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Einzigartige Technologie in der Lungenforschung im Einsatz

(Wien, 25-11-2011) Als dritte medizinische Universität weltweit nach Bern und Mainz setzt die MedUni Wien seit wenigen Wochen die MMIMS-Technologie in der Lungenforschung, eine innovative Erweiterung der konventionellen MIGET-Methode zur Überwachung und Messung der Lungenfunktion, ein. Damit unterstreicht die Medizinische Universität auch ihre Top-Position in der Lungenforschung an der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin unter der Leitung von Klaus Markstaller.

MIGET steht für „Multiple Inertgas-Eliminationstechnik“ und gilt als experimenteller Goldstandard zur Bestimmung der Verteilung von Ventilations- und Perfusionsverhältnissen in der Lunge. MMIMS steht für „micropore membrane inlet mass spectometry“.

Wesentlich leichtere Handhabung durch MMIMS
Mithilfe von MIGET lässt sich die Gesamtleistung der Lunge sehr gut bestimmen und kontrollieren – allerdings ist die Methode sehr aufwändig. Das Verfahren, das derzeit praktiziert wird, basiert auf einer indirekten Bestimmung der im Blut gelösten Inertgase. Das Problem besteht darin, dass die im Blut gelösten inerten Gase vor der Analyse extrahiert werden müssen und dass zuvor die Löslichkeit für jedes Inertgas individuell gemessen werden muss. Hierbei ist eine relativ große Probenmenge (ca. 20 – 40 ml Blut) für jede MIGET-Messung erfoderlich, gefolgt von einer mehrstündigen Bestimmung der Gase. Markstaller: „Diese Methode ist somit nur in hoch spezialisierten Forschungslabors unter großem Aufwand durchzuführen.“

Durch den Einsatz von MMIMS ist die Handhabung wesentlich vereinfacht, sodass die aufwändige Methode erstmals auch für den klinischen Routine-Einsatz geeignet scheint. „MIGET mit MMIMS stellt damit eine frühere Entdeckung von Lungenkrankheiten und ein sensitiveres Therapiemonitoring in Aussicht“, sagt James Baumgardner von der amerikanischen Firma Oscillogy LLC, die medizinisches Equipment herstellt, und MMIMS erfunden hat.

Baumgardner stattete der Abteilung von Klaus Markstaller vergangene Woche einen Besuch ab und nahm zugleich am dritten „in vivo-Versuch“ mit MMIMS an der Medizinischen Universität Wien teil. Derzeit wird die Methode „nur“ in präklinischen Studien eingesetzt. Baumgardners Einschätzung: „In vier Jahren könnte es auch zum Einsatz am Patienten in der Klinik kommen.“