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Intensivere Rheuma-Behandlung zahlt sich für Arbeitsfähigkeit aus

(Wien, 16-06-2014) Eine intensive Behandlung von Gelenksrheuma (rheumatoide Arthritis, chronische Polyarthritis) zahlt sich offenbar aus. Dies betrifft auch die Arbeitsfähigkeit der PatientInnen. Das hat eine Studie des britischen Rheumatologen Paul Emery (Leeds) ergeben, an der auch ExpertInnen der MedUni Wien mitgearbeitet haben. Die Studie wurde beim Europäischen Rheumakongress (11. bis 14. Juni) präsentiert.

Die WissenschafterInnen, unter ihnen Josef Smolen, Vorstand der klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien im AKH, werteten die Daten von zwei bereits durchgeführten Studien (OPTIMA, PROWD) noch einmal aus. Sie umfassten insgesamt 1.180 Patienten mit Gelenksrheuma (etwa 1.000 allein in der von Smolen Ende 2013 im "Lancet" publizierten OPTIMA-Untersuchung).

In beiden wissenschaftlichen Studien waren die Effekt einer Therapie von Gelenksrheuma mit dem Basismedikament Methotrexat mit jenem einer Kombination dieses Arzneimittels und des monoklonalen Antikörpers Adalimumab getestet worden. In der neuen Studie wurden nun Arbeitsfähigkeit und Beschäftigungsverhältnis bzw. Arbeitslosigkeit als Messkriterien untersucht. Was sich herausstellte: Bei Patienten mit Gefahr eines Jobverlustes war die Kombinationsbehandlung deutlich besser, was das Beschäftigungsverhältnis in der Folge betraf. In Österreich leiden rund 80.000 Menschen an rheumatoider Arthritis. Eine frühzeitige und bei Bedarf intensive Behandlung kann offenbar die Arbeitsfähigkeit besser erhalten.

In der OPTIMA-Studie hatten die Experten um Smolen festgestellt, dass eine sechsmonatige Therapie mit dem gängigen Antirheumatikum Methotrexat (auch ein Zytostatikum) und anschließender Kombinationstherapie mit einem Biologikum bei Patienten, die nicht hinreichend auf dieses Zytostatikum allein ansprechen, genauso gute Ergebnisse zeigt wie eine Therapie, bei der die Kombination aus Methotrexat und Biotech-Medikament von Beginn an eingesetzt wird.

Keinen statistisch signifikanten Effekt zeitigte in einer klinischen Studie der Wiener Rheumatologen um Smolen mit Kooperationspartnern in den USA, den Niederlanden, den USA und Schweden eine Polyarthritis-Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Tabalumab bei Patienten, die auf Methotrexat zuvor nicht ausreichend angesprochen hatten. Tabalumab soll die B-Lymphozyten hemmen, die bei den rheumatischen Prozessen ebenfalls eine Rolle spielen.

Auf der Spur zusätzlicher Krankheitsmechanismen haben sich Wissenschafter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der MedUni Wien im AKH, des Forschungszentrums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften für Molekulare Medizin (CeMM/Wien) sowie der Universitätsklinik für Orthopädie und von Uni-Labormedizinern in Wien gesetzt. Offenbar spielt der sogenannte mTOR-Signalweg eine wichtige Rolle bei Arthritis. mTOR ist in den vergangenen Jahren auch immer wichtiger in der Behandlung verschiedener Krebserkrankungen geworden. Das es hoch wirksame Medikamente zur Blockade von mTOR gibt, wäre hier eventuell ein weiterer Ansatzpunkt für zukünftige Therapien gegeben.