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Judith Fazekas und Josef Singer gemeinsam "Researcher of the Month" im Jänner 2015

(Wien, 03-01-2015) Aufgrund der vielen ausgezeichneten Arbeiten und herausragenden WissenschafterInnen werden ab dem Jahr 2015 mehrere  „Researcher of the Month” gekürt. Neben Katja Pinker-Domenig verleiht die Jury die Auszeichnung für Jänner 2015 auch gemeinsam an Josef Singer und Judit Fazekas anlässlich der 2014 im Top-Journal „Molecular Cancer Therapeutics“ (IF 6.107) erschienenen Arbeit „Generation of a canine anti-EGFR (ErbB-1) antibody for passive immunotherapy in dog cancer patients.” (equally contributing) [1].

Die Arbeit entstand mit Förderung des FWF im PhD-Kolleg CCHD der MedUniWien, Studienleiterin Erika Jensen-Jarolim, Leiterin der Abteilung für Komparative Medizin des Messerli-Forschungsinstituts mit Standort am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung, in enger Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien sowie der FH Campus Wien, der Universität für Bodenkultur, der Capital Medical University Peking und der Universität Hamburg.

Entwicklung des weltweit ersten caninen Immunglobulins: Ein wesentlicher Beitrag zum interdisziplinären Dialog zwischen Human- und Veterinärmedizin


Nach dem Vorbild des Comparative Oncology Consortium des National Cancer Institutes sollen durch Vergleiche menschlicher und tierischer Krebserkrankungen raschere Entwicklungen von neuen Krebstherapeutika erreicht werden. Anstelle Ergebnisse von Mausstudien direkt auf den menschlichen Krebspatienten zu übertragen, wird der „Tierische Patient“ dazwischengeschoben. Krebstherapien, die beispielsweise in einer spontanen Tumorerkrankung eines Hundes erfolgreich getestet wurden, bringen nicht nur Nutzen für das krebskranke Tier, sondern ermöglichen auch die Anwendung beim menschlichen Krebspatienten.

In älteren Hunden (Canis lupus familiaris) ist Krebs tatsächlich eine der führenden Todesursachen. Das Mammakarzinom tritt bei Mensch und Hund gleich häufig auf, hat einen ähnlichen Verlauf und die Prognose verschlechtert sich beim Auftreten von Fernmetastasen. Auch die Tumorbiologie und die in Krebszellen beteiligten Signalwege sind sehr ähnlich [2], beispielsweise tragen etwa 30% der Hunde-Mammakarzinome die bekannten Krebsantigene HER-2 oder EGFR. Menschliche und canine (Hunde-) EGFR und HER-2 Antigene haben sogar eine 92%ige molekulare Identität ihrer Aminosäuresequenzen [3].

Mittlerweile sind zielgerichtete Therapien mit dem monoklonalen Antikörper Cetuximab gegen das EGFR-Krebsantigen ein fester Bestandteil vieler Therapieschemata in der humanen klinischen Onkologie, und werden z.B. in der Behandlung von metastasiertem Darmkrebs und Tumoren der HNO-Region angewendet.

Das Ziel dieser Studie war es, ein rekombinantes Hunde-anti-EGFR Immunglobulin für vergleichende Studien zu produzieren. Das von Dr. Singer und Fazekas et al. hergestellte canine Immunglobulin „can225IgG“ hat wie Cetuximab die Fähigkeit, das Zielmolekül EGFR an Tumorzellen zu erkennen, ein Großteil des Immunglobulins wurde jedoch auf Hund umgebaut, caninisiert. Dies ist wichtig für eine optimale Verträglichkeit, wenn can225IgG klinisch-diagnostisch an Hunden mit Mammakarzinomen eingesetzt wird. Entsprechende Studien sind in Vorbereitung und werden wegweisend sein für neue zielgerichtete Therapien oder Kombinationstherapien beim Menschen.


Zu den Personen
J. Fazékas
wurde 1988 in Sopron (Ungarn) geboren und maturierte 2007 mit Auszeichnung. Anschließend studierte sie Molekulare Biotechnologie an der FH Campus Wien und verbrachte während ihres Bachelorstudiums einen Forschungsaufenthalt bei Prof.in B. Berger-Bächi an der Universität Zürich. Ihre Masterarbeit unter der Leitung von Jensen-Jarolim an der MedUniWien schloss sie 2013 mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Anschließend Aufnahme in das PhD-Programm Cell Communication in Health and Disease (CCHD), wo sie ebenfalls an tumorimmunologischen Fragestellungen arbeitet. Für ihre Forschungsarbeiten erhielt sie mehrere Travel Grants und Auszeichnungen nationaler und internationaler Fachgesellschaften, sowie 2013 einen Posterpreis auf der Jahreskonferenz der Europäischen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (EAACI).

J. Singer wurde 1984 in Mistelbach geboren und absolvierte die Matura am Bundesgymnasium Laa/Thaya mit Auszeichnung. Er studierte Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien. Schon während seiner Diplomarbeit unter der Leitung von Prof.in E. Jensen-Jarolim verbrachte Josef Singer zwei Forschungsaufenthalte am King's College London. Im Anschluss an sein Medizinstudium arbeitete er als Stationsarzt in Bad Windsheim (Deutschland), ehe er in das PhD-Programm Cell Communication in Health and Disease (CCHD) aufgenommen wurde. In dieser Zeit führte ihn ein sechsmonatiger Auslandsaufenthalt an das Boston Children's Hospital, Harvard Medical School. Singer schloss 2014 seine Dissertation mit dem Titel „IgE-based Immunotherapy of Cancer - a Comparative Oncology Approach“ mit Auszeichnung ab.

Mehr Infos auf der Website zum Researcher of the Month