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Igor Adameyko kommt an das Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien

(Wien, 30-03-2015) Der Entwicklungsbiologe Igor Adameyko wechselt vom schwedischen Karolinska Institutet an das Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien. Der Forscher wird mit der Unterstützung eines ERC Consolidator Grants an der Abteilung für Molekulare Neurowissenschaften (Leitung Tibor Harkany) Stammzellenforschung betreiben.


Igor Adameyko arbeitet seit seiner Promotion (2006) im Bereich der Molekularen Entwicklungsbiologie und Regenerativen Medizin am Karolinska Institutet in Schweden. Bereits als Postdoc konnte er nachweisen, dass nerven-assoziierte Vorläuferzellen der Schwann-Zellen eine komplett eigene Form von pigmentierten Melanozyten darstellen. Seine Publikation im Journal „Cell“ sorgte für Aufmerksamkeit in der Fachwelt.


Seit 2012 forscht Igor Adameyko mit einer eigenen Arbeitsgruppe als Assistenzprofessor an der Abteilung für Biochemie und Biophysik und zuletzt an der Abteilung für Physiologie und Pharmakologie des Karolinska Institutet. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Multipotenz von nerven-assoziierten Glia-Vorläuferzellen und wie nicht-kanonische Funktionen dieser Zellen zu der Entwicklung des peripheren Nervensystems und der Regeneration verschiedener Gewebe beitragen können. So konnte Igor Adameyko kürzlich mit seinem Team etablieren, dass alle parasympathischen Neuronen von multipotenten nervenassoziierten Gliazellen hergeleitet werden (Science, 2014). Einen weiteren Durchbruch bedeutete der Nachweis der Existenz von dentalen – ebenfalls von Gliazellen hergeleiteten – mesenchymalen Stammzellen (Nature, 2014) und wie diese Zellen die Ergänzung der Dentin-produzierenden Odontoblasten ermöglichen. Derzeit forscht Igor Adameyko an Stammzellen, die die Entwicklung des Gesichtsknochens bestimmen mit einem speziellen Fokus auf formgebenden und regenerativen Aspekten.


Tibor Harkany, Leiter der Abteilung für Molekulare Neurowissenschaften, freut sich auf den neuen Kollegen: „Ich freue mich sehr, Igor Adameyko in unserer Abteilung willkommen zu heißen. Ich bin zuversichtlich, dass seine einzigartige Sachkenntnis unsere wissenschaftliche Gemeinschaft enorm bereichern wird und seine zukünftigen Forschungserfolge der MedUni Wien noch viel an Reputation einbringen werden.“


Zur Person
Igor Adameyko studierte Biochemie an der Nizhny Novgorod Staatsuniversität. Sein PhD-Studium führte ihn an die Dartmouth Medical School. Adameykos Doktorarbeit hatte den Titel „Identification, cloning and functional study of novel heart specific protein Serdin-1“. Seit seinem Abschluss (2006) arbeitete er als Postdoc-Researcher in der Forschungsgruppe von Patrik Emfors am schwedischen Karolinska Institutet (Division für Molekulare Neurobiologie an der Abteilung für Medizinische Biochemie und Biophysik). Seit 2012 wirkte Dr. Adameyko als Assistenzprofessor am schwedischen Karolinska Institutet.


Das Zentrum für Hirnforschung
Das Zentrum für Hirnforschung der MedUni Wien legt den Schwerpunkt auf die Förderung der translationalen Neurowissenschaften und untersucht die Eigenschaften und Funktionen des zentralen Nervensystems in Hinblick auf Gesundheit und Erkrankungen. Der Schwerpunkt liegt auf klinisch relevanten Themen wie z.B. Mechanismen von akuten und chronischen Schmerzen (Abteilung für Neurophysiologie), Immunüberwachung des Nervensystems (Abteilung für Neuroimmunologie), Peroxisom-bedingte Fehlfunktion des Nervensystems (Abteilung für Pathobiologie des Nervensystems), synaptische Mechanismen psychiatrischer und neurologischer Erkrankungen (Abteilung für Molekulare Neurowissenschaften), synaptische Mechanismen des Lernens und Erinnerns (Abteilung für neuronale Zellbiologie) und die neuronalen Grundlagen der kognitiven Funktionen (Abteilung für kognitive Neurobiologie).
Die Arbeit unabhängiger Forschungsgruppen am Zentrum erweitert das Spektrum seiner Forschungs-Expertise auch auf die molekularen Mechanismen der Synapsenbildung (Abschn. Synapsenbildung) und auf neue Bildgebungsverfahren für die Hirnforschung (Abschn. Bioelektronik).

ERC Grants
Der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) fördert Grundlagenforschung durch hochdotierte Forschungspreise (durchschnittlich zwei Mio. Euro). Vergeben werden u.a. "Starting- und Consolidator-Grants" für Nachwuchswissenschafter sowie "Advanced Grants" für etablierte Forscher. Die "Consolidator Grants" sollen NachwuchsforscherInnen ermöglichen, ihre Position als eigenständige Forschende zu festigen.

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