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"Gesund fürs Leben"-Projekt der MedUni Wien ausgezeichnet

(Wien, 07-11-2014) Das "Gesund fürs Leben" Projekt, das von der Medizinischen Universität Wien in Kooperation mit dem Wiener Hilfswerk und der Sportunion Österreich durchgeführt, wurde vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz als Good Practice-Modell in der Bildungsarbeit mit älteren Menschen für 2014 ausgezeichnet. Das Zertifikat wurde am vergangenen Dienstag an Projektleiter Thomas Dorner vom Institut für Sozialmedizin der MedUni Wien überreicht.

 

In dem Projekt, das vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds gefördert wird, geht es darum, bei älteren, gebrechlichen, mangelernährten Personen (Mindestalter 65 Jahre) die Fitness, den Ernährungszustand und die Lebensqualität zu erhöhen. Gemeinsam mit jüngeren älteren (Mindestalter 50 Jahre) und ehrenamtlichen Personen („Buddies“) werden zweimal in der Woche Krafttrainings absolviert und Ernährungsaspekte thematisiert. Dorner: „Dadurch soll nicht nur die Gesundheit der hochbetagten, sondern auch der jüngeren Erwachsenen gefördert werden.“

 

Jeder Zehnte ist gebrechlich
Hintergrund dieses Projektes ist, dass in Österreich mehr als zehn Prozent der über 65-Jährigen gebrechlich (frail) sind und weitere 40 Prozent eine Vorstufe von Frailty haben. Bei Frailty handelt es sich um ein Syndrom, das sich aus einer Kombination der Faktoren geringe Muskulatur, Mangelernährung und chronischer Entzündung, verbunden mit niedrigem Aktivitätslevel und allgemeiner Erschöpfung, zusammensetzt.  Das führt zu einem Verlust an Selbstständigkeit, zu erhöhtem Sturzrisiko, vermehrten Krankenhausaufenthalten und Aufnahmen in Pflegeheim bis hin zu erhöhter Sterblichkeit. „Durch eine Kombination aus günstiger Ernährung und körperlichem Training können viele dieser Faktoren positiv beeinflusst werden“, so der MedUni Wien-Experte.

 

Hinzu kommt, dass viele von Frailty betroffene Personen häufig alleine leben und die Wohnung gar nicht mehr verlassen. Das bedingt wiederum einen weiteren Abbau der Muskulatur und wirkt sich so negativ auf die Fitness aus, führt zu psycho-sozialen Beeinträchtigungen und zu einer noch geringeren Motivation für Bewegung und weiterem sozialen Rückzug. Dorner: „Dadurch wird eine Spirale, die zu immer mehr Verlust an Selbstständigkeit führt, in Gang gesetzt und aufrechterhalten. In unserem Projekt soll durch die Besuche der Buddies das soziale Kapital aller Beteiligten verstärkt werden. Bei den Buddies geht es außerdem darum, dass sie durch dieses Projekt für sich selber möglichst viel über Training und gesunde Ernährung erfahren, dass sie im späteren Lebensalter erst gar nicht in diesen Frailty-Teufelskreis kommen.“