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Forschende der MedUni Wien mit dem Wirtschaftskammerpreis 2015 ausgezeichnet

(Wien, 21-07-2015) David Weidenauer, Konstantin Bergmeister und Magdalena Sophie Eilenberg von der MedUni Wien wurden jeweils mit dem Wirtschaftskammerpreis 2015 ausgezeichnet. Die Forschenden der MedUni Wien werden für ihre Projekte mit Mitteln aus dem Universitätsfonds der Wiener Wirtschaftskammer unterstützt.

Alljährlich können wissenschaftliche MitarbeiterInnen über ihre Universitäten wirtschaftsrelevante Forschungsprojekte bei der Wirtschaftskammer Wien einreichen. Die besten Projekte werden aus dem Universitätsfonds der Wirtschaftskammer Wien mit dem Wirtschaftskammerpreis gefördert. Ziel der Förderung ist die stärkere Vernetzung der Wiener Universitäten mit der Wiener Wirtschaft. Interessierten Unternehmen wird damit die Gelegenheit geboten, sich an innovativen Forschungsprojekten zu beteiligen. Gleichzeitig bietet sich für die ProjektleiterInnen eine Chance, ihre Projekte mit Unterstützung der Wirtschaft in die Praxis umzusetzen.

David Weidenauer (Universitätsklinik für Innere Medizin, Klinische Abteilung für Kardiologie):
Bessere Reanimationsschulung nach Reduktion des Thorax-Widerstandes
Um den plötzlichen Herztod einzudämmen, ist die Fokussierung auf die Ausbildung von Ersthelfern notwendig. Das European Resuscitation Council (ERC) und die American Heart Association (AHA) empfehlen den Unterricht von Wiederbelebungsmaßnahmen in der Volksschule. Bisher gibt es nur wenige Studien, die den Reanimationsunterricht für Kinder der Altersgruppe 8 bis 12 Jahre evaluieren. Daher fehlt es an einem studienbasierten Curriculum für Schulkinder, so wie es vom ERC und von der AHA seit Jahren gefordert wird. Es werden weltweit zum Üben von Wiederbelebungsmaßnahmen ausschließlich Reanimationspuppen verwendet, deren Thoraxwiderstand dem eines erwachsenen Menschen entspricht. Diese Modelle sind mit einer Feder ausgestattet, bei welcher ein Druck mit 45 kg auf den Thorax ausgeübt werden muss, damit die Herzdruckmassage korrekt durchgeführt werden kann. Kinder sind unter diesen Umständen erst ab einem Körpergewicht von 50 kg bzw. ab einem Alter von 14 Jahren in der Lage, die Herzdruckmassage adäquat auszuführen. Kindern unter 11 Jahren ist es daher nicht möglich, die vom ERC geforderte Eindrücktiefe (5cm) und Kompressionsrate (100-120/min) zu erreichen.
Die Studie soll zur Verbesserung des Unterrichts von Wiederbelebungsmaßnahmen in Schulen beitragen und erstmals die Frage beantworten, ob Kinder die Kursziele besser erreichen, wenn sie mit einer Reanimationspuppe mit reduziertem Thoraxwiderstand trainieren.

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Konstantin Bergmeister (Universitätsklinik für Chirurgie, Christian Doppler Labor für Extremitätenrekonstruktion und Rehabilitation):
Man-Machine Interface: Moderne Interface-Implantate zur Steuerung von myoelektrischen Prothesen
Extremitätenverlust erleiden meist junge, gesunde Erwachsene, welche dadurch mit dem plötzlichen Verlust von Unabhängigkeit, weiteren Folgeerkrankungen (z.B.: Depressionen, Neuromschmerzen) und oftmals Jobverlust konfrontiert sind. Im interdisziplinären Christian Doppler Labor werden gemeinsam mit Firmenpartner Otto Bock prothetische Lösungen zur Wiederherstellung von Extremitätenfunktionen untersucht. Moderne myoelektrische Prothesen können eine Vielzahl an Funktionen wiederherstellen, allerdings ist das Interface zwischen Mensch und Maschine derzeit noch einer der limitierenden Faktoren.
Als Lösungsansatz konnten implantierbare Interfaces bereits in ersten experimentellen Studien verbesserte Kontrolle der Prothesen im Vergleich zu traditionellen Oberflächen EMG Systemen zeigen. In unserem Labor werden zwei dieser Systeme derzeit erprobt, um allen verschiedenen Amputationsniveaus Versorgungen anbieten zu können. Das IMES System der Alfred Mann Foundation wird in Kombination mit modernerster chirurgischer Methodik (Targeted Muscle Reinnervation) weltweit erstmals an der Klinik erprobt. Das von den ForscherInnen der MedUni Wien mitentwickelte MyoPlant-System ist für PatientInnen mit Schulteramputation entwickelt worden, welche den größten Verlust an Extremitätenfunktion erleiden. Dieses zweite Interface-System wurde in unserem Labor intensiv präklinisch getestet. Das Ziel dieses Projekts ist es, das Mensch-Maschinen-Interface weiter zu verbessern, um eine kommerzielle Anwendung für die PatientInnen zu ermöglichen. Basierend auf den Daten dieser zwei getesteten Systeme sollen die Herausforderungen und Bedürfnisse an ein solches System weiter untersucht werden, um somit die klinische Anwendung dieser Systeme bestmöglich vorzubereiten und zu ermöglichen.
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Magdalena Sophie Eilenberg (Universitätsklinik für Chirurgie/Abteilung für Allgemeinchirurgie sowie Department für Biomedizinische Forschung):
NanoCT zur Charakterisierung von abbaubaren Gefäßprothesen
Kardiovaskuläre Erkrankungen sind weltweit die führende Todesursache. Synthetische Grafts für den Ersatz erkrankter kleinlumiger Gefäße (z.B. Herzkranzgefäße) sind bis dato inadäquat. Optimale degradierbare Gefäßprothesen haben die Eigenschaft, dass sie als Platzhalter fungieren bis ein neues körpereigenes Gefäß entsteht, und somit den Vorteil, dass sie weniger inflammatorisches Potenzial haben und die Offenheitsraten solcher Prothesen gesteigert werden kann. Die Arbeitsgruppe hat ausgezeichnete Langzeitresultate mit elektrogesponnenen Grafts aus langsam-degradierbarem Polyurethan im Kleintiermodell. Histologische Schnitte zeigten, dass sich nach 12 Monaten ein reguläres Gefäß mit der typischen Morphologie gebildet hat und noch etwa 50 Prozent des ursprünglichen Grafts vorhanden war. Um jedoch eine genaue Degradationsrate über die Länge des Grafts quantifizieren zu können, ist die herkömmliche Histologie als 2D-Verfahren nicht ausreichend. High Resolution Episcopic Microscopy (HREM) ist eine aktuelle Methode, um dreidimensionale, akkurate, histologische Bilder zu erhalten. Diese Methode ist sehr aufwendig und durch eine sehr kleine Probengröße von etwa 2mm begrenzt.
Microcomputertomographie (bzw. NanoCT) sind Verfahren, die für die Erfassung von dreidimensionalen Objekten gut geeignet sind. Die Unterschiede zwischen Polymer und Gewebe sind jedoch durch die Computertomographie aufgrund einer zu geringen Auflösung nicht sicher erkennbar. Beide vorgestellten Verfahren sollen an implantierten Gefäßgrafts nach 6 und 12 Monaten (n=7) durchgeführt und kombiniert werden. Da eine sichere Diskriminierung der Gewebeidentitäten durch HREM erzielt werden kann, führt die Überlappung der Daten aus beiden Verfahren dazu, dass auf die Intensität des Polymers im NanoCT sicher rückgeschlossen, das verbleibende Polymerkonstrukt rekonstruiert und somit die Degradationsrate mittels NanoCT einfach, rasch und kostengünstig bestimmt werden kann.
Ziel der Studie ist die Etablierung einer verbesserten NanoCT Bildgebung mithilfe der HREM und die genaue Charakterisierung des vollständigen(umgebauten) Grafts bezüglich Mikostruktur, Porosität und Ab- und Umbau des Material in einem 3D Verfahren zu ermöglichen. Die genaue Charakterisierung des umgebauten Gefäßgrafts ist essentiell für eine weitere Verbesserung des Materials für den Einsatz als degradierbarer Gefäßgraft und ultimativ für eine zukünftige Vermarktung des Produkts unabdingbar.
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» Informationen auf der Website der Wirtschaftskammer Wien