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ExpertInnen der MedUni Wien im Spitzenfeld der internationalen Transplantforschung dabei

(Wien, 21-04-2015) Das 35. Meeting der „International Society for Heart and Lung Transplantation“ (ISHLT) in Nizza von 16. bis 18. April 2015 stand heuer im Zeichen von Studien zu Kunstherzen sowie der Organerhaltung. In diesen Bereichen konnten auch ForscherInnen der MedUni Wien mit Studienteilnahmen international aufzeigen. Den Vorsitz führte diesmal Transplant-Experte Andreas Zuckermann von der MedUni Wien.


Kongressschwerpunkte waren heuer: Die weltweit erstmals berichteten Ergebnisse von zwei großen VAD-Studien (ENDURANCE; ROADMAP). Dabei handelt es sich einerseits um Zweijahressergebnisse bei Destinationstherapie mit VAD (Ventricular Assist Device, Kunstherz) und andererseits eine Vergleichsstudie von VAD mit konservativer Therapie. In beiden Studien konnten deutliche Verbesserungen in den Ergebnissen mit mechanischer Unterstützung gezeigt werden.


Eine weitere große prospektiv randomisierte Studie (GRIPHON) bei PatientInnen mit pulmonaler arterieller Hypertonie konnte eine signifikante Verbesserung der Morbidität und Mortalität um 40 Prozent zeigen. Irene Lang von der klinischen Abteilung für Kardiologie der MedUni Wien scheint als eine der Co-Autorinnen auf.


Weitere Hauptthemen des Kongresses waren neue Technologien in der Preservation von thorakalen Organen. Einerseits wurden ex vivo Perfusion bei Lunge (die MedUni Wien war hier unter anderen mit den Ergebnissen einer prospektiv randomisierten Studie bei Lungen-Transplantation vertreten – Alexis Slama, Clemens Aigner) aber auch bei Herzen von DCD (Donation after Cardiac Death)-Spendern diskutiert. Sowohl im experimentellen aus auch im klinischen Setting ist diese Technologie ein Fortschritt in der Transplantation.


Für Aufmerksamkeit sorgte eine neue experimentelle Technologie, die von der Harvard-Universität vorgestellt wurde. Bei „Super cooling“ zeigte sich im Tiermodell, dass Organe auf unter 0 Grad Celsius abgekühlt werden können, ohne einzufrieren und nach mehr als 48 Stunden erfolgreich transplantiert werden können.


Ebenfalls Thema waren die neuen Guidelines der ISHLT zur pathologischen Diagnose der durch Antikörper mediierten Abstoßung bei Lungentransplantation und die neu adaptierten Guidelines zur Listung zur Herztransplantation (unter Wiener Beteiligung).


„Der Kongress hat wieder gezeigt das die Meduni Wien mit an der internationalen Spitze  der Forschung im thorakelen Transplantbereich, mechanischer Unterstützung und pulmonaler Hypertonie steht“, erklärt Günther Laufer von der klinischen Abteilung für Herzchirurgie, „mehr als 15 Abstracts und Vorträge aus Wien oder multizentrische Studien mit Wiener Beteiligung wurden präsentiert".


Zum ISHLT-Meeting

Das 35. Meeting der ‘International Society for Heart and Lung Transplantation’ ist das größte Meeting der Welt, das sich mit ‘advanced stage heart and lung failure, thoracic transplantation, mechanical circulatory support and pulmonary hypertension’ beschäftigt. Mehr als 3000 TeilnehmerInnen aus allen Kontinenten haben daran vom 16. bis 18. April 2015 teilgenommen, es wurden 1000 Abstracts präsentiert. Als Kongresspräsident fungierte: Andreas Zuckermann von der MedUni Wien, der dem Wiener Herztransplantprogramm an der klinischen Abteilung für Herzchirurgie (Leitung: Günther Laufer) der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien vorsteht.