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Entwicklung eines neuen HPV-Impfstoffes als eines der Forschungshighlights des vergangenen Jahres

(Wien, 09-02-2016) Ein neuer Impfstoff gegen HPV-Infektionen hat das Potenzial, 90 Prozent aller Erkrankungen, die durch den humanen Papillomavirus ausgelöst werden, zu verhindern. Die internationale Studie unter der Leitung von Elmar Joura von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien, die im Februar 2015 im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, ist nun von der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in ihrem Jahresbericht als eines der Forschungshighlights in der Krebsprävention gewürdigt worden.

Die ASCO ist die weltweit bedeutendste Fachgesellschaft auf dem Gebiet der klinischen Onkologie. In ihrem Jahresbericht „Clinical Cancer Advances 2016: ASCO’s Annual Report on Progress Against Cancer“ präsentierte sie die internationale Studie unter Führung der MedUni Wien als eines der Forschungshighlights auf dem Gebiet der Krebsprävention des vergangenen Jahres.

In Österreich erkranken jährlich bis zu 400 Frauen an invasivem Gebärmutterhalskrebs. In mehr als 90 Prozent der Fälle sind HP-Viren dafür verantwortlich. Laut Statistik Austria sterben daran 150 bis 180 Patientinnen. Außerdem lösen onkogene HP-Viren auch Karzinome an Vulva, Vagina, aber auch am Anus und dem Rachen aus. Damit sind sind auch Männer häufig betroffen.

Neun Subtypen der Humanen Papillomviren sind verantwortlich für rund 85 Prozent der Krebsvorstufen am Gebärmutterhals und an anderen anatomischen Regionen.

Mit dem neuen, hochwirksamen Impfstoff ist es nun möglich, diese zu einem überwiegenden Teil zu verhindern. Der neue Impfstoff ist bei Gebärmutterhalskrebs um 20 Prozent wirksamer als der bisherige 4-fach-Impfstoff, bei den Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs sogar bis zu 30 Prozent und bei den anderen Krebsarten (z.B. Vaginal- oder Analkarzinom) um fünf bis 15 Prozent.

Großer HPV-Kongress in Salzburg
Von 15.-18. Juni 2016 findet in Salzburg der wichtigste europäische HPV Kongress statt (www.eurogin.com/2016/). Im Rahmen dieses internationalen Kongresses gibt es auch eine deutschsprachige, hochkarätig besetzte Fortbildungsveranstaltung (17. bis 18. Juni), die einen kompakten Überblick über die aktuellen HPV Themen bietet. Elmar Joura von der MedUni Wien und Thomas Iftner von der Universität Tübingen teilen sich die Präsidentschaft dieses Kongresses.

Neue HPV-Studie geplant

Für den Herbst 2016 ist der Start einer großen europäischen HPV-Impfstudie mit dem neuen nonavalenten Impftsoff für erwachsene Frauen geplant, die Universitätsklinik für Frauenheilkunde wird hier wieder ein wichtiges Studienzentrum darstellen (Kontakt: sophie.pils@meduniwien.ac.at).

» ASCO’s Annual Report

» Presseaussendung zur Studie

» Link zur Publikation im New England Journal of Medicine