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Experten: Klinische Forschung ist weit mehr als Pulverl-Testen

(Wien, 20-05-2011) Symposium zum Internationalen Tag der Klinischen Forschung 2011 in Wien

Klinische Forschung ist weit mehr als Pulverl-Testen für die Pharma-Industrie. Das erklärte der Leiter des Koordinierungszentrums für Klinische Studien (KKS) der Medizinischen Universität Wien, Johannes Pleiner, anlässlich des Internationalen Tags der Klinischen Forschung 2011 gegenüber der APA. Der Tag wurde mit einem Symposium am Freitag in Wien begangen.

"Von den an der Medizinischen Universität Wien rund 1.000 durchgeführten klinischen Studien pro Jahr werden lediglich 100 bis 150 von der Industrie finanziert", so Pleiner. Allerdings seien diese 100 bis 150 Projekte die finanziell am besten unterstützten, räumte der Experte ein. In der Mehrzahl der Studien würden aber weniger die Wirkstoffe selbst, sondern etwa das subjektive Befinden der Patienten im Mittelpunkt stehen. Nach dem Motto: Was nützt ein Mittel, das nachweislich den Blutdruck senkt, sich das Wohlbefinden der Betroffenen aber nicht steigert.

Die Einbeziehung der Patienten, sei es über die einzelnen Probanden oder auch über Organisationen, ist laut Pleiner ein großer Trend in der klinischen Forschung. "Wie fühlen sie die Patienten oder wirkt sich Therapie XY tatsächlich lebensverlängernd aus?" seien wichtige Fragen geworden.

Ein weiteres Ziel, das sich die Wissenschafter zunehmend auf die Fahnen geheftet haben, ist die Erforschung von seltenen Krankheiten. Mit Erkrankungen, die lediglich 100 oder 200 Mal pro Jahr auftreten, ist zwar wenig Geld zu verdienen, dennoch muss diesen Patienten geholfen werden. Als Beispiele für solche Krankheiten nannte der Experte etwa Schmetterlingskinder" oder die zystische Fibrose.

Die klinische Forschung ist nicht zuletzt ein wichtiger Faktor für die Beschäftigung vor allem von Nachwuchswissenschaftern. So arbeiten österreichweit etwa 1.400 Vollzeit-Wissenschafter über die Mittel der klinischen Forschung, berichtete Barbara Weitgruber vom Wissenschaftsministerium. Der ambivalenten Haltung der Bevölkerung gegenüber dieser Wissenschaft soll mit Information und Aufklärung begegnet werden.

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