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Erste große Leber-Teilentfernung mit Laparoskopie im AKH Wien gelungen

(Wien 02-11-2011) Einem Team der Medizinischen Universität Wien unter Leitung von Klaus Kaczirek und Gerhard Prager von der Universitätsklinik für Chirurgie am AKH Wien ist die erste große Leber-Teilentfernung (Resektion) mittels Laparoskopie, also schonender als bei einer offenen Operation, gelungen. Das ist die erste derartige Leberresektion in Wien.

Bei der Laparoskopie erfolgt der Eingriff über wenige kleine Schnitte. Die Instrumente werden durch die Bauchdecke eingeführt („Schlüssellochchirurgie“). Die Vorteile dieses minimal-invasiven Operationsverfahrens für die PatientInnen gegenüber der offenen Operation: Raschere Erholung und damit kürzerer Krankenhausaufenthalt, geringere Schmerzbelastung, weniger Verwachsungen, frühere Belastbarkeit und wegen der minimalen Schnittlänge ist auch die Gefahr eines eventuellen späteren Narbenbruchs minimal.

Bei kleineren Leber-Teilresektionen wird diese Operationsmethode am AKH Wien bereits als Standard eingesetzt, in diesem Fall handelte es sich erstmals um die Entfernung der gesamten rechten Hälfte der Leber bei einem 64-jährigen männlichen Patienten mit Leberzellkrebs.

„Das ist eine Pioniertat. Der Patient konnte einen Tag nach dem Eingriff bereits wieder spazieren gehen“, sagt Klaus Kaczirek, Experte für Leberresektionen an der MedUni Wien, der den Eingriff leitete. „Das ist bei der offenen Operations-Methode nicht möglich.“ Die Laparoskopie ist eine technisch sehr anspruchsvolle Methode, die erst in wenigen Zentren weltweit angewandt wird. Kaczirek: „Und nicht jeder Patient kommt dafür in Frage, das hängt auch von der Physiognomie des Patienten ab oder von der Lage des Tumors.“

Rund 150 Leber-Teilentfernungen pro Jahr werden am AKH Wien durchgeführt. Rund 30 Prozent kommen für die neue Methode in Frage. Kaczirek: „Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass sie nach heutigem Wissen onkologisch gleichwertig ist, also genauso nachhaltig.“