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Förderungen für drei Kooperationsprojekte der MedUni Wien

(Wien, 26-02-2015) Drei Kooperationsprojekte der MedUni Wien erhalten im Rahmen der Prototypenförderung „PRIZE“ Förderungen aus dem Programm „Wissenstransferzentren und IPR-Verwertung“. Das vom Wissenschaftsministerium lancierte Programm wird vom Austria Wirtschaftsservice abgewickelt.

Eine internationale Fachjury hatte aus den Einreichungen für die Prototypenförderung „PRIZE“ 13 Projekte zur Förderung vorgeschlagen, drei davon unter Mitwirkung der Medizinischen Universität Wien. "Insgesamt stellen wir erneut mehr als 1,44 Millionen Euro für die Entwicklung patentfähiger Prototypen zur Verfügung. Damit stärken wir den Wissenstransfer und die Kooperation von Universitäten und Forschungseinrichtungen", sagte Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner zum Ergebnis von PRIZE 2014.

"Die hohe Qualität und Relevanz der Projekte bestätigt, wie wichtig die Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die wirtschaftliche Praxis ist. Genau diesen Punkt wollen wir mit unserer Prototypenförderung gezielt unterstützen und setzen dabei besonders auf die Bündelung wissenschaftlicher Stärkefelder in Österreich", betonte Mitterlehner. Voraussetzung dafür seien sowohl kooperative Universitäten als auch die effiziente Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen.

Die drei geförderten Projekte unter Beteiligung der MedUni Wien:

Prototypen eines neuartigen Herzklappenimplantats, das mit einer minimalinvasiven Operationsmethode kombiniert wird (in Kooperation mit der Technischen Universität Wien)
Die Mitralklappe richtet den Blutstrom in Richtung Ausstrombahn der linken Herzkammer und dichtet gegen einen Rückstrom des Blutes in die Lunge ab. Bei Dysfunktion ist die Klappe undicht, was zu deutlicher Atemnot führt. Das klassische Krankheitsbild einer Herzinsuffizienz und die damit verbundene Symptomatik beeinflussen dramatisch die Lebensqualität der betroffenen PatientInnen. Dies macht eine Rekonstruktion der Klappe oder auch einen Klappenersatz durch eine Operation am offenen Herzen notwendig. Eingriffe am offenen Herzen gehören zu den schwerwiegendsten Operationen, die am menschlichen Körper durchgeführt werden und können oft wegen schweren Begleiterkrankungen oder aus Altersgründen gar nicht angeboten werden. Die beschriebenen Umstände waren der Anlass zur Entwicklung einer weniger invasiven Operationsmethode und einer damit verbundenen, wesentlich schnelleren post-operationalen Rehabilitation. Das nun vorgestellte Konzept soll die Wahrscheinlichkeit von postoperativen Komplikationen substanziell verringern.
Die zum Patent angemeldete, durch PRIZE geförderte zugrundeliegende Erfindung stellt nun ein neuartiges Mitralklappenimplantat kombiniert mit einer minimalinvasiven Operationsmethode dar. Das Implantat bietet einen Ersatz für ein defektes hinteres Mitralklappen-Segel und stellt die Koaptation mit dem vorderen Segel wieder her. Durch präoperative 3D-Bildgebung wird die native Klappe abgebildet und die Form des künstlichen Segels für optimale Koaptation (temporärer Verschluss durch das Aneinanderlegen beider Segelhälften) an die des vorderen Segels angepasst. Das Implantat kann somit individuell im PatientInnen-Herz entfaltet und verankert werden.
Das PRIZE-Projekt wird als Kooperation zwischen der Medizinischen Universität Wien unter der Leitung von Werner Mohl an der Universitätsklinik für Chirurge und der Technischen Universität Wien durchgeführt. Fördersumme: 150.000 Euro (davon ca. 110.000 Euro MedUni-Wien-Anteil).

Ein tumorspezifischer Inhibitor wurde erstmalig synthetisiert, um dessen Verteilung im Körper zu untersuchen (in Kooperation mit der Universität Wien)
Petra Heffeter und Walter Berger (Institut für Krebsforschung der MedUni Wien) sowie Christian Kowol und Bernhard Keppler (Institut für Anorganische Chemie der Uni Wien) erhalten die Förderung (145.000 Euro) für ihr Kooperationsprojekt – eine Arbeit über die Reduktion von Nebenwirkungen in der modernen Krebstherapie.
Die Studie wurde Ende September 2014 im Fachjournal "Angewandte Chemie, International Edition" („Tumor-Targeting of EGFR Inhibitors by Hypoxia-Mediated Activation“, 2014, 53, 12930–12935) veröffentlicht und beschäftigt sich mit einer Strategie zur Reduktion der manchmal schweren Nebenwirkungen von zielgerichteten Wirkstoffen und der Vermeidung von Therapieresistenzen. Fördersumme: 145.000 Euro (davon ca. 75.000 Euro MedUni-Wien-Anteil).
» Presseaussendung der MedUni Wien zur Studie


Testung von einfach herzustellenden, biokompatiblen und synthetischen Blutgefäßersatzmaterialien (in Kooperation mit der Technischen Universität Wien)
Trotz seit Jahrzehnten umfangreicher Forschungstätigkeit zeigt der künstliche Ersatz von kleineren Blutgefäßen (Herzkranzgefäße, Beinarterien) keine zufriedenstellenden Ergebnisse. In Kooperation mit der Technischen Universität Wien (Robert Liska) werden an der Medizinischen Universität (Abteilung für Biomedizinische Forschung/Helga Bergmeister u. Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik, Heinrich Schima) neue abbaubare Polymere für den künstlichen Gefäßersatz entwickelt. Die Polymere haben sehr gute biomechanische Eigenschaften und weisen eine hervorragende biologische Verträglichkeit auf. Die Struktur der Gefäßprothesen aus Nano-und Mikrofasern fördert die Einwanderung gefäßspezifischer Zellen. Fördersumme: 147.600 Euro (davon ca. 53.400 Euro MedUni-Wien-Anteil).

» Wissenstransferzentren und IPR-Verwertung