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ImmunologInnen für das 21. Jahrhundert

(Wien, 29-10-2015) Das neue Marie Curie-Trainingsnetzwerk für ImmunologInnen ENLIGHT-TEN (European Network Linking Informatics and Genomics of Helper T cells) startete am 9. Oktober mit einem Kickoff-Meeting von 20 Experten aus sieben europäischen Ländern. Ziel des Netzwerkes ist es, ein interdisziplinäres Training für junge Forscher in der T-Zell-Immunologie und der Big Data-Analyse zu entwickeln. Das Programm ENLIGHT-TEN wird am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig koordiniert und die MedUni Wien ist mit einem Projekt beteiligt.

Das Immunsystem unseres Körpers ist durch hochkomplexe und extrem dynamische Vorgänge gekennzeichnet, welche zu einem großen Teil von den sogenannten T-Helferzellen, den „Dirigenten des Immunsystems“, gesteuert werden. Sie spielen eine zentrale Rolle bei vielen Krankheitsprozessen, wie Autoimmunität, chronischen Infektionen oder Tumoren und sind somit geeignete Ziele für neue Therapien. Zur Entwicklung solcher neuartiger Therapiekonzepte ist jedoch ein umfassendes und detailliertes Verständnis der molekularen Vorgänge notwendig, die die Entwicklung und Funktionsweise der T-Helferzellen steuern.

 

Dieses Verständnis kann nur mit Hilfe der modernen Omics-Technologien erworben werden, mit denen WissenschafterInnen derzeit Bausteine des Lebens sowie Lebensprozesse im molekularen Detail untersuchen können. Solche Untersuchungen erzeugen jedoch riesige Datenmengen, z. B. im Rahmen von Sequenz- oder Proteomanalysen. Für dieses Phänomen hat sich die Bezeichnung „Big Data“ etabliert. Um diese großen Datenmengen auszuwerten, ist eine besondere Expertise im Bereich der Bioinformatik notwendig.

„Wir wollen eine neue Generation an WissenschafterInnen ausbilden, die sich in den sehr unterschiedlichen Welten der Molekularen Medizin und der bioinformatischen Analyse von Hochdurchsatzdaten gleichermaßen zu Hause fühlen. Mit diesem interdisziplinären Ausbildungsprogramm werden wir in Zukunft junge ImmunologInnen trainieren, nicht nur große Datenressourcen zu generieren, sondern diese auch im Detail selbstständig zu analysieren. Dadurch werden sie in die Lage versetzt, ihre Arbeitshypothesen mit Hilfe von Big-Data-Analysen zu überprüfen und die Entstehung sowie Funktion von T-Helferzellen im molekularen Detail aufzuklären“, meint Wilfried Ellmeier, Leiter der Abteilung für Immunbiologie am Institut für Immunologie der MedUni Wien, der im Rahmen des ENLIGHT-TEN-Programmes die Möglichkeit für einer Dissertation im Bereich der T-Zell-Immunbiologie in seiner Arbeitsgruppe anbietet.

 

Über das Netzwerk ENLIGHT-TEN werden insgesamt 13 Marie-Skłodowska-Curie-Promotionsstipendien für hochmotivierte Nachwuchsforscher zur Verfügung gestellt. Am Projekt sind 16 Partner aus acht europäischen Ländern beteiligt, die die jungen WissenschafterInnen in ihre Forschungsgruppen integrieren. Die ImmunologInnen lernen somit von Anfang an, Netzwerke zu knüpfen und sich in verschiedenen Ländern und Umgebungen, in Universitäten und in der Industrie, zurechtzufinden.

Die Gesamtfördersumme für alle Partner von ENLIGHT-TEN beläuft sich auf 3,35 Mio Euro. Die MedUni Wien erhält davon rund 255.000 Euro. Weitere Informationen zum Netzwerk und zu den Partnern im Konsortium sind auf der Webseite www.enlight-ten.eu verfügbar.