenden Wissenschafter, sondern als große und vielseitige Persönlichkeit des zwanzigsten Jahrhunderts, als bedeutenden Förderer und Sammler von Kunst und als erfolgreichen Schriftsteller.

Wolfgang Schütz: „Die Medizinische Universität Wien spricht mit dieser Ehrung für Carl Djerassi ihren Dank für die Zusammenarbeit mit ihren Ärztinnen und Ärzten, Wissenschafterinnen und Wissenschaftern und deren Beratung aus.“

Arnold Pollak: „Über all diese Verdienste und Leistungen von Carl Djerassi hinaus geht es der Medizinischen Universität mit dieser Ehrung um ein wichtiges Zeichen: Nämlich mit Carl Djerassi auch einen jener Menschen zu würdigen, die für die oft zitierte ´Vertreibung der Vernunft´ aus den Schulen und Universitäten dieses Landes stehen. Einen jener Menschen, die vor Verfolgung und Vernichtung durch den nationalsozialistischen Terror aus diesem Land fliehen mussten und in der Emigration Großes leisteten – und denen dieses Land oft allzu lange nicht die Hand gereicht hat.“

Carl Aigner beschrieb Carl Djerassi in seiner Laudatio als „aus der Kultur der Wiener Moderne kommenden Renaissance-Menschen, dessen Leben von Kunst und Wissenschaft bestimmt war und ist“. Als Direktor der damals neuen Kunsthalle Krems hatte Aigner im Jahr 1999 Djerassi kontaktiert, um für eine Paul Klee - Ausstellung Werke auszuleihen. Mittlerweile hat der Kosmopolit Djerassi die Österreichische Staatsbürgerschaft erlangt, Wien wieder zu einem seiner Wohnort gemacht und einen großen Teil seiner Klee Sammlung – der größten weltweit – der Wiener Albertina anvertraut.