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Gabriela A. Berlakovich

Titel: Ao.Univ.-Prof.in Dr.in
Professorin für Chirurgie
Mitglied Wissenschaftlicher Betriebsrat

 

Warum haben Sie sich für eine wissenschaftliche Karriere entschieden?
Nur das „Handwerk“ Chirurgie wäre mir zu wenig ich will den Dingen auch auf den Grund gehen und neue Erkenntnisse umsetzten und etablieren. Außerdem gibt es nur an einer akademischen Institution, die die klinische Letztversorgung für komplizierte Fälle darstellt, immer sehr interessante Aufgaben die weit außerhalb der Standardversorgung liegen.

 

Wie verlief Ihr wissenschaftlicher Weg?
Im klinischen Bereich machte ich eine sehr steile Karriere da ich einige sehr gute Lehrer hatte, die meine chirurgischen Fähigkeiten erkannten und förderten.
Im wissenschaftlichen Bereich war mein Fortkommen im Vergleich zu Kollegen eher langsam. Bei meinen ersten wissenschaftlichen Bemühungen hatte ich Mentoren, von denen ich die ersten Grundsätze wissenschaftlichen Arbeitens gelernt habe. Etwas später, nachdem ich mein Spezialgebiet gefunden hatte, in dem ich nicht nur klinisch sondern auch wissenschaftlich Arbeiten wollte, hatte ich wie erwähnt hervorragende klinische Lehrer und Vorbilder aber keinen wissenschaftlichen Mentor. Diesbezüglich war ich auf mich alleine gestellt, habe zwar letztlich gute Studien durchgeführt und gut publiziert, aber andere Dinge leider nicht rechtzeitig erkannt. Daher habe ich in meiner „Jugend“ viel versäumt, das ich nun im „Alter“ nicht mehr nachholen kann.

 

Was sind Ihre Stärken und wie konnten Sie diese für Ihre Karriere nutzen?
Neugierde, Ehrgeiz, Fleiß, Freude an meiner Tätigkeit

 

Was sind Ihre wichtigsten Ressourcen gewesen, um Karriere machen zu können?
Ich habe keine Aufsichtspflichten und daher einen unabhängigen Lebensstil und eine freie Zeiteinteilung. Gerade in der Transplantation, wo weit mehr als die Hälfte der klinischen Arbeit außerhalb der Kernarbeitszeit und natürlich ungeplant stattfindet, ist eine gewisse Unabhängigkeit sicher ein großer Vorteil.

 

Was war Ihr größter Misserfolg und was haben Sie daraus gelernt?
Erfolg und Misserfolg gehen wohl immer Hand in Hand, einen größten Misserfolg kann ich nicht definieren. Als aufmerksamer Mensch kann man aus allen Niederlagen lernen wenn man reflektiert warum ein Projekt oder ein Vorhaben nicht erfolgreich war.

 

War es für Ihren Karriereverlauf hinderlich, eine Frau zu sein?
Nein.

 

Falls Sie Kinder haben: Was ist bzw. war an Unterstützung besonders hilfreich?
Ich habe keine Kinder.

 

Welchen Ausgleich suchen Sie in Ihrer Freizeit?
Ski-Touren, Mountainbike, Laufen, Freunde treffen, Lesen, Musik

 

Tipps und Tricks
Nach Möglichkeit eine/n MentorIn suchen die/der die wissenschaftlichen Projekte begleitet und editiert und auch in der Planung der Karriere behilflich ist. Ich glaube, am wichtigsten ist es aber in dem Gebiet zu arbeiten, das im Mittelpunkt des Interesses liegt und davon sollte man sich nicht abbringen lassen: „Nur ein toter Fisch schwimmt mit dem Strom“.