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Elektronische Voranmeldung für Medizinstudium in Österreich startet am 1. Februar

(Wien, 29-01-2010) Möglichkeit für Self Assessments ab März – Meduni Wien gegen Experimente mit Sozialtests wie in Graz

Am kommenden Montag startet die elektronische Voranmeldung zum Studium an den österreichischen Medizinischen Universitäten. Ab 1. Februar kann man sich online drei Wochen lang für das Studium der Human- und Zahnmedizin registrieren (www.eignungstest-medizin.at). Im März folgt dann die persönliche Anmeldung. Gemeinsam sind beide Anmeldungen Voraussetzung für  die Teilnahme am in Wien und Innsbruck durchgeführten EMS-Test am 9. Juli. Testort in Wien wird wieder das Austria Center sein.

Auch heuer stehen in Wien ab dem Wintersemester 2010/11 insgesamt 740 Studienplätze (660 Human- und 80 Zahnmedizin) zur Verfügung.

Self-Assessment bei Probelauf erfolgreich – Angebot ab März 2010
Zusätzlich bietet die Medizinische Universität Wien heuer erstmalig ihren StudienanwärterInnen ein so genanntes Self-Assessment an, bei dem die KandidatInnen sich selbst anonym über studienrelevante Persönlichkeitsmerkmale testen können. Die Studieninteressierten füllen dabei komplett anonym einen Fragebogen aus und bekommen so Auskunft über diese Merkmale in Form eines Vergleiches mit mehreren Gruppen von Studienrichtungen.

Der an der MedUni Wien für das Studium zuständige Vizerektor Rudolf Mallinger unterstreicht die Vorteile dieser Selbsteinschätzung vor dem Aufnahmetest: „Bei diesem Vorscreening kann jede/r für sich selbst und ohne den Druck eines Zulassungsverfahrens die Schlussfolgerungen aus dem Ergebnis ziehen. Dieser Ansatz ist für die so genannten `soft skills´ besser, weil Verfälschungstendenzen hier eine deutlich geringere Rolle spielen.“

Ein erster Probelauf dazu mit 800 StudentInnen in den vergangenen beiden Monaten ist viel versprechend verlaufen und lieferte relevante Vergleichswerte.

Kritik an erweitertem Grazer Zulassungsverfahren
In diesem Zusammenhang kritisiert Vizerektor Mallinger auch den erweiterten Zulassungstest an der Medizinischen Universität Graz: „Gegen den in Graz verwendeten Sozialtest als Teil des Zulassungsverfahrens sprechen schwerwiegende konzeptionelle und methodische Mängel, die keine ausreichende Prognosekraft zulassen.“ Letztendlich wurde nach einer Evaluierung des Sozialtests festgestellt, dass auf den Einsatz verzichtet werden sollte, weil die richtigen bzw. sozial erwünschten Antworten zu leicht zu erkennen sind. Nur 60% der ExpertInnen sind sich darüber hinaus einig, welche Antwort die richtige ist. Eine seriöse Bewertung des Testergebnisses sei kaum möglich. Es handle sich dabei eher um einen Gesinnungs- als um einen Eignungstest. „Ich bin strikt gegen Experimente mit Sozialtests“, so Mallinger abschließend.