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Immer mehr Risikoschwangerschaften

(Wien 24-04-2014) Die Zahl von Risikoschwangerschaften nimmt zu. Die Gründe: Werdende Mütter werden immer älter, es gibt immer mehr Schwangere mit Diabetes oder Adipositas sowie Herz-Kreislauferkrankungen. Daher ist eine noch intensivere Zusammenarbeit diverser medizinischer Fächer während der Schwangerschaft und bei der Geburt nötig. Das betonten Klaus Markstaller, Leiter der Klinik für Anästhesie, allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie der MedUni Wien, und Peter Husslein, Leiter der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der MedUni Wien, bei einer Pressekonferenz am heutigen Donnerstag anlässlich des geburtshilflich-anästhesiologischen Symposiums am 25. und 26. April in Wien.

 

Bei dieser Veranstaltung treffen sich renommierte, internationale und nationale ExpertInnen verschiedener Disziplinen, um gemeinsam Strategien und Standards in der Versorgung zu entwickeln und zu diskutieren. Markstaller: „Das Ziel ist eine höhere Sicherheit der Patientinnen.“ 

 

Die so genannten Begleiterkrankungen der Schwangeren erfordern nicht nur die enge Zusammenarbeit der Kernfächer Geburtshilfe und geburtshilfliche Anästhesie, sondern machen es notwendig, auch andere Fachdisziplinen in die moderne Perinatalmedizin einzubinden. Wie wichtig es ist, verschiedene Fächer zu involvieren, zeigt die Tatsache, dass sich die Müttersterblichkeit aus kardialen Gründen in der industrialisierten Welt während der letzten Jahre verdoppelt hat.

 

„Dem Fortschritt der modernen Medizin ist es zu verdanken, dass Schwangerschaft, Geburt und Familie für zahlreiche Frauen trotz essenzieller Begleiterkrankungen möglich wurde“, sagt der Experte der MedUni Wien. Der gesellschaftliche Wandel hin zu späteren Schwangerschaften stellt die Geburtshilfe vor neue Herausforderungen. Die Zahl werdender Mütter mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen nimmt daher zu. So sind Schwangerschaften und Geburten bei Frauen, die an Diabetes, Adipositas oder Herzkreislaufschwächen leiden, mit zusätzlichen Risiken verbunden, die Mutter und Kind gefährden.

 

An der MedUni Wien/AKH Wien landen viele solcher Spezialfälle. „Geburten, die von Komplikationen begleitet sein könnten, verlangen nach raschen Reaktionsmöglichkeiten. Vor allem die Behandlung von Hochrisikofällen braucht neben der optimalen Ausstattung ein eingespieltes multidisziplinäres Team“, weiß Husslein. „Spezielle Notfallsituationen müssen trainiert werden.“

 

 

2. Österreichisches Geburtshilflich-anästhesiologisches Symposium in Wien
Um die Sicherheit der Patientinnen zu verbessern, ist ein Dialog der handelnden Fachrichtungen eingerichtet worden, dem das Österreichische Geburtshilflich- anästhesiologische Symposium als Plattform dient. Bei der zweiten Veranstaltung dieser Art werden die Schwerpunkte auf folgende Themen gelegt: „Herausforderungen in der Ausbildung“, „Patient Blood Management“, „Der unerwartete Notfall“ sowie „Psychiatrische Erkrankungen“.
Das Symposium findet am 25. und 26. April 2014 (Beginn 10 Uhr bzw. 8.30 Uhr) an der MedUni Wien (Hörsaal A, Hörsaalzentrum am Südgarten, Währinger Gürtel 18-20, 1090 Wien) statt. Die Veranstaltung wird von der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin, der Universitätsklinik für Frauenheilkunde (beides MedUni Wien/AKH Wien), der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin (AKH Linz) und der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe (Landes-, Frauen- und Kinderklinik Linz) organisiert.