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Gabriele Moser erhält Römerpreis 2014

(Wien, 31-03-2014) Gabriele Moser erhält den renommierten Römerpreis 2014 des deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM, dt. Psychosomatik-Gesellschaft). Die Leiterin der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe und Ambulanz für gastroenterologische Psychosomatik der Universitätsklink für Innere Medizin III an der MedUni Wien wird für ihre Arbeit im Bereich der Hypnosebehandlung des Reizdarm-Syndroms ausgezeichnet.


Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Erkrankung des Verdauungstraktes und verursacht Bauchkrämpfe und Durchfälle, was bis zur Arbeitsunfähigkeit führen kann. Gerade die schweren Formen können mit den nur symptomatisch wirkenden Medikamenten wenig befriedigend für die Betroffenen behandelt werden. Da hier meist auch Stressbelastungen oder psychische Traumatisierungen eine Rolle spielen, sind psychosomatische Behandlungen am erfolgreichsten, insbesondere eine spezielle auf den Bauch gerichtete Hypnosetherapie.

 

Diese "gut directed hypnotherapy" wurde an der MedUni Wien erstmals weltweit in einer Gruppentherapie untersucht und im Top Journal American Journal of Gastroenterology publiziert. Es zeigte sich eine deutliche Besserung nach Therapieende und noch ein Jahr danach (noch bessere Ergebnisse). Die Betroffenen haben sowohl weniger körperliche Beschwerden als auch eine bessere psychische Befindlichkeit und Lebensqualität. Die zunehmende Verbesserung über ein Jahr ist auch damit zu erklären, dass mit dieser Therapie die Betroffenen (auch mit einer CD der Therapeutin) weiter Selbsthypnose üben können und damit mehr Kontrolle über ihre Darmtätigkeit und die Schmerzen haben.

 

Diese Therapieform mindert nicht nur für die Betroffenen Leiden und Kosten, es vermindert auch den medizinischen Einrichtungen und dem Gesundheitssystem Ressourcen und ist erfolgreicher als die medikamentöse Therapie allein. Die bauch-gerichtete Hypnose wird daher schon in sämtlichen Leitlinien international als Standardtherapie für das Reizdarmsyndrom empfohlen.  Die Entwicklung und Erforschung der Gruppenhypnosetherapie für dieses Leiden an der Gastroenterologischen Abteilung der Medizinischen Universität Wien ist daher ein wesentlicher Fortschritt einer integrierten psychosomatischen Behandlungsform.

 

Die Arbeit ist an der integrierten gastroenterologischen Psychosomatik-Ambulanz an der Univ. Klinik für Innere Medizin III, Abt. Gastroenterologie entstanden.

 

Zur Person
1977-1984 Studium der Medizin an der Universität Wien
1991 Fachärztin für Innere Medizin
1993 Psychotherapeutin (Psychoanalytische Ausbildung),
1994 Diplom für Psychotherapeutische Medizin der Österrr. Ärztekammer,
1996 Venia docendi für Innere Medizin,  Aufbau und Leitung der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe und Ambulanz für Gastroenterologische Psychosomatik an der Univ.Klinik für Innere Medizin IV in Wien
1997 Verleihung des Titels a.o.Professorin
1998-2000 und 2004-2006 Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatik in der Inneren Medizin
2000-2004 Vizerektorin der Universität Wien
2003 Ruf an die Universität Tübingen (Professur für Psychosomatische Medizin), nach Verhandlung nicht angenommen
2009 im Dreiervorschlag für die Besetzung der Professur für psychosoziale Medizin an der Universität Zürich (die Professur wurde nicht besetzt)
2013-2015 Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Psychosomatik in der Inneren Medizin
Forschungsschwerpunkte:
Psychosomatische Aspekte bei funktionellen gastrointestinalen und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
5 Preise: 1992 Forschungsförderungspreis der I.Österr. Spar-Casse-Bank (1.Rang), 1995 Forschungsförderungspreis der Österr. Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa-Vereinigung, Jahrespreis der Universität Wien für das Jahr 1997 an das Team Frauen Forum Medizin, 2002 Preis der Stadt Wien für Arzt-Patienten-Gespräche (gem. mit Prof. Vogelsang).
2014 Römerpreis des deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin (DKPM)

Link: Artikel zur Forschungsarbeit im American Journal of Gastroenterology